Borussia Mönchengladbach verliert beim Stindl-Comeback 0:1 beim BVB

Gladbach bleibt Tabellenführer : Borussia verliert bei Stindl-Comeback 0:1 beim BVB

Ex-Borusse Marco Reus bringt auf Vorlage von Thorgan Hazard Gladbachs erste Auswärtsniederlage unter dem neuen Trainer Marco Rose auf den Weg. Tabellenführer bleiben die Gladbacher dennoch vorerst. Kapitän Lars Stindl kehrte in der Schlussphase zurück.

Als das Bundesliga-Spiel der Borussen bei der Namenscousine aus Dortmund am frühen Samstagabend begann, war klar, dass sie die Tabellenführung an diesem Tag behalten würden, wenn es keine allzu hohe Niederlage geben würde. Denn die Konkurrenz hatte, wie schon Leverkusen (0:3 in Frankfurt) am Vortag, am Samstagnachmittag nicht gewonnen: weder der VfL Wolfburg oder RB Leipzig (spielten 1:1 gegeneinander) noch der FC Bayern (2:2 in Augsburg). So ging Gladbach als Erster ins Topspiel beim BVB. Nach den 90 Minuten stand die erste Auswärtsniederlage unter dem Cheftrainer Marco Rose, doch da es „nur“ ein 0:1 gab, blieb Gladbach oben im Klassement. Am Sonntag indes kann Schalke 04 mit einem Sieg vorbeiziehen.

Personell gab es einige Neuerungen. Kapitän Lars Stindl gehörte wie erwartet erstmals zum Aufgebot von Trainer Marco Rose, auch Jonas Hofmann war erstmals seit seiner Knieverletzung, die er sich im DFB-Pokalspiel beim SV Sandhausen zugezogen hatte, wieder dabei. Für Ersatztorwart Max Grün, der den verletzten Tobias Sippel ersetzte, war es ebenfalls die erste Kader-Zugehörigkeit bei Borussia. Zur Startelf gehörte keiner der drei, gleichwohl rotierte Rose: Für den noch nicht fitten Matthias Ginter spielte Tony Jantschke, Oscar Wendt ersetzte hinten links Ramy Bensebaini und vorn kam Breel Embolo, der Ex-Schalker, zurück ins Team. Er übernahm den Job im Zentrum des Dreierangriffs im erneut formierten 4-3-3-System.

Borussia begann, wie es sich für einen Tabellenführer gehört: selbstbewusst und mutig. Die Fans waren ebenso der Überzeugung, dass gegen den BVB, der die vergangenen acht Spiele gegen die Niederrheiner gewonnen hatte, etwas gehen könnte. 65 Prozent der User tippten bei einer RP-Online-Umfrage vor dem Spiel darauf, dass Gladbach mit 19 Punkten, also dreien mehr als zuvor, die Heimreise antreten würde.

Die Gladbacher attackierten früh, wollten so dem BVB von vornherein den Esprit nehmen. Das gelang. Lucien Favres Team, zu dem die Ex-Gladbacher Marco Reus, Thorgan Hazard und Nico Schulz gehörten, tat sich schwer, Druck zu entwickeln und zeigte sich beeindruckt. Nach einer Bénes-Ecke hatte Jantschke die Kopfball-Gelegenheit, traf den Ball aber nahe des BVB-Tores nicht richtig. Dortmund versuchte im Umschaltspiel seine Geschwindigkeit gewinnbringend zu nutzen, darüber gab es dann auch Gelegenheiten. In der 12. Minute spielte Reus elegant Julian Brandt frei, doch Yann Sommer reagierte schnell und richtig. Vorher hatte Mats Hummels mit einem Kopfballaufsetzer knapp das Ziel verfehlt.

Bei den Gladbachern war Bénes einer der Besten. Er war aktiv, mutig und produktiv: Erst eröffnete seine Freistoß-Flanke nach der Kopfballverlängerung von Jantschke Stefan Lainer die Chance zum 1:0, doch der Rechtsverteidiger scheiterte an Roman Bürki. Der Schweizer war dann auch gegen Embolo Sieger im Eins-gegen-Eins, als dieser von Bénes geschickt worden war.

Dann lag der Ball zum ersten Mal im Tor. Hazard hatte geschossen und Sommer den abgefälschten Ball unglücklich ins Netz flutschen lassen. Doch als die Gladbacher schon zum Wiederanstoß bereit standen, meldete sich der Video-Schiedsrichter beim Spielleiter Sascha Stegemann und wies auf eine Abseitsposition von Reus in der Szene zuvor hin. Stegeman malte das magische Quadrat in die Luft und erkannte den Treffer ab, der eine Ex-Gladbacher verhinderte damit das Tor des anderen. Es war die Phase, in der der BVB mehr vom Spiel hatte und auf das 1:0 drückte.

Das erzielte nach 57 Minuten Reus. Quasi mit Ansage durchaus, schließlich war es im zwölften Spiel gegen Gladbach sein neunter Treffer. Die Vorlage kam von Hazard, den Brandt eingesetzt hatte. Eine Koproduktion der Ex-Gladbacher brachte dem BVB somit die Führung ein, die aufgrund der Schlussphase der ersten und der Startphase der zweiten Halbzeit verdient war. Borussia bot in der Szene zu viele Räume an, die der BVB kühl nutzte.

Rose reagierte, er brachte Patrick Herrmann und Florian Neuhaus, um dem Spiel nach vorn neue Impulse zu geben. Herrmann hatte seine Joker-Qualitäten schon beim Europa-League-Spiel bei Basaksehir Istanbul nachgewiesen, als der das späte 1:1 nach seiner Einwechslung erzielt hatte. Fast wäre ihm das auch jetzt gelungen, doch Hummels lenkte den Ball gerade noch zur Ecke.

In der 75. Minute lief dann Stindl zur Bank. Am 13. April hatte er sich beim 1:0 in Hannover das Schienbein gebrochen, nun feierte er 189 Tage später sein Comeback. In der Saison zuvor hatte er er beim 3:0 in München beim ersten Einsatz nach langer Verletzung getroffen, dieses Mal gab es diese märchenhafte Geschichte nicht. Es blieb beim 1:0 für den BVB.

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