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Bundesliga 18/19: Christian Streich wird zum Souvenirjäger

Der 10. Spieltag im Check : Christian Streich wird zum Souvenirjäger

Der 10. Spieltag der Bundesliga ist vorbei, die Gespräche darüber sind es noch nicht. Das waren die Szenen und Geschichten des Spieltags, die uns weiter beschäftigen werden.

Was war der größte Aufreger? Welcher Pfiff erhitzte die Gemüter? Welches Team sorgte für eine Überraschung? Wir blicken auf den 10. Spieltag zurück.

  • Überraschung des Spieltags

Als der SC Freiburg zuletzt einen Punkt beim FC Bayern holte, trat Jürgen Klinsmann bei seiner Auswechslung aus Frust in eine Werbetonne. Am Samstag, mehr als 21 Jahre später, war es nun wieder soweit. Eine Tonne trat nach dem 1:1 niemand beim FC Bayern kaputt, selbst auf den Tisch haute keiner. Vielmehr nahm man das Unentschieden emotionslos hin. Beim Sportclub freute man sich dagegen über den erst dritten Punkt überhaupt, den man in München holen konnte. Freiburgs Trainer Christian Streich hatte sogar gleich doppelten Grund zur Freude. Neben dem überraschenden Zähler ergatterte Freiburgs Trainer auch noch ein besonderes Souvenir: das Trikot von Bayern-Torhüter Manuel Neuer. Dass er als Coach den Keeper der gegnerischen Mannschaft um das Trikot bittet, war dem 53-Jähirgen „fast ein bisschen peinlich“. Doch was tut man nicht alles für seinen „Bub“?

  • Tor des Spieltags

Genau 1084 Minuten brauchte Mark Uth für seinen ersten Bundesliga-Treffer im Schalke-Trikot. Doch auch in seinem 10. Liga-Spiel für die Königsblauen war zunächst Geduld gefragt. In der 85. Minute endete dann aber die schier endlose Torflaute des Stürmers: Mit links schob der Angreifer den Ball zum 3:1-Endstand gegen Hannover ins Netz. Anschließend verbeugte er sich vor der Nordkurve. Aus gutem Grund: „Die Fans waren sehr geduldig mit mir und dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Uth nach seinem lang ersehnten ersten Pflichtspieltreffer im Schalker Dress.

  • Pfiff des Tages

Handelfmeter ja oder nein? Fortunas Abwehrspieler Kaan Ayhan bekam im Niederrhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach (0:3) aus kürzester Distanz einen Schuss gegen den Ellbogen, Schiedsrichter Felix Brych zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Zum Entsetzen von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. „Für mich war es einfach kein Elfmeter. Ich weiß nicht, wo die Spieler die Hände hinstecken sollen. Es ist wohl so, dass bei uns immer gepfiffen wird und beim Gegner nicht. Dafür habe ich kein Verständnis", schimpfte Funkel nach dem Abpfiff bei Sky. Besonders bitter: Zum dritten Mal in Folge sorgte ein Handelfmeter-Pfiff des Unparteiischen für den 0:1-Rückstand der Düsseldorfer.

  • Die größte Enttäuschung

Wenn der Erfolg im Fußball ausbleibt, ist der Schuldige meist schnell gefunden: der Trainer. Zu dieser Schlussfolgerung kam man nach schwachem Saisonstart auch beim VfB Stuttgart. Nach dem 7. Spieltag entließ man Tayfun Korkut. Für ihn übernahm Markus Weinzierl. Gebessert hat sich unter dem neuen Trainer allerdings nichts. Im Gegenteil. 0:4, 0:4, 0:3 - lautet die Schreckensbilanz. VfB-Kapitän Christian Gentner fasste die Situation nach dem vorläufigen Tiefpunkt gegen Eintracht Frankfurt treffend zusammen: „Wir stecken in der Scheiße drin.“ Dem ist erstmal nichts hinzuzufügen.

  • Der größte Aufreger

Für den größten Aufreger des 10. Spieltags sorgte eine Spielerfrau. Die späte Einwechselung ihres Mannes Thomas beim 1:1 der Bayern gegen Freiburg missfiel Lisa Müller so sehr, dass sie das Handy zückte und eine Insta-Story verbreitete. Sie postete ein Foto, das Bayern-Trainer Niko Kovac am Spielfeldrand mit ihrem Mann zeigt, bevor dieser in der 71. Spielminute eingewechselt wurde. Dazu schrieb sie: „Mehr als 70 Min bis der mal nen Geistesblitz hat.“ Ein Kommentar, den sie nur wenige Minuten wieder löschte. Dennoch schlug der kleine Seitenhieb in Richtung Kovac hohe Wellen. Auch wenn die Meinung von Frau Müller sicherlich nicht ausschlaggebend für die berufliche Zukunft des Bayern-Trainers ist, zeigt es doch, dass beim Rekordmeister so einiges im Argen liegt.

(old)