1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Bundesliga: 1. FC Köln holt wichtige Punkte beim FSV Mainz - Arminia Bielefeld verliert

Big Points im Abstiegskampf : Köln gewinnt in Mainz - Arminia verliert beim SC Freiburg

Der 1. FC Köln hat im Kellerduell der Karnevalsvereine Big Points für den Abstiegskampf eingefahren. Aufsteiger Arminia Bielefeld verlor erneut beim SC Freiburg. RB Leipzig schob sich vorerst an die Tabellenspitze.

Das Team von Trainer Markus Gisdol siegte am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) und feierte einen Befreiungsschlag gegen einen direkten Konkurrenten.

Mit nun zehn Punkten auf dem Konto liegt der FC schon fünf Zähler vor den Mainzern. Beendet Schalke 04 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Augsburg seine Sieglosserie von mittlerweile 26 Spielen, fallen die 05er auf den letzten Platz zurück.

In einem über weite Strecken unspektakulären Spiel ließ Elvis Rexhbecaj (55.) die Kölner jubeln, die erstmals seit März drei Bundesligaspiele hintereinander ohne Niederlage überstanden. Zudem zog der FC einen Schlussstrich unter seinen Vereinsrekord von zuvor 21 Spielen in Folge mit Gegentreffer. In der Schlussphase musste Köln nach der Gelb-Roten Karte für Ondrej Duda wegen wiederholten Foulspiels (76.) mit zehn Mann auskommen.

Angesichts der prekären Tabellensituation waren beide Teams unter Zugzwang - auch wenn Gisdol den Druck "mehr bei Mainz als bei uns" sah. Schließlich hatten die Kölner immerhin den Rückenwind von vier Punkten aus den zwei vergangenen Spielen. Beide Mannschaften begannen aber sehr hektisch, es mangelte an Präzision und Ruhe am Ball.

So dauerte es bis zur 16. Minute bis zum ersten Torabschluss, der Fernschuss von Salih Özcan stellte Mainz-Keeper Robin Zentner aber nicht vor größere Probleme. Ansonsten stand Köln in einem kampfbetonten Spiel meist tief und ließ die Gastgeber kommen - dass das Mainzer Highlight nach 25 Minuten ein meterweit über das Tor gedroschener Distanzschuss von Karim Onisiwo war, sagte alles über die Partie.

Gegen Ende der ersten Hälfte wagten sich die Kölner zumindest etwas mehr aus der Deckung. Richtig gefährlich wurde es erst in der 41. Minute, als der Mainzer Topstürmer Jean-Philippe Mateta den Ball aus spitzem Winkel über das Tor spitzelte. Auf der Gegenseite zielte Ismail Jakobs (43.) aus aussichtsreicher Position direkt auf Zentner.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst auf einem äußerst dürftigen Niveau und hatte alles, was Abstiegskampf ausmacht: Viele Fouls, viele Fehlpässe, wenig Torschüsse. Die Mainzer hatten eigentlich mehr vom Spiel, der Gegentreffer von Rexhbecaj wirkte dann wie ein Schock. Duda aus der Distanz und erneut Rexhbecaj per Kopf (beide 57.) verpassten direkt im Anschluss das 2:0 nur knapp.

Auf einmal war deutlich mehr Intensität und Tempo im Spiel, Köln blieb aber das gefährlichere Team. Die Riesenchance zur Vorentscheidung vergab der eingewechselte Anthony Modeste (74.) aus spitzem Winkel aufs leere Tor. In Überzahl drängte Mainz auf den Ausgleich, die Kölner Defensive hielt dem Druck aber stand.

Souveräner Sieg gegen Bremen: Leipzig baut Heim-Serie aus

RB Leipzig hat seine beeindruckende Heim-Serie ausgebaut und die Sieglos-Krise von Werder Bremen verschärft. Die Sachsen setzten sich am Samstag in der Fußball-Bundesliga 2:0 (2:0) gegen Werder Bremen durch. Während Leipzig wettbewerbsübergreifend der neunte Heim-Erfolg nacheinander gelang, ist Bremen nun seit acht Spielen ohne Sieg. Zumindest vorübergehend übernahm RB die Tabellenführung, konnte von dem bei Union Berlin spielenden Bayern München am Samstagabend aber noch überholt werden.

Kapitän Marcel Sabitzer (26. Minute) brachte RB per Foulelfmeter in Führung. Es war bereits der sechste Strafstoß, den die Leipziger in dieser Saison zugesprochen bekamen und der fünfte daraus resultierende Treffer. Dani Olmo (41.) erhöhte nach einer technisch sehenswerten Aktion. Für Bremen war es im fünften Spiel in Leipzig die fünfte Niederlage.

Bei RB war der Fokus vor dem Spiel zumindest in der Chefetage offenbar nicht vollends auf Werder gerichtet. Vorstandsboss Oliver Mintzlaff dachte schon weiter und landete beim Pokalspiel am 22. Dezember in Augsburg. Das möchte RB gern wie zuvor bereits München und Bayer Leverkusen auf den Januar verlegen. Mit den Augsburgern seien die Sachsen bereits im Gespräch, sagte Mintzlaff. „Bisher gibt es keine Einigung. Wir haben das beim DFB hinterlegt und wären bereit, ähnlich wie Leverkusen, Klage einzureichen.“

Aufgrund der zuletzt hohen Belastung rotierte Coach Julian Nagelsmann erneut und verzichtete erstmals in dieser Saison auf Angeliño. Für den Spanier rückte der wieder genesene Nationalspieler Marcel Halstenberg auf die linke Seite der Viererkette. Die RB-Abwehr hatte jedoch einen genügsamen Nachmittag, Bremen schoss in der ersten Halbzeit nicht einmal auf das Tor.

Dafür langte Werder in der Abwehr zu. Bei einem Kopfballduell traf Ludwig Augustinsson RB-Stürmer Yussuf Poulsen mit dem Ellenbogen am Hals. Schiedsrichter Sören Storks gab ohne zu zögern Elfmeter. Den verwandelte Sabitzer sicher, obwohl Werder-Torwart Jiri Pavlenka in die richtige Ecke sprang. Poulsen (36.) hatte die große Möglichkeit zu erhöhen, doch sein Heber über den herausgeeilten Pavlenka landete neben dem Tor.

Bremens Trainer Florian Kohfeldt hatte da schon reagiert und Routinier Christian Groß als zusätzlichen Verteidiger in die Viererkette zurückgezogen. Olmo zeigte dem 31-Jährigen dann kurz vor der Pause, wie große Fußballkunst geht. Der spanische Nationalspieler legte den Ball rechts an Groß vorbei, überholte ihn links - und machte das 2:0. Für Olmo war es das erste Liga-Tor der Saison.

Werder war zwar engagiert, jedoch spielerisch enorm limitiert. Stattdessen drängte Leipzig auf das dritte Tor. Doch sowohl Amadou Haidara (62.) und Justin Kluivert (66.) scheiterten frei vor Pavlenka, Poulsen (69.) traf nur den Pfosten. RB kontrollierte das Spiel in jeder Phase und brachte das Ergebnis routiniert über die Zeit.

2:0 gegen Bielefeld - Freiburg beendet seine Sieglos-Serie

Nach neun sieglosen Partien in Serie ist dem SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga ein Befreiungsschlag gelungen. Dank eines von Vincenzo Grifo verwandelten Foulelfmeters in der 79. Minute und eines Joker-Tors von Wooyeong Jeong (90.+2) gewannen die Breisgauer am Samstag mit 2:0 (0:0) gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld und feierten dadurch im sechsten Anlauf ihren ersten Heimsieg in dieser Saison. Grifo traf im dritten Spiel nacheinander für den Sport-Club, der sich etwas Luft im Tabellenkeller verschaffte. Bielefeld bleibt auf dem Relegationsplatz.

In einer insgesamt recht zähen Partie waren die Freiburger das klar bessere Team, kamen im strömenden Regen zunächst aber nur selten zwingend zum Abschluss. Wenn die Gastgeber gefährlich wurden, war meist ihr Rekordtorschütze Petersen, der anstelle von Neuzugang Ermedin Demirovic in der Startelf stand, beteiligt. In der 18. Minute wurde ein Kopfball-Tor des 32-Jährigen aberkannt, weil Flankengeber Christian Günter zuvor im Abseits gestanden hatte. Sechs Minuten vor der Pause parierte Bielefelds Schlussmann Stefan Ortega gegen Grifo - und Petersen knallte den Nachschuss aus kurzer Distanz an die Latte.

Die Arminia, bei der Mittelfeldmann Reinhold Yabo krankheitsbedingt kurzfristig ausfiel, konzentrierte sich vor allem auf die Defensivarbeit. Bezeichnenderweise hatte ihr Keeper Ortega in der ersten Halbzeit die zweitmeisten Ballkontakte. Ein abgefälschter Schuss von Sven Schipplock (22.) von der Strafraumgrenze blieb die einzig nennenswerte Chance der Gäste vor der Pause.

Auch in der zweiten Hälfte dominierte der Sport-Club. Grifo scheiterte einmal von rechts (53.) und einmal von links (59.) am starken Ortega, dann wurde Petersen beim Nachschuss noch entscheidend gestört. Von den Bielefeldern kam offensiv nach wie vor wenig. Joakim Nilsson per Kopf (67.) und Anderson Lucoqui mit einem Distanzschuss (74.) zielten jeweils zu hoch.

Etwas mehr als zehn Minuten vor dem Ende belohnten sich die Freiburger dann doch noch für ihren Aufwand. Nach einem Foul von Bielefelds Mike van der Hoorn an Roland Sallai traf Grifo per Elfmeter ins linke untere Eck. In der Nachspielzeit veredelte der eingewechselte Jeong mit einem schönen Heber dann den ersten Sieg der Badener seit fast drei Monaten.

(eh/sid)