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Transferspekulationen: Bundesliga: Der Basar ist eröffnet

Transferspekulationen : Bundesliga: Der Basar ist eröffnet

Im Mittelpunkt der Spekulationen steht wieder einmal der FC Bayern. Die Münchner weisen allerdings ein Interesse an dem italienischen Spielmacher Pirlo zurück. Als mögliche Verpflichtungen des Rekordmeisters sind der Italiener Marchisio und der Spanier Martinez im Gespräch.

Um Spekulationen gleich den Boden zu entziehen, hat sich der FC Bayern zu einer äußerst ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen. Mit dem Hinweis "Richtigstellung" wies der deutsche Fußball-Rekordmeister auf seiner Internetseite Meldungen zurück, nach denen er eine Offerte für Mittelfeldstar Andrea Pirlo abgegeben habe. "In verschiedenen italienischen Medien wurde am Montag behauptet, der FC Bayern habe für den italienischen Spieler Andrea Pirlo (Juventus Turin) ein Angebot abgegeben", erklärten die Münchner. "Diese Berichterstattung wurde in der Folge auch von deutschen Medien übernommen. Dazu Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge: ,Der FC Bayern hat weder Juventus Turin ein Angebot unterbreitet, noch hat der FC Bayern Kontakt mit dem Spieler oder dessen Berater gehabt.'"

Die Münchner, so wurde gemutmaßt, sollen bereit sein, zehn Millionen Euro für Pirlo zu zahlen. Der 33-Jährige wurde 2006 mit Italien Weltmeister und vor wenigen Tagen Zweiter der Europameisterschaft. Beim 2:1-Sieg in der Vorschlussrunde gegen die deutsche Mannschaft zählte er zu den überragenden Spielern der Squadra Azzurra. Im Elfmeterschießen des Viertelfinales gegen England traf der elegante Techniker mit einem frechen Lupfer — eine der spektakulärsten Aktionen des gesamten Turniers. Laut "Bild" soll auch der Name von Claudio Marchisio, Kollege Pirlos bei Juventus, auf dem Zettel des deutschen Vizemeisters stehen.

Kandidaten Fakt ist, dass die Bayern-Spione ein Auge auf Javier Martinez (23) geworfen haben. Der spanische Welt- und Europameister, Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler, hat bei Athletic Bilbao einen Vertrag bis 2016. "Die Verantwortlichen beim FC Bayern schätzen ihn als sehr gut ein", sagte Matthias Sammer bei seiner Vorstellung als Sportvorstand des 22-maligen Meisters. Doch für den 1,90-Meter-Mann steht eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro im Raum. Zu einer Investition dieser Größenordnung werden selbst die wirtschaftlich starken Bayern nicht bereit sein. Der Marktwert des Spielers wird auf "nur" 25 Millionen Euro geschätzt.

Luuk de Jong machte als Stürmer des FC Twente Enschede den Schalkern im Achtelfinale der Europa League das Leben schwer, bis sich die Gelsenkirchener vor eigenem Publikum noch mit 4:1 behaupteten. Beim Hinspiel hatte der 21-Jährige einen umstrittenen Foulelfmeter zum 1:0-Sieg des Ehrendivisionärs verwandelt. Nun hofft Borussia Mönchengladbach auf die Torjägerqualitäten des niederländischen Nationalspielers als Nachfolger von Marco Reus, der mit Beginn der neuen Saison zu Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund gewechselt ist. Enschede fordert für de Jong 20 Millionen Euro. Borussia soll 14 Millionen geboten haben.

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Verpflichtungen Geschätzt rund 5,5 bis 6 Millionen Euro zahlt Werder Bremen für Eljero Elia (25), sobald dessen Vertrag mit Juventus Turin aufgelöst ist. Laut "Bild" fordert der Spieler, der seit gestern Mittag bereits im Trainingslager Werders auf Norderney ist, Geld von den Italienern, da er in Bremen weniger verdiene. Er konnte beim Hamburger SV (2009 bis 2011) und in Turin hohe Erwartungen nicht erfüllen. Dennoch ist Werder bereit, dem dribbelgewandten Flügelstürmer, der nicht dem EM-Kader der Niederlande angehörte, einen Vierjahresvertrag anzubieten. Elia ist hochbegabt, hat jedoch den Ruf, ein Exzentriker zu sein. Auch Elia und Bremens österreichischer Profi Marko Arnautovic stürmten früher für Twente Enschede. Mit Elia, Arnautovic und Nils Petersen (zuletzt Bayern München) erwarten Werders Verantwortliche so viel Offensivkraft, dass das Team sich nach zwei Jahren wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert.

Ligarivale FC Augsburg erhofft sich von Andreas Ottl eine Verstärkung für das Mittelfeld. Der 27-Jährige spielte für den FC Bayern, den 1. FC Nürnberg und Hertha BSC in der Bundesliga. Mit den Berlinern stieg er nun ab. Er kommt ablösefrei und erhält einen Zweijahresvertrag.

Problemfälle 13 Millionen Euro hat Schalke 04 für José Manuel Jurado an Atletico Madrid gezahlt. Damit war der Spanier nach Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (14 Millionen) teuerster Spieler der Vereinsgeschichte. Das Internetportal transfermarkt.de schätzt den aktuellen Marktwert des Mittelfeldakteurs nur noch auf sechs Millionen Euro. Dessen Verpflichtung vor knapp zwei Jahren entpuppte sich als Flop. Ein Transfer des 26-Jährigen würde die finanzielle Situation des Reviervereins, der den 29-köpfigen Kader noch verkleinern will, weiter verbessern. Doch Jurados Rückkehr zu Atletico soll geplatzt sein. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies schließt nach den Verpflichtungen der Mittelfeldspieler Roman Neustädter (Borussia Mönchengladbach) und Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen) eine weitere Aktivität auf dem Transfermarkt in diesem Sommer aus. Auch der niederländische Mittelfeldstar Rafael van der Vaart (Tottenham Hotspur, früher Hamburger SV) sei keine Option mehr. Van der Vaart wird inzwischen wieder mit dem HSV in Verbindung gebracht.

Seit sechs Jahren spielt Paolo Guerrero für den Hamburger SV. Der Torjäger aus Peru leistete sich derbe Ausraster, als er einen Fan mit einer Trinkflasche aus Plastik bewarf und Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich brutal foulte. Der 28-jährige Offensivspieler gehört jedoch zu den Besten im Team. Allerdings ist er mit rund vier Millionen Euro im Jahr auch einer der Topverdiener beim HSV. So könnte unter finanziellen Gesichtspunkten ein Verkauf lukrativ sein. Womöglich geht Guerrero nach Russland. Rubin Kasan ist an ihm interessiert.

(RP/can/csi)