Bundesliga 19/20: Bayer 04 Leverkusen besiegt Union Berlin 2:0

2:0-Heimsieg : Bayer befreit sich gegen Union aus Mini-Krise

Leverkusen hat wenig Mühe mit Union Berlin und fährt den dritten Sieg in der Liga ein. Tore von Kevin Vollland und Lucas Alario entscheiden die Partie frühzeitig. Berlins Sebastian Polter sieht in der zweiten Halbzeit nur vier Minuten nach seiner Einwechslung die Rote Karte.

0:0, 0:4, 1:2 – die jüngsten Ergebnisse der Werkself deuteten auf eine Mini-Krise nach dem eigentlich gelungenen Saisonstart mit zwei Siegen in Folge hin. Der ungefährdete 2:0 (2:0)-Sieg gegen Union Berlin hat die Mannschaft von Trainer Peter Bosz nach den zuletzt aufkommenden Turbulenzen indes wieder stabilisiert. Die Grundlage dafür war eine deutlich konzentriertere Leistung als bei der Auftaktniederlage in der Champions League am Mittwoch.

Bosz verzichtete im Vergleich zur 1:2-Schmach in der Champions League gegen Lokomotive Moskau auf Jonathan Tah und Karim Bellarabi. Dafür rückten Aleksandar Dragovic und Nadiem Amiri in die Startelf. Lucas Alario ersetzte zudem den verletzten Leon Bailey (Muskelfaserriss) und der von seinen Rückenproblemen genesene Kerem Demirbay saß zumindest vorerst auf der Ersatzbank.

Die ersten Minuten der Partie verliefen erwartungsgemäß. Leverkusen hatte gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, Berlin stand mit allen Spielern in der eigenen Hälfte. Das sah dann in etwa so aus: 20 bis 30 Ballstationen dies- und jenseits des Mittelkreises, irgendwann dann der Versuch eines Vorstoßes, ein robuster Zweikampf und gegebenenfalls der Pfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann. Union bot kaum Räume, Bayer fehlten zunächst zündende Ideen, um die kompakte Defensive der Gäste zu überrumpeln.

Trotzdem gelang Alario quasi aus dem Nichts das 1:0 – dachten jedenfalls die etwas ehr als 27.000 Zuschauer in der BayArena. Doch der Video-Assistent schaltete sich postwendend ein und annullierte das Tor, weil Kevin Volland in der Nähe der Schussbahn im passiven Abseits gestanden hatte. Es war eine Millimeterentscheidung. Wohl auch mit ein bisschen Wut im Bauch nutzte Volland dann aber die nächste sich bietende Gelegenheit zum verdienten 1:0. Sein erster Versuch nach feinem Pass von Amiri wurde noch geblockt, doch der 27-Jährige setzte nach und beförderte anschließend den Ball mit links präzise ins untere rechte Eck (20.).

Das Team aus der Hauptstadt wirkte kurzfristig konsterniert und musste bereits fünf Minuten später den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Diesmal war es Lucas Alario, der nach starker Balleroberung und Vorarbeit von Wendell trocken aus knapp 25 Metern abzog und Gästekeeper Rafal Gikiewcz keine Abwehrchance ließ (25.). Der guten Stimmung der Union-Fans tat das keinen Abbruch. Jeder Minute in der Bundesliga genießend, feuerten sie lautstark ihr Team an und entschieden zumindest den Dezibelwettkampf der Anhängerschaften zeitweise für sich. Auf dem Rasen beruhigte sich hingegen das Geschehen. Die Mannschaft von Urs Fischer enttäuschte auf ganzer Linie und ging ohne einen einzigen Torschuss in die Halbzeit.

Die zweiten 45 Minuten begannen gemächlich. Bayer begnügte sich mit Ball- sowie Spielkontrolle und Union würde im Personalersprech wohl mit der wenig schmeichelhaften Zuschreibung „stets bemüht“ beurteilt. Wie der Aufsteiger vor ein paar Wochen Borussia Dortmund schlagen konnte war eine Frage, über die man an dem spätsommerlichen Nachmittag unwillkürlich nachdenken musste. Spätestens nach der Roten Karte gegen Sebastian Polter, der nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung Julian Baumgartlinger an der Grenze zur Körperverletzung von hinten aufs Sprunggelenk trat, war die Partie gegessen. Hartmann zeigte zunächst die Gelbe Karte, schaute sich die Szene nach einem Hinweis aus dem Kölner Video-Keller noch einmal am Monitor an und korrigierte seine Entscheidung völlig zurecht auf Platzverweis (66.).

Die Gastgeber waren nun komplett überlegen, machten aber zu wenig aus ihren Gelegenheiten, die sich in Überzahl mit zunehmender Spieldauer naturgemäß häuften. So blieb es bei einem hochverdienten Sieg, der mit etwas mehr Konsequenz auch zwei, drei Tore höher hätte ausfallen können – wenn nicht sogar müssen. Nächste Station der wieder ins Rollen gekommenen Werkself ist am kommenden Samstag Augsburg (15.30 Uhr).

Statistik:

Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Sven Bender, Wendell - Lars Bender (67. Weiser), Baumgartlinger (70. Demirbay), Aranguiz, Volland - Havertz, Amiri (83. Paulinho) - Alario. - Trainer: Bosz

Union: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Lenz (49. Reichel) - Gentner, Andrich - Becker (46. Gogia), Bülter - Ingvartsen (61. Polter), Andersson. - Trainer: Fischer

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 1:0 Kevin Volland (20.), 2:0 Lucas Alario (25.)

Zuschauer: 27.430

Beste Spieler: Amiri, Alario - Trimmel

Rote Karte: Polter wegen groben Foulspiels (66., nach Videobeweis))

Gelbe Karten: - Schlotterbeck

Torschüsse: 21:4

Ecken: 8:1

Ballbesitz: 64:36%

Zweikämpfe: 79:93

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