Fan-Rückkehr und Polizeikosten Diese Themen beschäftigen die Liga in der Länderspielpause

Düsseldorf · Gerade einmal sieben Spieltage sind in der Bundesliga gespielt und nun ist schon zum zweiten Mal Länderspielpause. Für die Klubs gibt es aber dennoch genug zu tun. Ein Überblick der wichtigsten Punkte.

 Ein Schild mit der Aufschrift "Betreten des Rasen verboten".

Ein Schild mit der Aufschrift "Betreten des Rasen verboten".

Foto: dpa/Peter Kneffel

Länderspielpausen sind unter den Fußballfans nicht wirklich beliebt, die Spiele der Nationalmannschaft haben längst nicht (mehr) die Anziehungskraft eines regulären Bundesliga-Spieltags. Für die Vereine gibt es während der Pause aber trotzdem genügend zu tun. Diese Themen beschäftigen die Liga in der Länderspielpause:

  • Belastung der Spieler

Die „Belastungssteuerung“ der Profis wird ein immer wichtigeres Thema und wenig überraschend nehmen die Diskussionen zwischen Vereinen und Nationalteams zu. Die Auswahltrainer wollen natürlich die bestmögliche Mannschaft beisammen haben, die Vereine, die das Gehalt zahlen, bei angeschlagenen Spielern aber lieber die Pause nutzen. Beides ist verständlich. So hat der norwegische Verband bis zuletzt gehofft, BVB-Stürmerstar Erling Haaland für die wichtigen anstehenden Spiele fit zu bekommen. „Ich verstehe den norwegischen Verband. Aber er ist ein Mensch, keine Maschine. Und wenn es nicht geht, dann geht es nicht“, hatte Dortmunds Trainer Marco Rose bekräftigt - und am Ende recht bekommen, Haaland bleibt in Dortmund. Auch im Falle von Jude Bellingham wird sich der BVB freuen, denn Englands Nationaltrainer Gareth Southgate verzichtete bewusst auf den erst 18-Jährigen, um ihm eine Pause zu verschaffen.

Andere Klubs hatten da weniger Glück. So hat der algerische Verband Ramy Bensebaini von Borussia Mönchengladbach nominiert, obwohl der bereits seit mehreren Wochen verletzt fehlt. Genauer gesagt: Seit der vorherigen Länderspielpause im September, bei der er sich in einem Spiel für Algerien an der Leiste verletzte. Als er wieder ins Training in Mönchengladbach zurückgekehrt war, verletzte er sich prompt am Fuß und trainierte zuletzt nur individuell. Der Borussia dürfte die Nominierung und die Abreise Bensebainis gar nicht schmecken, da es aber eine Abstellungspflicht gibt, kann sie nicht viel machen. Adi Hütter, Max Eberl und Co. müssen also hoffen, dass Bensebaini nicht erneut verletzt von der Länderspielreise zurückkehrt, wie es so viele Vereinsverantwortliche in den nächsten Tagen wieder tun werden.

  • Zuschauer-Rückkehr

Beim Heimspiel der Nationalmannschaft am Freitag gegen Rumänien dürfen 25.000 Zuschauer ins Hamburger Volksparkstadion. Eine Zahl, die auch für viele Bundesligisten bis vor kurzem noch als Grenze galt, doch die ist nun mancherorts aufgehoben. In Nordrhein-Westfalen dürfen die Sitzplätze nun schon wieder voll besetzt werden, die Stehplätze zur Hälfte. Die Stadien sind damit schon sehr nah an der vollen Auslastung, die in Bayern seit dieser Woche erlaubt ist: Dort entfallen die Personenobergrenzen bei Veranstaltungen, die dortigen Bundesligisten FC Bayern München, Greuther Fürth und FC Augsburg dürfen ihre Arenen also wieder komplett füllen. Für den Rekordmeister aus München aber auch Borussia Dortmund gibt es also jetzt eine ganze Menge organisatorische Arbeit, denn 67.000 beziehungsweise sogar 75.000 Menschen am Spieltag auf 3G oder „3G-Plus“ (Genesen, Geimpft oder PCR-Test) zu prüfen, will erst einmal geplant werden.

  • Analyse

Länderspielpausen eignen sich aus Vereinssicht hervorragend für einen Trainerwechsel, hätte der neue Mann an der Linie doch beinahe zwei Wochen Zeit, um sich auf sein erstes Spiel vorzuberieten und die Mannschaft kennenzulernen. Nicht wenige haben damit gerechnet, dass Hertha BSC diesen Weg nach der Niederlage gegen den SC Freiburg geht - doch falsch gedacht. Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic hat seinem Trainer Pal Dardai mehrfach den Rücken gestärkt, denn „Leistung und die Art und Weise“ seien „insgesamt in Ordnung“. „Ich habe viele gute Ansätze gesehen“, sagte Bobic. Und auch wenn Dardai trotz der fünften Saisonniederlage zu Protokoll gab, man müsse rein gar nichts verändern, werden die Berliner die Pause nutzen, um die Situation zu bewerten und vielleicht doch an ein paar Stellschrauben zu drehen.

Das hat auch der FC Bayern vor, für den die erste Saisonniederlage vielleicht zu gar keinem so schlechten Zeitpunkt kam. Trainer Julian Nagelsmann hat nämlich auch schon in den Spielen davor Dinge gesehen, die besser gemacht werden können. Mit einer Niederlage statt dem zehnten Pflichtspiel-Sieg in Serie im Rücken  lässt es sich vielleicht etwas einfacher kritisieren. Ob die Analyse dafür sorgt, dass die Bayern, die gegen Frankfurt beileibe nicht hätten verlieren müssen, dann sogar noch stärker sind? Das Spitzenspiel in Leverkusen wird es zeigen.

  • Polizeikosten

In Bremen muss die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei sogenannten Hochrisikospielen bereits eine Gebühr für die zusätzlich entstandenen Polizeikosten zahlen. Dieses Schicksal könnte bald auch andere Bundesländer betreffen, zumindest halten es die Präsidenten der Rechnungshöfe der Länder für richtig, wie sie auf ihrer Herbstkonferenz beschlossen. Die DFL hat sich bislang nicht dazu geäußert, sehr wohl aber der Freistaat Bayern: „Für Bayern kommen Kostenbescheide an die Vereine beziehungsweise an die Deutsche Fußball Liga wegen Polizeikosten bei Fußballspielen nicht in Frage“, teilte das Bayerische Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration am Mittwoch mit. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sehen das ähnlich. Das letzte Wort ist hier aber wohl noch nicht gesprochen.

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