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Bundesliga: Bayern München müht sich zu Rekordsieg gegen VfB - Wildes 3:3 in Berlin

3:3 zwischen Union und Frankfurt : Bayern mühen sich zu Rekordsieg gegen VfB

Titelverteidiger Bayern München hat seine Tabellenführung in der Bundesliga gefestet. Union brachte gegen Eintracht Frankfurt eine 2:0-Führung nicht über die Zeit.

Bayern München hat vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag gegen RB Leipzig wieder in die Spur gefunden - zumindest ergebnismäßig. Der deutsche Fußball-Rekordmeister gewann beim frechen Aufsteiger VfB Stuttgart 3:1 (2:1), offenbarte beim mühevollen und glanzlosen Sieg defensiv aber erneut einige Mängel.

Tanguy Coulibaly brachte das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo, der am Samstag seinen 43. Geburtstag feierte, in der 20. Minute überraschend in Führung. Kingsley Coman (20.), Torjäger Robert Lewandowski (45.+1) und Douglas Costa (88.) drehten das Spiel für die Münchner, die zuletzt gegen Werder Bremen nicht über ein 1:1 hinausgekommen waren, noch vor der Pause.

Der VfB blieb auch im fünften Heimspiel dieser Saison sieglos. Die Münchner verteidigten dagegen beim bereits 65. (!) Liga-Erfolg gegen die Schwaben (nur gegen den HSV gab es genauso viele Siege) ihre Tabellenführung.

Bayern-Coach Hansi Flick bot seine derzeit vermeintlich stärkste Elf auf. Auch die zuletzt angeschlagenen Weltmeister Corentin Tolisso und Lucas Hernandez waren wieder dabei. Flick nahm keine Rücksicht auf das Champions-League-Auswärtsspiel am Dienstag bei Atletico Madrid, zumal den Münchnern der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen ist.

Die Bayern starteten vielversprechend. Ein Kopfball von Lewandowski nach Flanke von Kingsley Coman landete in der dritten Minute am Pfosten. Die Gäste hatten in der Folge wenig überraschend mehr Ballbesitz, der VfB versteckte sich aber keineswegs.

Immer wieder versuchten die Schwaben, die auf Nicolas Gonzalez (Innenbandanriss im Knie) und kurzfristig auf Daniel Didavi (muskuläre Probleme) verzichten mussten, mit schnellen Kontern - wie auch bei der Führung. Silas Wamangituka überlief Hernandez und passte scharf nach innen. Manuel Neuer kam zu spät, Coulibaly musste nur noch einschieben.

Für die Bayern war es bereits das 13. Gegentor am neunten Spieltag. Zuletzt war die Defensive des Rekordmeisters zu diesem Zeitpunkt unter Jürgen Klinsmann 2008 so anfällig gewesen (15 Gegentore).

Die Bayern erhöhten nach dem Rückstand den Druck, hatten aber ganz viel Glück, dass Philipp Förster zwei Großchancen leichtfertig ausließ (35., 36.). Dies sollte sich wie so oft rächen. Im Gegenzug schlug Coman nach Pass von Thomas Müller eiskalt zu.

Das vermeintliche 2:1 für den VfB wenige Sekunden später wurde wegen eines Fouls an Neuer nach Videobeweis zurückgenommen. Noch vor der Pause parierte Stuttgarts Keeper Georg Kobel glänzend gegen Serge Gnabry, gegen Lewandowskis humorlosen Schuss aus 16 Metern war er jedoch machtlos.

Nach der Pause änderte sich am Spiel zunächst wenig. Die Bayern, bei denen der junge Tanguy Nianzou sein Ligadebüt feierte, taten sich schwer. Für den VfB verpasste Orel Mangala (73.) gegen nach wie vor wackelige Bayern den Ausgleich. Auch in anderen Szenen hatten die Münchner Glück.

Union verspielt frühe Führung gegen Frankfurt - Traumtor von Kruse

Überraschungsteam Union Berlin hat sechs Tage vor dem großen Hauptstadt-Derby den nächsten Bundesliga-Erfolg etwas unnötig verspielt. Trotz früher 2:0-Führung kamen die Köpenicker gegen die Remis-Könige von Eintracht Frankfurt nur zu einem 3:3 (2:2) und verpassten so den vierten Sieg nacheinander. Ex-Nationalspieler Max Kruse (82.) sicherte mit einem Traumtor einen Punkt.

Die Berliner bleiben auch in der achten Partie in Folge ungeschlagen. Nach schnellen Toren von Robert Andrich (2.) und Kruse (6., Foulelfmeter) brachte Portugals Nationalspieler Andre Silva (27./37.) die Frankfurter per Doppelpack wieder ins Spiel. Bas Dost (79.) traf zum zwischenzeitlichen 3:2 für die Gäste.

Aufgrund des Spielverlaufes ein ärgerliches Ergebnis für Union, das am kommenden Freitag (20.30 Uhr/DAZN) bei Hertha BSC um die inoffizielle Stadtmeisterschaft spielt. Für die Eintracht war es schon das sechste Unentschieden in dieser Saison und das vierte in Serie.

Da vor der Partie Union dank des tollen Saisonstarts auf Europa-League-Rang sechs gestanden hatte, waren in der Hauptstadt bereits erste Rufe nach dem Europapokal laut geworden, die Union-Trainer Urs Fischer aber nicht hören wollte. "Es ist doof! Doof und dumm, über Europa nachzudenken!", hatte er unter der Woche geschimpft.

Im Stadion An der Alten Försterei setzte Union die Gäste zu Beginn mit aggressivem Pressing unter Druck, was sich früh auszahlte. Eine vermeintlich harmlose Hereingabe von Marcus Ingvartsen rutschte Eintracht-Torwart Kevin Trapp aus den Händen, ehe Andrich den Abpraller über die Linie drückte. Nur Minuten danach kam Unions Stoßstürmer Taiwo Awoniyi im Zweikampf mit Martin Hinteregger im Strafraum zu Fall - Kruse verwandelte der fälligen Elfmeter sicher.

Frankfurt kam zunächst kaum durch die Defensivreihen der Gastgeber und leistete sich weiter Nachlässigkeiten im Rückwärtsgang. Lediglich Trapp, der gegen Awoniyi (11.) stark parierte und dann eine Doppelchance von Kruse und Awoniyi (15.) in höchster Not entschärfte, hielt die Hessen in dieser Phase im Spiel.

Da die Berliner ihre Möglichkeiten aber nicht nutzten, gab sich Frankfurt nicht auf und wurde wesentlich besser. Der agile Silva schob erst einen langen Querpass Daichi Kamadas zum Anschluss ein, bevor er nach Freistoß von Filip Kostic den Ausgleich köpfte.

Nach der Pause waren die Unioner, die sich davor vom Aufschwung der Frankfurter etwas beeindruckt gezeigt hatten, wieder zwingender in ihren Aktionen und hatten mehr Drang nach vorne. Aber die Eintracht blieb gefährlich. Nur mit Mühe lenkte Unions Keeper Andreas Luthe einen Kopfball von Bas Dost (52.) über die Latte, 16 Minuten danach zielte Silva nur zwei Meter links am Gehäuse vorbei. Abgefunden hatte sich keine der Mannschaften mit nur einem Punkt, beide suchten in der Schlussphase die Lücke für den finalen Angriff.

Leipzig behält zu Hause weiße Weste: Sieg gegen Bielefeld

RB Leipzig hat in der Fußball-Bundesliga zu Hause seine weiße Weste behalten und liegt im Spitzenkampf weiter gut im Rennen. Die Elf von Trainer Julian Nagelsmann setzte sich gegen Arminia Bielefeld ohne Glanz, aber am Ende verdient mit 2:1 (1:0) durch und feierte im fünften Heimspiel den fünften Sieg.

Der Spanier Angelino mit seinem vierten Saisontor (29.) und Christopher Nkunku (47.) erzielten die Tore für RB. Fabian Klos (75.) verkürzte mit seinem ersten Saisontor zum 1:2. Leipzigs Stürmer Alexander Sörloth (73.) vergab einen Foulelfmeter.

Bei Aufsteiger Bielefeld werden die Sorgen immer größer. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus zeigte durchaus eine ansprechende Leistung, kassierte aber die siebte Niederlage in Folge und rutschte in der Tabelle tiefer in den Abstiegsstrudel.

Nagelsmann rotierte kräftig durch, der Coach änderte die Startelf im Vergleich zum 0:1 bei Paris St. Germain gleich auf sechs Positionen. So kam der erst 18 Jahre Lazar Samardzic im Mittelfeld zum Einsatz. Der Ex-Herthaner fügte sich gut ein und bereitete das 1:0 sehenswert vor, im Zweikampf war der U20-Nationalspieler aber einige Male nicht abgezockt genug.

Bielefeld zeigte sich nach dem 1:2 bei Bayer Leverkusen ohne eigenen Torschuss deutlich verbessert, war viel aktiver und bereitete RB mit seiner Kompaktheit einige Probleme. In der Offensive fehlte den Ostwestfalen jedoch etwas die Durchschlagskraft. Der Japaner Ritsu Doan, großer Unruheherd, vergab zwei gute Torchancen (8./45.).

Mehr und mehr fand die neue Leipziger Formation aber zusammen und wurde vor allem über die linke Seite mit Angelino immer gefährlicher. Samardzic setzte den kleinen Spanier nach einer halben Stunde mit einem gefühlvollen Pass in die Tiefe in Szene, und der Flügelspieler vollstreckte abgeklärt zum 1:0.

Nach dem Wechsel brachte sich Bielefeld selbst weiter ins Hintertreffen. Beim Versuch, trotz den hohen Pressings der Leipziger hinten heraus mit spielerischen Mitteln zu agieren, war ein Rückpass von Amos Pieper auf Keeper Stefan Ortega zu ungenau. Der aufmerksame Dani Olmo sprintete dazwischen und legte für den eingewechselten Nkunku auf, und der Franzose erhöhte mit einem satten Schuss auf 2:0.

Mit zunehmender Spielzeit wechselte Nagelsmann kräftig durch und brachte Leistungsträger wie Marcel Sabitzer und Emil Forsberg. Für die endgültige Entscheidung hätte allerdings Stürmer Sörloth sorgen müssen. Der Norweger wurde im Strafstoß von Pieper von den Beinen geholt und trat selbst zum fälligen Elfmeter an. Allerdings war Keeper Ortega zur Stelle.

Fast im Gegenzug war dann Bielefeld nochmal am Zug und machte es wieder spannend. Klos verkürzte mit seinem ersten Bundesliga-Tor auf 1:2, Bielefeld hoffte nun wieder.

Freiburg verpasst Befreiungsschlag in Augsburg

Der kriselnde SC Freiburg hat seine Sieglos-Serie in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und muss sich immer mehr mit dem Abstiegskampf beschäftigen. Trotz einer beherzten Leistung kam die Mannschaft von Trainer Christian Streich am neunten Spieltag beim FC Augsburg nicht über 1:1 (0:0) hinaus.

Vincenzo Grifo hatte die Freiburger mit seinem dritten Saisontor verdient in Führung gebracht (64.), doch Ruben Vargas gelang nach einem abgefälschten Schuss (80.) in der Schlussphase noch der Ausgleich. Die Breisgauer warten nach dem achten Spiel in Folge ohne Sieg weiter auf den erhofften Befreiungsschlag.

Mit nur sieben Punkten steckt die Streich-Elf weiter im Tabellenkeller fest. Die Augsburger und Trainer Heiko Herrlich bleiben mit zwölf Zählern im gesicherten Mittelfeld.

Im Vorfeld forderte Streich ein "anderes Gesicht" von seiner Mannschaft, in den drei Partien zuvor hatte sie zehn Gegentore kassiert. Im Vergleich zum schwachen 1:3 gegen den bis dahin sieglosen FSV Mainz 05 rotierte der SC-Trainer kräftig durch, veränderte seine Startelf auf vier Positionen. Herrlich musste nur den am Sprunggelenk verletzten Alfred Finnbogason durch Andre Hahn ersetzen.

In Augsburg setzten die Freiburger in der Anfangsphase die Vorgaben ihres Trainers konsequent um. Robuste Zweikämpfe und defensive Stabilität auf beiden Seiten prägten die erste Halbzeit. Keine Mannschaft ging zunächst das letzte Risiko ein, in der Nähe des Strafraums fehlte meist die zündende Idee oder die Genauigkeit bei den Pässen.

Die Freiburger verzeichneten ein leichtes Übergewicht, Strafraumszenen blieben aber Mangelware. Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die bis dahin harmlosen Augsburger deutlich mutiger. Ein Kopfball von Hahn, der wie Rani Khedira sein 100. Bundesligaspiel für den FCA absolvierte, ging aus knapper Abseitsposition haarscharf vorbei.

Auf der Gegenseite verstolperte Startelf-Debütant Ermedin Demirovic eine aussichtsreiche Konterchance für die Freiburger. Kurz darauf belohnten sich die Gäste mit der Führung. Nicolas Höfler in seinem 200. Pflichtspiel für den SC bediente Grifo nach einem starken Solo mit einer perfekten Flanke, dieser ließ aus kurzer Distanz Rafal Gikiewicz im Tor der Augsburger keine Chance.

Der eingewechselte Michael Gregoritsch hatte mit einem abgefälschten Volleyschuss nach einem Eckball (75.) den Ausgleich für die Gastgeber auf dem Fuß. Dieser gelang kurz darauf Vargas, der mit einem abgefälschten Schuss durch Jonathan Schmid traf.

(eh/sid/dpa)