Bundesliga 18/9: Klubs müssen bei Identifizierung von Straftätern weniger zahlen

DFB legt neuen Strafenkatalog fest: Klubs müssen bei Identifizierung von Straftätern weniger zahlen

Vereine müssen zahlen, wenn sich die Fans danebenbenehmen. Laut einem Bericht der „Sport Bild“ hat der DFB nun einen Strafenkatalog für die Profi-Ligen festgelegt. Demnach werden Klubs für die Identifizierung der Täter belohnt.

Beim Abbrennen von Pyrotechnik werden dem Bericht zufolge 1000 Euro Geldstrafe (2. Liga: 600 Euro, 3. Liga: 350 Euro) für den Verein fällig, für das Werfen der gefährlichen Fackeln 3000 Euro (1500/750). Die Geldbußen für die Bundesliga liegen teilweise sogar über den Uefa-Sätzen. Der DFB bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Sport Bild“.

Größere Schmähplakate, wie es sie zum Beispiel in den Stadien öfter gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp gibt, werden mit 8000 Euro (4000/2000) geahndet. Für einen Flitzer auf dem Platz müssen die Bundesligisten künftig 3000 Euro (2000/1000) zahlen, etwas teurer wird es, wenn ein Spieler aus dem Publikum mit einem Laserpointer geblendet wird (4000 Euro).

An diesen Summen soll sich von der neuen Saison an der DFB-Kontrollausschuss bei seinen Anträgen orientieren. Die Strafen des Sportgerichts werden nachträglich reduziert, wenn die Vereine die entsprechenden Randalierer identifizieren. Hierfür muss „mindestens ein Täter (minus 25 Prozent), die Hälfte der Täter (minus 50 Prozent) oder mehr als die Hälfte bis zu allen Tätern identifiziert werden (minus 75 Prozent)“, heißt es in dem Bericht.

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Damit sollen die Vereine nicht nur motiviert werden, die Chaoten ausfindig zu machen. Sie sollen auch die Möglichkeit erhalten, die Täter zu Kasse zu bitten. Grundlage hierfür ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Der hatte 2016 entschieden, dass Vereine sich künftig Geldstrafen von jenen Fans zurückholen, die im Zusammenhang mit Straftaten identifiziert werden. Wichtig: Ist der Täter bereit, sich ehrenamtlich im Sport oder in Sozialprojekten zu engagieren, soll die Strafe nochmals um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

Die Strafen können allerdings auch erhöht werden, wenn es zu einer Spielunterbrechung kommt: Bis zu einer Minute um 20 Prozent, ab einer Minute um 50 Prozent - und länger als fünf Minuten sogar um 100 Prozent.

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(old)