Bundesliga 18/19: Hannover 96 zum sechsten Mal abgestiegen

Trotz 3:0 gegen Freiburg : Hannover zum sechsten Mal abgestiegen

Hannover 96 ist zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll besiegte den SC Freiburg im letzten Heimspiel der Saison zwar mit 3:0, die erhoffte Schützenhilfe des VfL Wolfsburg in Stuttgart blieb allerdings aus.

Und so war der hochverdiente Dreier durch Treffer von Waldemar Anton (39.), Ihlas Bebou (51.) und Walace (81.) nicht mehr als ein versöhnlicher Abschied vom eigenen Publikum. Selbst bei einem Sieg am kommenden Wochenende bei Fortuna Düsseldorf steht fest: Hannover muss nach 1974, 1976, 1986, 1989 und 2016 erneut den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist für die Niedersachsen am letzten Spieltag nicht mehr aufzuholen.

Verdient ist der Abstieg trotz der wohl besten Leistung in der Rückrunde allemal: Seit dem 15. Spieltag, es war nicht einmal Weihnachten, steht 96 ohne Unterbrechung auf einem der beiden direkten Abstiegsplätze. In den 18 Spielen seitdem gelangen lediglich elf Zähler.

Im Unterhaus steht dem Klub ein Neuanfang bevor, die Baustellen sind groß. Die Zukunft von Trainer Doll steht in den Sternen, das künftige Gesicht des Kaders ist völlig unklar und auch ein neuer Sportchef ist noch nicht in Sicht.

Von all dem unbeeindruckt zeigte sich Doll vor der Partie. "Wir sollten an unsere Chance glauben", appellierte der 96-Coach an seine Profis: "Es gibt die Möglichkeit, das Unmögliche möglich zu machen." Sein Glaube an den Klassenerhalt, versicherte der 96-Coach jedenfalls, sei "sehr groß".

Dieser Glaube war auch den Spielern deutlich anzumerken. Ihre Pflicht wollten die Hausherren auf jeden Fall erfüllen. In puncto Tempo, Wille und Laufbereitschaft war Hannover den Gästen im ersten Abschnitt deutlich überlegen, die Halbzeitführung hochverdient.

Nach einer halben Stunde tauchte Ihlas Bebou nach punktgenauer Vorarbeit von Hendrik Weydandt plötzlich völlig frei vor dem Gäste-Tor auf, doch er schoss aus elf Metern unbedrängt drüber. 90 Sekunden später revanchierte sich Bebou und bediente seinen Sturmpartner - doch Freiburgs Keeper Alexander Schwolow parierte dessen Abschluss aus kurzer Distanz per Fußabwehr.

Wenig später durften die 38.100 Zuschauer in der HDI-Arena dann das längst überfällige 1:0 bejubeln. Nach einer langen Freistoßflanke von Edgar Prib lauerte Anton am zweiten Pfosten und köpfte gegen die Laufrichtung von Schwolow zur Führung ein. Wenig später verpassten es Prib mit einem Freistoß (42.) und Linton Maina per Schlenzer (44.), noch vor der Pause zu erhöhen.

Das holte Bebou kurz nach dem Seitenwechsel nach. Nach feiner Vorarbeit von Maina hatte der Togolese keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie zu drücken. Ein Aufbäumen der Freiburger, die seit Anfang März auf einen Sieg warten, blieb aus.

Statistik:

Hannover: Esser - Sorg, Anton, Ostrzolek - Schwegler (54. Walace) - Haraguchi, Prib (86. Füllkrug), Bakalorz, Maina - Bebou (79. Albornoz), Weydandt. - Trainer: Doll

Freiburg: Schwolow - Stenzel (46. Sallai), Schlotterbeck, Heintz, Günter - Koch, Höfler - Frantz, Grifo - Niederlechner (46. Waldschmidt), Petersen (76. Höler). - Trainer: Streich

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 1:0 Anton (39.), 2:0 Bebou (51.), 3:0 Walace (81.)

Zuschauer: 38.100

Beste Spieler: Prib, Bebou - Schwolow

Gelbe Karten: - Heintz (4), Sallai (3)

Torschüsse: 18:5

Ecken: 5:3

Ballbesitz: 56:44 %

Hannover-Trainer Thomas Doll. Foto: dpa/Matthias Balk

Zweikämpfe: 95:81

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