Bundesliga: Borussia Dortmund macht Berater reich

Kolumne Gegenpressing : BVB macht die Berater reich

Die Kosten für Berater-Honorare im deutschen Profi-Fußball sind signifikant angestiegen. Das meiste Geld machte zuletzt Borussia Dortmund locker. Der BVB zahlte allein 40,9 Millionen Euro.

Der Beruf des Spielerberaters ist ein einträgliches Geschäft. Vor allem, wenn es den Agenten gelingt, einen ihrer Klienten vor Ablauf eines Vertrages zum nächsten Verein zu transferieren, klingeln die Kassen. Zwischen sieben und zehn Prozent der Ablösesummen wandern in die großen Taschen der Berater. Deshalb besteht häufig ihr wesentlicher Ratschlag an den Spieler darin: „Sieh zu, dass du bald den Klub wechselst.“ Unterstrichen wird das mit kleinen Kampagnen in der Öffentlichkeit, die wiederum die Agenten inszenieren, und in denen sie herzzerreißende Klage darüber führen, wie wenig doch das außergewöhnliche Talent ihres Klienten im Verein A zum Tragen komme, wie wenig Anerkennung er erfahre, und wie anständig und würdevoll der Verein B um ihn werbe.

Die Spieler ihrerseits flankieren die öffentlichen Maßnahmen ihrer Berater mit einer Arbeitseinstellung, die von Dienst nach Vorschrift bis zur Verweigerung desselben reicht. Davon kann beispielsweise Borussia Dortmund ein garstiges Lied singen. Die Kollegen Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé wirkten auf diese Art an ihren Wechseln mit.

Der BVB musste sich mit ordentlichen Ablösesummen trösten. Vor der Saison 2018/19 hat er seinerseits tüchtig Geld in Verstärkungen gesteckt. Das freute am Ende das Publikum, weil die Mannschaft so stark wurde, dass sie den Bayern einen Wettlauf um die Meisterschaft liefern konnte. Aber es freute auch die Berater. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) war so gut, zu verraten, was die Klubs im Spieljahr 2017/18 den Agenten in die Taschen steckten. Dortmund liegt an der Spitze der Gebervereine. 40,9 Millionen Euro verdienten Spielerberater am BVB. Da kommen nicht einmal die Bayern mit, die gerade die Hälfte zahlen mussten. In diesem Jahr werden sich die Verhältnisse wahrscheinlich wieder umkehren, wenn Uli Hoeneß das Festgeldkonto der Münchner plündert.

Hans-Joachim Watzke (links) und Michael Zorc. Foto: REUTERS/LEON KUEGELER

Für das Geschäft gilt unabhängig vom größten Spender der abgewandelte Gary-Lineker-Satz: „Bundesliga ist eine Meisterschaft mit 18 Vereinen, am Ende gewinnen immer die Spielerberater.“

Mehr von RP ONLINE