1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Bundesliga: 1. FC Köln weiter sieglos, Luft für Hoffenheims Hoeneß wird dünner

0:0 gegen Hertha : Köln jetzt seit 14 Heimspielen sieglos - Luft für Hoffenheims Hoeneß wird dünner

Der 1. FC Köln hat auch im 14. Heimspiel in Folge nicht gewonnen. Für Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß wird die Luft dünner und Werder Bremen beendete seine Durststrecke.

Der 1. FC Köln hat seine düstere Serie fortgesetzt und wartet nun bereits seit 14 Heimspielen in der Fußball-Bundesliga auf einen Sieg. Das abstiegsbedrohte Team von Trainer Markus Gisdol kam gegen Hertha BSC nur zu einem trostlosen 0:0 und bleibt mit zwölf Punkten auf dem Relegationsrang. Zuletzt hat der FC am 29. Februar 2020 im heimischen Stadion gewonnen, seit 484 Minuten hat der FC außerdem nicht mehr getroffen.

Immerhin holte Köln nach dem 0:5 in der Vorwoche beim SC Freiburg einen Zähler, spielerisch waren aber kaum Fortschritte zu erkennen. Auch für die Hertha war das Unentschieden zu wenig - Berlin ist mit jetzt 17 Punkten weiter im grauen Mittelfeld der Tabelle und verpasste es, eine Antwort auf das jüngste 0:1 in Bielefeld zu geben.

Nach dem Debakel von Freiburg nahm FC-Trainer Markus Gisdol fünf Änderungen in seiner Startelf vor. Unter anderem der zuletzt oft glücklose Angreifer Anthony Modeste fand sich auf der Bank wieder - Gisdol setzte dafür auf eine offensive Dreierreihe mit Marius Wolf, Ondrej Duda und Dominick Drexler.

Das Trio trat aber zunächst kaum in Erscheinung, weil der FC defensiv gefordert war. Die Gäste bestimmten die Anfangsphase, hatten deutlich mehr Ballbesitz - und schnell erste Chancen: Krysztof Piatek (13.) tauchte plötzlich frei im Kölner Strafraum aus, scheiterte aber an Timo Horn. Kurz darauf flog ein Schuss von Peter Pekarik (14.) knapp übers Tor.

Köln fand nur selten den Weg nach vorne und versuchte es dann erstaunlicherweise meist mit Flanken - dort fehlte allerdings ein Zentrumsstürmer wie Modeste. Hertha war in einer wenig ansehnlichen Begegnung noch die bessere Mannschaft, spielte aber zu vorhersehbar und behäbig, um für mehr Torgefahr zu sorgen.

Dies lag auch daran, dass die FC-Defensive Hertha-Stürmer Jhon Cordoba bei dessen Rückkehr nach Köln gut im Griff hatte und oft schon bei der Ballannahme störte. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff vergab Jonas Hector (45.+1) eine Möglichkeit zum 1:0 für den FC.

Auch nach der Pause blieb das Spiel auf schwachem Niveau. Beiden Teams war die Verunsicherung der vergangenen Woche anzumerken, sie neutralisierten sich - bis Kölns Wolf (60.) aus dem Nichts die größte Chance zur Führung hatte.

Hertha-Trainer Bruno Labbadia reagierte und brachte Matheus Cunha, der dem Spiel endlich die nötige Kreativität bringen sollte. Doch auch mit dem Brasilianer auf dem Feld blieb es hektisch und zerfahren. Herthas Matteo Guendouzi (83.) hatte mit einem Pfostenschuss Pech.

Luft für TSG-Trainer Hoeneß wird dünner

Für Trainer Sebastian Hoeneß wird die Luft bei der TSG Hoffenheim immer dünner. Die Kraichgauer kamen am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 0:0 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld hinaus. Damit stehen für die TSG nur vier Zähler aus den vergangenen sechs Punktspielen zu Buche. Dazu kommt das Aus im DFB-Pokal.

Angesichts von lediglich 16 Zählern auf dem Konto werden die Fragezeichen hinter der Zukunft des angezählten Trainerneulings Hoeneß beim ambitionierten Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp immer größer - trotz der jüngsten Treuebekundungen der Verantwortlichen.

"Ich fühle mich nicht ungerecht behandelt. Wenn man in der Bundesliga arbeitet, muss man damit rechnen", hatte Hoeneß vor der Begegnung die wachsende Kritik an seiner Person kommentiert: "Die Mannschaft lebt. Sie will sich gegen die Situation auflehnen. Ich habe deshalb Hoffnung, dass wir uns kurz- bis mittelfristig stabilisieren."

Beim Geisterspiel in Sinsheim agierten die nach wie vor stark ersatzgeschwächten Gastgeber, die auf neun Profis verzichten mussten, in der Anfangsphase ungewohnt zurückhaltend. Dennoch sorgte Munas Dabbur per Kopf für ein wenig Gefahr (7.).

Die Bielefelder, bei denen Noel Niemann, Manuel Prietl und Andreas Voglsammer fehlten, waren bei den Spielanteilen mindestens auf Augenhöhe - Torchancen konnten sich die Ostwestfalen in der ersten Viertelstunde aber nicht erarbeiten.

In der 19. Minute hatte der Israeli Dabbur nach Vorarbeit von Mijat Gacinovic die TSG-Führung auf dem Fuß, Bielefelds Torwart Stefan Ortega parierte aber stark. Nach dieser Szene erhöhten die Hoffenheimer, die am Dienstag bei Hertha BSC antreten müssen, die Schlagzahl.

Die Gäste hatten in der Defensive alle Hände voll zu tun, verteidigten aber geschickt. Den Hoffenheimern fehlte die nötige Kreativität, um die Bielefelder vor ernsthafte Probleme zu stellen. Auch Standardsituationen wurden leichtfertig vergeben.

Auf der Gegenseite konnte der Japaner Ritsu Doan einen Freistoß aus aussichtsreicher Position nicht zu einem Treffer nutzen (38.). Das torlose Remis zur Pause hatten sich die Bielefelder, die am Mittwoch auf den VfB Stuttgart treffen, absolut verdient.

In der Pause musste Hoeneß den nächsten Stammspieler ersetzen. Abwehrchef Kevin Vogt blieb mit einer Handverletzung in der Kabine und wurde durch Havard Nordtveit ersetzt. Dennoch starteten die Hoffenheimer gut in den zweiten Durchgang, Diadie Samassekou vergab eine gute Gelegenheit (52.). Vier Minuten später sorgte Andrej Kramaric für Gefahr.

Nach einer Stunde hatte Bielefeld das Spiel wieder weitgehend im Griff, Hoffenheim fiel in der Offensive nicht viel ein. Schon eine Viertelstunde vor Schluss sah es schwer nach einer torlosen Begegnung aus, ehe TSG-Keeper Oliver Baumann in der Schlussphase auch Bielefelds beste Chance durch Ritsu Doan (89.) zunichte machte.

Werder beendet Durststrecke im Weserstadion

Werder Bremen hat nach monatelanger Durststrecke im Weserstadion die Kurve bekommen und ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze aufgebaut. Dem Team von Trainer Florian Kohfeldt gelang mit einem 2:0 (0:0)-Sieg gegen den FC Augsburg am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein echter Mutmacher nach zuvor drei Heimniederlagen in Serie. Der FCA ließ die Chance auf den dritten Auswärtssieg nacheinander aus.

Theodor Gebre Selassie sorgte mit seinem späten Treffer (84.) für große Erleichterung bei den Bremern, die sich auch gegen die Augsburger von Trainer Heiko Herrlich schwer taten. Zudem traf Felix Agu (87.). Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war der Sieg nicht unverdient, Werder rückt bis auf einen Punkt an den FCA (20) heran.

Beide Mannschaften lieferten sich eine zähe Anfangsphase ohne Höhepunkte. Die Bremer überließen zunächst den Gästen viel Ballbesitz und zogen sich weit zurück. Auch die Angreifer Davie Selke und Joshua Sargent griffen erst in der eigenen Spielhälfte an, um Augsburg keine Räume fürs Tempospiel anzubieten. Herrlichs Team hatte zunächst Probleme, zu Abschlüssen zu kommen, bis Werders Marco Friedl sich einen katastrophalen Querpass vor dem eigenen Tor leistete und FCA-Stürmer Andre Hahn letztlich ohne Konsequenzen einlud (18.).

Ansonsten stand die Bremer Defensive im ersten Durchgang ganz ordentlich, doch was Kohfeldts Mannschaft lange in der ersten Hälfte offensiv anbot, war schwer enttäuschend. Ein letztlich ungefährlicher Kopfball von Theodor Gebre Selassie (32.) war der erste echte Abschluss, Rafal Gikiewicz im Augsburger Tor schnappte sich den Ball ohne Probleme. Doch auch die Intensität der Gäste-Aktionen ließ nach, das Spiel war bis zur Pause schwach.

Es sei das klare Ziel, die Heimbilanz zu verbessern, hatte Kohfeldt vor der Partie gesagt - also musste im zweiten Durchgang deutlich mehr kommen. Tatsächlich begannen die Grün-Weißen energischer, Jean-Manuel Mbom verpasste bei einem Vorstoß aber zunächst den richtigen Moment für den Torschuss (48.). Auch Augsburg meldete sich direkt mit einem Kopfball von Hahn bei Werder-Keeper Jiri Pavlenka an (50.), doch die Hausherren waren nun aktiver.

Die Bremer liefen die Augsburger Defensive früher an und erarbeiteten sich Freistöße auf den Halbpositionen, die zunächst nichts einbrachten. Bevor Sargent bei der bis dato besten Chance der Bremer per Flachschuss am Bein von Gikiewicz scheiterte (64.), besaß der FCA durch den aufgerückten Verteidiger Reece Oxford eine gute Kopfballchance (63.).

Die Rollen hatten sich mit Anbruch der Schlussphase nun umgekehrt, Werder wollte mehr als den Punkt, Augsburg konzentrierte sich aufs Verteidigen.

2:2 in Wolfsburg: Leipzig verpasst Sprung an die Tabellenspitze

RB Leipzig hat in der Fußball-Bundesliga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst und damit seinem Coach Julian Nagelsmann dessen kleines Jubiläum verdorben. Beim 50. Spiel des Trainers auf der Bank der Sachsen kam der Tabellenzweite beim VfL Wolfsburg über ein 2:2 (1:2) nicht hinaus. Die Wölfe wahrten ihren Heimnimbus und sind in der Volkswagen-Arena weiterhin ungeschlagen.

Die Treffer für die Niedersachsen, die ihren sechsten Heimsieg in Serie feierten, erzielten Jubilar Wout Weghorst, der sein 100. Pflichtspiel für die Norddeutschen bestritt in der 22. Minute per Kopfball sowie Renato Steffen mit einen abgefälschten Schuss (35.). Leipzigs frühe Führung gelang Nordi Mukiele (5.). Orban traf zum 2:2 (54.)

Das schnelle 1:0 schien den Gästen Selbstvertrauen zu geben, doch nach dem Ausgleich des Niederländers Weghort mit dessen elftem Saisontor begann die Partie zu kippen.

Die sonst so sichere Hintermannschaft des Champions-League-Teilnehmers wackelte mehrfach. Und auch in der RB-Offensive passierte nahezu nichts. Nagelsmann war sichtlich ungehalten und stürmte beim Halbzeitpfiff binnen weniger Sekunden in die Kabine.

Und der 33-Jährige reagierte und ersetzte zum Wiederbeginn den wirkungslosen Emil Forsberg durch Christopher Nkunku. Was zu Beginn der zweiten Halbzeit zumindest zur Folge hatte, dass sein Team die Partie etwas beser in den Griff bekam, der VfL hatte nun weniger leichtes Spiel.

Doch der Ausgleich nach 54 Minuten brachte die Truppe von Trainer Oliver Glasner nur kurzfristig aus dem Konzept. Und da auch die Bullen wuchtiger als in den ersten 45 Minuten dagegenhielten, entwickelte sich ein sehenswerter offener Schlagabtausch.

Und auch die Zahl der Torchancen stieg rasanr an. So traf Wolfsburgs Innenverteidiger John Anthony Brooks mit einem Kopfball nur den Pfosten (62.), fünf Minuten später rettete VfL-Kapitän Josuha Guilavogui ebenfalls per Kopf für seinen bereits geschlagenen Torhüter Koen Casteels.