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Bundesliga: RB Leipzig bleibt Spitzenreiter - Union Berlin verpasst Sieg

Bundesliga : Leipzig bleibt Spitzenreiter - Union Berlin verpasst Sieg vor „schweigenden“ Fans

RB Leipzig hat seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Union Berlin verpasste trotz der Unterstützung seiner "schweigenden" Fans den zweiten Heimsieg.

RB Leipzig hat seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Der Champions-League-Teilnehmer setzte sich gegen eine ab der 50. Minute dezimierte Mannschaft von Hertha BSC verdient mit 2:1 (1:1) durch und feierte im fünften Ligaspiel den vierten Sieg.

Vor 999 Zuschauern hatte Jhon Cordoba (9.) die Gäste mit seinem dritten Saisontor in Führung gebracht, für Leipzig trafen Abwehrchef Dayot Upamecano (11.) und Marcel Sabitzer (77.) per Foulelfmeter. Herthas neuer Flügelspieler Deyovaisio Zeefuik sah zu Beginn der zweiten Halbzeit nur viereinhalb Minuten nach seiner Einwechselung die Gelb-Rote Karte.

Für die Hertha wird die Lage allmählich prekär. Die Elf von Bruno Labbadia kassierte die vierte Niederlage in Folge und steht weiter im Tabellenkeller. Damit ist auf der Mitgliederversammlung am Sonntag für jede Menge Zündstoff gesorgt.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann rotierte vier Tage nach dem gelungenen Auftakt in der Champions League gegen Istanbul Basaksehir (2:0) und brachte in Benjamin Henrichs, Justin Kluivert und Alexander Sörloth gleich drei neue Spieler. Die Gastgeber pressten zunächst nicht so hoch wie gewohnt, gefielen aber mit direktem Spiel über die Außenpositionen.

Von Hertha war zunächst nichts zu sehen, der erste Konter über Vladimir Darida und Dodi Lukebakio saß aber. Neuzugang Cordoba blieb vor dem Tor cool und schloss souverän ab. Fast postwendend fiel der Ausgleich. Herthas Bundesliga-Debütant Omar Alderete verteidigte gegen Upamecano ungeschickt, der RB-Abwehrchef knallte den Ball in die Maschen.

In der Folge entwickelte sich eine von beiden Seiten hart geführte Partie mit etlichen Fouls, immer wieder lagen Spieler auf dem Boden. Leipzig fehlte etwas die Abstimmung, erst kurz vor der Halbzeit lief das Kombinationsspiel wieder besser, vor allem Kluivert konnte auf der rechten Seite gegen Maximilian Mittelstädt seine Stärke im Eins-gegen-Eins zeigen.

Zur zweiten Halbzeit kam bei Hertha Zeefuik auf der rechten Bahn für den verletzten Peter Pekarik, doch der 22 Jahre alte Niederländer musste nach Gelb-Rot schnell wieder raus, eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg).

In Unterzahl zog sich Hertha zurück und überließ den Hausherren die Spielgestaltung. Oft kreiste der Ball wie beim Handball um den Berliner Strafraum, doch Hertha hielt dagegen, zeigte zumindest in den Zweikämpfen eine gute Einstellung und kämpfte um jeden Ball.

Nagelsmann brachte mit Yussuf Poulsen und Dani Olmo sowie später auch mit Sabitzer für die Schlussphase neue Kräfte mit Torgefahr und erhöhte noch einmal den Druck. Das zahlte sich aus. Nach einem Foul von Cordoba an Willi Orban gab es in der 77. Minute Strafstoß, den Sabitzer sicher verwandelte.

Union Berlin gegen SC Freiburg

Gegen den SC Freiburg kam Union Berlin am 5. Spieltag nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus, sind nach vier Spielen ohne Niederlage aber im Soll.

Die Gäste aus dem Breisgau steigerten sich nach schwachem Beginn. Das Team von Trainer Christian Streich befindet sich nach vier Spielen ohne Sieg nacheinander aber weiter auf Formsuche.

Vincenzo Grifo (34.) brachte den SC Freiburg schmeichelhaft in Führung. Robert Andrich (36.) gelang der schnelle Ausgleich für Union.

Für die rund 4500 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei galt im Rahmen der Berliner Infektionsschutzverordnung eine strikte Maskenpflicht. Fangesänge und Sprechchöre waren untersagt - eine Maßgabe, an die sich die Anhänger ebenfalls hielten. Die Zuschauer beschränkten sich - abgesehen vom Torjubel und vereinzelten Buhrufen - auf nonverbale Unterstützung. Dabei zeigten sie sich durchaus kreativ: Mit Klatschen, Rasseln, Tröten und sogar Topfdeckeln wurde es im Stadion immer wieder laut.

Ob davon beflügelt oder nicht - Union erwischte den deutlich besseren Start. Die Berliner kombinierten gut, Freiburg lief dem Ball meist nur hinterher und wurde defensiv früh gefordert. Joel Pohjanpalo (4./8.) prüfte SC-Torhüter Florian Müller, der dabei auch auf die Hilfe von Kapitän Christian Günter angewiesen war.

Union blieb auch nach der guten Anfangsphase überlegen. Der SC fand kein Mittel gegen die kompakte Defensive der Berliner, die ihrerseits offensiv immer wieder über die Außen vorstießen. Vor allem Sheraldo Becker überzeugte auf der rechten Seite. Aus einer Hereingabe des Niederländers machte Pohjanpalo zu wenig, als er in Rücklage aus kurzer Distanz knapp über das Tor köpfte (20.).

Die Nachlässigkeiten beim Abschluss bestrafte Freiburg. Grifo schloss die erste gelungene Offensivaktion mustergültig zur glücklichen Führung ab. Union zeigte die passende Reaktion, hatte dabei aber auch Glück: Andrichs Versuch aus rund 25 Metern fälschte Freiburgs Dominique Heintz ab. Nach den Toren wurde das Spiel offener, der SC spielte besser mit, machte aus vielversprechenden Kontern aber zu wenig.

Nach dem Seitenwechsel hielt dieser Trend an. Die Gäste hatten deutlich mehr Spielanteile als in der ersten Halbzeit. Die Offensive um den enttäuschenden Nils Petersen sorgte dennoch selten für Gefahr. Auch Berlin tat sich zunehmend schwer, das Niveau des Spiels flachte ab.

(eh/sid)