Borussia verliert nach Werner-Doppelpack

0:2-Niederlage gegen RB Leipzig: Borussia verliert nach Werner-Doppelpack

Borussia Mönchengladbach hat die dritte Niederlage in der Bundesliga hinnehmen müssen. Gegen RB Leipzig verlor die Fohlenelf mit 0:2 (0:2).

Noch nie hat Borussia Mönchengladbach in Leipzig gewonnen – was sich so ewig anhört, ist tatsächlich nur eine Statistik von drei Auswärtsspielen in der Bundesliga bei Rasenballsport: 2:2 und 1:1 endeten die Duelle vor dem am Sonntag, an dessen Ende die Gäste diesmal allerdings nicht mit einem Zähler heimkehrten. 0:2 (0:2) mussten sie sich geschlagen geben. Mit der ersten Niederlage in Leipzig verpassten es die Gladbacher, erstmals seit dem Zeitraum zwischen Januar und Februar 2017 drei Bundesligaspiele in Folge zu gewinnen.

Im Duell des Tabellenzweiten beim Fünften passierte den Borussen das, was ihnen häufiger in dieser Saison passiert: Sie kassierten ein frühes Gegentor. Yussuf Poulsen legte einen hohen Ball mit der Brust auf Timo Werner ab, der Nationalspieler bediente den wiedergenesenen Marcel Sabitzer, der wiederum Nico Elvedi in der Gladbacher Innenverteidigung so geschickt tunnelte, dass Werner rechts im Strafraum freie Schussbahn hatte und Yann Sommer im Borussen-Tor mit einem präzisen Flachschuss gegen die Laufrichtung keine Chance ließ. Es war bereits das fünfte Mal in dieser Spielzeit, dass die Gladbacher in der Anfangsviertelstunde ein Gegentor kassierten.

In der Folge wurde das Fehlen der Stammspieler Matthias Ginter und Jonas Hofmann deutlich, ohne den Nationalverteidiger fehlte den Borussen ein spieleröffnender Verteidiger, ohne den Mittelfeldspieler die rechte Ordnung und das Tempo in der Zentrale. Zwar verbuchte die bis dahin zweitbeste Offensive der Liga auch ein, zwei Chancen, doch die Abschlüsse von Denis Zakaria und Florian Neuhaus waren noch nicht wirklich gefährlich. Stattdessen zeigte Leipzig immer wieder, dass es brandgefährlich umschaltet.

Erst nach etwa 20 Minuten waren die Gäste besser im Spiel, Kapitän Lars Stindl, der von Thorgan Hazard mustergültig bedient worden war, scheiterte aber mit seinem Schuss an RB-Torwart Peter Gulacsi. Zehn Minuten später musste sich der Leipziger Keeper schon mehr anstrengen, um einen Treffer der Gladbacher Sturmspitze zu verhindern, nach perfekter Flanke von Oscar Wendt platzierte Stindl den Kopfball gut ins untere linke Eck, aber Gulacsi tauchte sehenswert ab.

Da lag ein Tor für die Borussen irgendwie in der Luft, doch dafür wurde es hinten plötzlich sehr sorglos. Tobias Strobl verhinderte gegen den zentral im Strafraum einschussbereiten Werner noch einen möglichen Treffer, als er dem Nationalspieler den Ball aus der Luft vom Fuß klaute, doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel der Treffer doch noch: Rechtsverteidiger Michael Lang unterlief ein Ballverlust, Leipzig schaltete schnell um, bediente Werner, der direkt auf Poulsen weiterleitete. Der Däne war früher am Ball als der hineingrätschende Tony Jantschke und hatte so freie Bahn, Yann Sommer kam noch aus seinem Kasten, Poulsen legte den Ball vorbei, Werner sprintete und schob ihn ins leere Tor. Torpfiff, Pausenpfiff, 0:2 aus Borussen-Sicht.

In der zweiten Hälfte beendeten die Gäste-Fans den Protest gegen die Montagsspiele in der Bundesliga, statt dem Grundrauschen per Trillerpfeife gab es nun die Anfeuerungen, die im ersten Durchgang noch gefehlt hatten. Den Leipziger Anhang hatte der Stimmungsboykott in Hälfte eins im Übrigen überhaupt kein Kopfzerbrechen bereitet, sie sangen durchgängig den Klubnamen.

Trotz der nun hörbaren Unterstützung durch die Gästefans fiel den Borussen zunächst nicht viel ein, stattdessen drängte Leipzig auf das dritte Tor: Wendt klärte in höchster Not gegen Sabitzer. In der 60. Minute wechselte Borussias Trainer Dieter Hecking Florian Neuhaus für Ibrahima Traoré aus, der Dribbler sollte etwas mehr Anarchie auf den rechten Flügel bringen. Erst danach verbuchten die Gäste wieder Chancen, Gulacsi parierte einen Weitschuss von Hazard, eine schöne Kombination über Alassane Plea und Denis Zakaria blieb ungekrönt.

In der letzten Viertelstunde versuchte es Hecking mit totaler Offensive, nahm die Außenverteidiger Wendt und Lang vom Feld und brachte dafür Michael Cuisance und Raffael. Bewegen konnten die beiden Offensivkräfte indes nichts mehr, es blieb beim 0:2 und der ersten Niederlage in Leipzig.

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konate, Upamecano, Halstenberg - Demme - Sabitzer, Kampl (83. Ilsanker) - Bruma (69. Laimer) - Poulsen, Timo Werner (90. Cunha). - Trainer: Rangnick

Mönchengladbach: Sommer - Lang (77. Raffael), Elvedi, Jantschke, Wendt (77. Cuisance) - Strobl - Neuhaus (60. Traore), Zakaria - Hazard, Stindl, Plea. - Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Timo Werner (3.), 2:0 Timo Werner (45.+1)

Zuschauer: 41.939 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Demme (3), Upamecano (2) - Stindl, Zakaria (4)

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