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Bundesliga: Bei Modeste-Abschied gewinnt Köln gegen Schalke

Mehrere strittige Szenen : Schalke verliert nach VAR-Ärger in Köln

Im ersten Spiel ohne den vor dem Wechsel nach Dortmund stehenden Anthony Modeste gewinnt der 1. FC Köln seinen Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 mit 3:1 (0:0). Die Gäste hadern mit dem Schiedsrichter und dem Videobeweis.

Beim großen Jubel nach dem Abpfiff dachte im Kölner Stadion kaum noch jemand an Anthony Modeste. Der Franzose hatte die Fans des 1. FC Köln mit seinem bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund den ganzen Tag in Atem gehalten, doch das 3:1 (0:0) zum Auftakt in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Schalke 04 rückten die Wut und den Ärger am Abend erst einmal in den Hintergrund. Mit dem Sieg verdarben die Rheinländer den Gästen die Rückkehr in die Beletage nach dem direkten Wiederaufstieg.

Die Schalker hatte nach der Partie mehr Aufreger-Themen als die Kölner. Sie haderten mit dem Videobeweis, der zur Aberkennung des Treffers von Rodrigo Zalazar (10. Minute), der Roten Karte für den Ex-Kölner Dominick Drexler (35.) und dem 2:0 durch Florian Kainz (62.) führte. Doch alle Entscheidungen waren hart, aber regelgerecht.

Es seien enge Entscheidungen gewesen, die aber keine Fehlentscheidungen waren, sagte Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder beim Streamingdienst Dazn und kritisierte die VAR-Eingriffe. „Das wühlt mich auf. Wir sind benachteiligt worden“, meinte er. „Wir brauchen einen Videoassistant, keinen Oberschiedsrichter.“

Schröder bekam von Kölns Trainer Steffen Baumgart Unterstützung: „Wir hätten uns definitiv auch aufgeregt.“ Zur Roten Karte meinte er: „Die kannste weglassen.“

Luca Kilian hatte Köln diskussionslos in Führung gebracht (49.). „In erster Linie es pure Freude. Vor allem ein Tor gegen die Schalker tut einem gebürtigen Dortmunder gut. Da freut man sich“, sagte der Torschütze. „Noch nie hat etwas besser geschmeckt.“

Marius Bülters (76.) zwischenzeitlicher Anschlusstreffer für Schalke war zu wenig. Dejan Ljubicic (80.) sorgte mit seinem Tor für die Entscheidung. Der Ball sprang nach seinem Schuss vom Pfosten an Schalkes Torwart Alexander Schwolow und von dort ins Tor.

Knapp eine halbe Stunde vor dem Anpfiff lief über die Stadion-Boxen der Bap-Song „Nix wie bessher“, in dessen Textverlauf „Schalke en Packung vom FC kräät“. Doch da war die kölsche Euphorie der Vorbereitung, die durch das Pokal-Aus in Regensburg schon Schaden genommen hatte, erst mal komplett dahin. Denn am Morgen war durchgesickert, dass Modestes Wechsel zum BVB quasi fix ist. Um 16.30 Uhr bestätigten die Kölner eine „grundsätzliche mündliche Einigung“ mit dem BVB gibt. Modeste habe spielen wollen, durfte aber nicht.

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„Da gibt eine klare Kante“, sagte Baumgart im Streamingdienst DAZN. „So gut war meine Laune nicht“, sagte er. „Jeder kann sich vorstellen, dass das für uns vom Zeitpunkt her auch grenzwertig ist.“

In den sozialen Medien gab es viel Kritik und Wut unter den Kölner Fans. Wie vor fünf Jahren, als er den FC in den Europacup geschossen hatte, verläuft auch der zweite Abschied Modestes aus Köln mit Missstimmung. Wobei es im Stadion eher Missachtung war: Es gab kein vernehmenswertes Plakat und auch keinen Gesang in Richtung des 34 Jahre alten Franzosen, der in der Vorsaison 20 Bundesliga-Tore erzielt hatte. Auch Modeste hielt sich in den sozialen Medien zurück.

Die mit sieben Neuzugängen angetretenen Schalke waren gegen die Kölner zunächst das tonangebende Team und schienen auch schnell in Führung zu gehen. Doch weil Maya Yoshida in Abseitsstellung Torhüter Marvin Schwäbe die Sicht verdeckte, erkannte Schiedsrichter Robert Schröder den vermeintlich ersten Bundesliga-Treffer von Zalazar ab. Ebenfalls nach Ansicht der Bilder sah Drexler Rot, als er FC-Kapitän Jonas Hector auf die Wade trat; Hector tröstete seinen früheren Mitspieler.

Köln bekam nach einer Viertelstunde Oberwasser, die größten Chancen hatte zunächst ausgerechnet Florian Dietz (21./25). Der 24-Jährige war für Modeste ins Team gerückt und so zu seinem Bundesliga-Debüt gekommen. Nach dem Wechsel wurden die Kölner drückend überlegen und nutzten ihre zahlenmäßige Überlegenheit aus.

(stja/dpa)