Bundesliga 18/19: Ein Kopfball, ein Tor - Adam Zrelak

Was man über den 9.Spieltag wissen muss : Erster Ballkontakt, erstes Tor - Adam Zrelak

Der neunte Spieltag der Bundesliga ist vorbei, die Gespräche darüber noch nicht. Das waren die Szenen des Spieltags, die uns weiter beschäftigen werden

Was war der größte Aufreger? Welches Team sorgte für eine Überraschung? Wir blicken auf den 9. Spieltag zurück.

  • Überraschung des Spieltags

Bayer 04 Leverkusen ist an diesem Montag nicht auf der Suche nach einem neuen Trainer. Vielmehr dürften Fans und Mannschaft noch im Rausch einer großen Fußballnacht sein. Nach den schlechten Leistungen seines Teams in den vergangenen Wochen - mutlosen, ratlosen, ideenlosen Auftritten, galt die Partie bei Werder Bremen als Endspiel für Trainer Heiko Herrlich. Und so wurde das Spiel dann auch vom Bremer Stadionsprecher anmoderiert: „Heiko Herrlich braucht hier heute einen Sieg, sonst ist er wohl weg vom Fenster.“ Das hat die Bayer-Elf wohl zusätzlich angestachelt. Denn die Mannschaft trat bei Werdee so leidenschaftlich und zielstrebig auf wie lange nicht mehr. Kevin Volland eröffnete das Torspektakel bereits in der 8. Minute. Am Ende stand ein überragender 6:2-Sieg. Totgesagte leben eben länger.

  • Pechvogel des Spieltags

Den Abend in Freiburg hatte sich Gladbachs Torhüter Yann Sommer sicher anders vorgestellt. Das Spiel war gerade erst angepfiffen, da stand Freiburgs Gian-Luca Waldschmidt bereits im Strafraum der Borussen. Sommer musste eingreifen, brachte den Freiburger zu Fall: Elfmeter. Weil Nils Petersen nicht lange fackelte, stand es nach nicht mal einer Minute 1:0 für den SC Freiburg. Am Ende unterlag Borussia mit 1:3.

  • Der Schnellstarter

Eingewechselt, Kopfball, Tor. Das perfekte Bundesliga-Debüt für Adam Zrelak. Der Nürnberger brauchte gerade einmal zwei Minuten für seinen ersten Treffer in der 1. Liga. Und der gelang auch noch mit dem ersten Ballkontakt – rekordverdächtig. Aus knapp vier Metern Entfernung köpfte Zrelak nach einer Flanke von Virgil Misidjan präzise ein. Dass es dennoch nur zu einem Unentschieden gegen Frankfurt reichte, dürfte den Schnellstarter trotzdem ärgern.

  • Der Aufreger

Der Schlagabtausch auf dem Platz wurde beim Spiel der Borussia aus Dortmund gegen Hertha BSC zur Nebensache. Dafür sorgte der Schlagabtausch zwischen Dortmunder Polizei und Fans im Gästeblock für Aufregung. Verletzte Fans, verletzte Polizisten. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Videos zeigen, wie Hertha-Fans Pyrotechnik zünden und eine Fahne zum Jubiläum der Ultragruppe „Hauptstadtmafia“ zeigen. Die Choreografie war genehmigt. Pyrotechnik ist verboten. Als die Polizisten die Fahne an sich nehmen wollen, eskaliert die Situation. Einige schlagen mit Fahnenstöcken auf Polizisten ein. Auch in der Halbzeit randalieren Berliner Fans in den Sanitäranlagen des Westfalenstadions und greifen Polizisten an. Die Bilanz: Mindestens 45 verletzte Fans und fünf verletzte Polizisten. Im Internet diskutieren Fans beider Teams seitdem über den Polizeieinsatz und die Krawalle.

  • Alte Haudegen

Ohne sie wären die Spieltage nur halb so interessant und amüsant: die Urgesteine der Bundesliga wie Rudi Völler und Friedhelm Funkel. An diesem Wochenende haben sie wieder einmal bewiesen, warum: Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel war so gar nicht einverstanden mit der Schiedsrichter-Ansetzung in der Partie seiner Fortuna gegen den VfL Wolfsburg. „Wir sind das Projekt für Schiri-Anfänger“, schimpfte er. Bereits zum wiederholten Mal pfiff ein junger, unerfahrener Schiedsrichter ein Fortuna-Spiel. Dem DFB gab Funkel mit auf den Weg, dass die Schiedsrichter erst mal ein paar Jahre in der 2. Liga pfeifen sollten: „Sie müssen 30, 40, 50 Partien in der zweiten Liga pfeifen, mit Derbys und allem Drum und Dran, um dann in der Bundesliga zu bestehen. Die Einzige, die zehn Jahre in der zweiten Liga pfeifen musste, war Bibiana Steinhaus. Sie war eigentlich schon viel eher reif für die erste Liga. Die haben sie aber zehn Jahre in der zweiten Liga pfeifen lassen“, echauffierte sich Funkel.

Und Rudi Völler tobte trotz des 6:2-Spektakels seiner Leverkusener und servierten den Umstehenden einen seiner berüchtigten Wutausbrüche – weil beim Pay-TV-Sender Sky auch nach dem Sieg weiter über die Zukunft von Trainer Heiko Herrlich diskutiert wurde. „Das war eine Sauerei. Unglaublich“, schimpfte der Sportdirektor von Bayer 04 im Kabinengang. „Die haben dich vorgeführt“, sagte er zu Herrlich, der dem Sender zuvor ein Interview gegeben hatte. „Ich finde es unsäglich, dass ein Mann, der gerade 6:2 mit einer überragenden taktischen Leistung gewonnen hat, so vorgeführt wird“, schimpfte Völler weiter.

(rent)