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Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann ist der Matchwinner gegen den VfL Wolfsburg

Doppelpack gegen Wolfsburg : Hofmann führt Borussia zum Sieg

Jonas Hofmann legte mit seinem Doppelpack vor der Pause die Basis für den Erfolg gegen den VfL Wolfsburg. Damit ist Gladbach vorerst wieder Vierter der Bundesliga-Tabelle und setzt den Konkurrenten Leverkusen unter Druck.

Bevor Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend gegen den VfL Wolfsburg antrat, gab es etwas klarzustellen. Ja, der Klub vom Niederrhein will in die Champions League, und nein, er ist nicht zufrieden mit der bereits sicher erreichten Europa League. Das sagten Sportdirektor Max Eberl und Trainer Marco Rose. Entsprechend eindeutig war der Auftrag an das Team: „Wir wollen gewinnen.“

Die Profis taten wie geheißen: 3:0 endete der Vergleich mit den zuvor extrem auswärtsstarken Wolfsburgern, die fünf der letzten sechs Spiele in der Fremde gewonnen und einmal unentschieden gespielt hatten. In Gladbach waren sie ohne Chance.

Rose hatte seine beiden besten Scorer zu ersetzen, Alassane Plea und Marcus Thuram. Er tat das unter anderem mit einem, der zuletzt am 18. Mai 2019 zur Startelf gehört hatte: Ibrahima Traoré. Der Dribbler hatte zuvor 30 Minuten Einsatzzeit in dieser Saison, bevor diese losging stand sogar sein Abgang im Raum, wie Rose verriet. „Er hat sich den Einsatz durch sein professionelles Verhalten und seine Trainingsleistungen verdient“, erklärte der Trainer.

Verdient war auch der Sieg der Borussen. Und zwar, weil sie etwas einbrachten, das in den letzten beiden Spielen gefehlt hatte: Effektivität. Während der VfL Wolfsburg gerade in der Startphase mehr Spielanteile hatte und die Borussen recht tief warteten, ohne dass es sonderliche Gefahr gab, nutzten die Gladbacher ihre ersten guten Möglichkeiten eiskalt: Erst bediente Breel Embolo Hofmann wie schon am Samstag bei den Bayern, dieses Mal jedoch zählte der Treffer, weil es keine Millimeter-Abseitsentscheidung gab. Nach zehn Minuten stand es 1:0. Und nach 30 2:0, weil Hofmann nach der Kopfballverlängerung von Lars Stindl und der Ablage von Matthias Ginter erneut cool blieb.

Damit verdoppelte Hofmann binnen einer halben Stunde seine Torzahl in dieser Saison. Damit setzte er auch um, was Rose gefordert hatte: volle Konzentration und Siegermentalität. Beides zeigte der Offensivmann in den beiden Szenen und brachte sein Team damit zurück in die Erfolgsspur.

Der zweite Borusse, der insbesondere den Willen verkörperte, Leverkusen Druck zu machen, war Breel Embolo. Der Schweizer war wild entschlossen, das strahlte er mit jeder Faser aus, er war immer anspielbar, scheute keinen Zweikampf und hielt die Wolfsburger so auf Trab.

Aber zurück zu Hofmann. Der hatte sich auch viel vorgenommen. Gleich nach der Pause traf er zum dritten Mal das Netz, aber nur von außen. Hofmann wirkte wie alle seine Kollegen sehr gerade und stabil, die Niederlagen in Freiburg und bei den Bayern wirken offenbar nicht nach. Weiter war Wolfsburg im Spiel, doch Gladbach hatte die Chancen. Oder besser: Hofmann. In der 57. Minute hatte er die nächste Gelegenheit, seinen zweiten Dreierpack für Gladbach nach dem gegen Mainz am 21. Oktober 2018 klar zu machen, doch freistehend schoss er am Tor vorbei.

Besser machte es Lars Stindl wenig später. Stefan Lainer eroberte den Ball, Ibrahima Traoré spielte in die Mitte und Lars Stindl schloss sicher zum 3:0 ab. Für den Kapitän war es der siebte Saisontreffer. Damit erhörte er Borussias Tordifferenz auf plus 23, auch das kann in der Endabrechnung ein Vorteil sein, schließlich hat Konkurrent Leverkusen nur plus 16.

Die beiden verletzten Torjäger Alassane Plea und Marcus Thuram hatten oben auf der Tribüne ihren Spaß an der Darbietung der Kollegen, das belegten die Fernsehbilder immer wieder. Ob die beiden am Samstag in Paderborn wieder dabei sein werden, bleibt abzuwarten. Borussia hat aber gegen den VfL Wolfsburg mit einer extrem konzentrieren Leistung sich und der Konkurrenz gezeigt, dass auch ein reduzierter Gladbacher Kader in der Lage ist, „um die Champions League zu kämpfen“. Ganz wie es Marco Rose angekündigt hatte.

Dass die Gladbacher, die zum zweiten Mal im Jahr 2020 ohne Gegentor blieben, nun dem eigentlichen Erzrivalen 1. FC Köln am Mittwoch gegen Bayer die Daumen halten, das hatte Max Eberl schon vor der Partie verraten. Für den Moment sind die Gladbacher wieder an Leverkusen vorbei gezogen und haben den Druck auf Bayer erhöht. Und auch die Mannschaft hat die klare Botschaft ausgesandt: „Ja, wir wollen in die Champions League.“