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Bundesliga-Rechte: DFL entscheidet im April und Mai

Vergabe der Bundesliga-Rechte : Endspurt im Milliarden-Poker

Der Zeitplan und die Rahmenbedingungen für die Vergabe der Medienrechte am deutschen Profifußball stehen fest. Die Klubs wissen im Mai, mit wie viel Geld sie rechnen können.

Der Endspurt im Milliarden-Poker hat begonnen - der Wonnemonat soll den Klubs den Geldregen bringen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird im Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai über die Vergabe der Medienrechte am Profifußball für die vier Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 entscheiden.

"Wir haben es mit einer sehr komplexen, sehr schwierigen und wahrscheinlich der kompliziertesten und wertvollsten Rechtevergabe seit der Erfindung des Fernsehens zu tun", sagte DFL-Boss Christian Seifert am Dienstag: "Wir können uns auf dieses 'Spiel' nur bestmöglich vorbereiten. Wie dieses 'Spiel' ausgeht, weiß man vorher nie."

Laut des Zeitplans werden die Bewerber für den deutschsprachigen Raum am 16. März zugelassen, die Auktion findet vom 27. April bis zum 8. Mai statt. Am 11. Mai wird die Öffentlichkeit nach dem Treffen des Liga-Präsidiums und der 36 Klubs über das Ergebnis informiert.

Mit Blick auf seine Umsatzziele gab sich Seifert zurückhaltend. "Ich glaube, unsere Rechte sind wertvoller geworden. Aber wir bekommen schon sehr viel Geld. Wir streben weiteres Wachstum an, aber auch Medienmärkte kommen an ihre Grenzen. Die Unternehmen müssen ihre Investitionen auch wieder verdienen", äußerte der DFL-Geschäftsführer: "Gesundes und nachhaltiges Wachstum wäre mir lieber als irrationales Wachstum als Folge einer Bieterschlacht."

Derzeit kassiert der Profifußball 1,2 Milliarden Euro pro Saison an den Rechten für den deutschsprachigen Raum (inklusive Zusammenfassungen im Free-TV), dazu kommen ein paar Hundert Millionen aus der ganzen Welt. Als mögliche Interessenten an den Live-Übertragungen gelten neben den bisherigen Rechte-Inhabern Sky und DAZN auch Amazon, Discovery, Netflix und die Deutsche Telekom. Selbst Apple, Disney und Google werden gehandelt.

Schon jetzt ist klar, dass es Änderungen beim Spielplan geben wird. Statt der fünf Bundesliga-Partien am Sonntag um 13.30 und der fünf Begegnungen am Montag um 20.30 Uhr werden zehn Spiele am Sonntagabend um 19.30 Uhr stattfinden. Das zweite Sonntagsspiel wird um 17.30 Uhr statt um 18.00 Uhr angepfiffen.

Das Zweitliga-Topspiel steht am Samstag um 20.30 Uhr statt am Montag auf dem Programm, die weiteren Zweitliga-Begegnungen am Samstag werden eine halbe Stunde später als bisher um 13.30 Uhr angepfiffen. Zudem werden am vorletzten Spieltag nicht mehr wie bisher alle Bundesliga-Partien parallel stattfinden, der Spieltag wird "normal" mit unterschiedlichen Anstoßzeiten ausgetragen.

Bei den Live-Übertragungen der Bundesliga wird es vier Rechtepakete geben. Dazu kommen zwei Pakete für die 2. Liga, ein Paket mit neun Live-Partien für das Free-TV und sieben Pakete für die Höhepunkt-Spielberichte. Mit Blick auf die Bundesliga sehen die vier Live-Pakete so aus: 1. Alle Spiele in der Samstags-Konferenz. 2. Die Einzelspiele am Samstagnachmittag. 3. Die Partie am Samstagabend. 4. Die einzelnen Begegnungen am Freitagabend und am Sonntag.

Wer welche Rechte bekommt, entscheiden auch die Vorgaben des Bundeskartellamts - unter anderem mit Blick auf den Übertragungsweg (Satellit, Kabel, Web-TV, Mobile-TV). Ein Unternehmen kann theoretisch alle Rechte kaufen. In diesem Fall muss "nur" dafür gesorgt sein, dass ein weiterer Anbieter gleichzeitig zumindest einen Teil der Spiele übertragen kann.

(sid/old)