Borussia Mönchengladbach: Fohlenelf verpasst gegen Werder Bremen Befreiungsschlag

1:1 gegen Bremen : Borussia verliert an Boden auf Rang vier

Borussia Mönchengladbach hat den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Im Heimspiel gegen Werder Bremen kam die Fohlenelf nicht über ein 1:1 hinaus.

In dieser Woche hatte Borussia Mönchengladbach erstmals das Erreichen der Champions League als Saisonziel öffentlich ausgegeben. Es herrschte also ein großer Druck auf den Niederrheinern am Sonntagabend bei der Partie gegen Werder Bremen. Am Tag zuvor hatten die direkten Konkurrenten Leipzig (4:2 in Leverkusen) und Frankfurt (2:1 auf Schalke) bereits Siege einfahren können. Dies gelang Borussia gegen die Hanseaten nicht – sie liegt nun bereits vier Punkte hinter Platz vier.

Das Spiel gegen Werder stand auch unter dem Motto „Wiedergutmachung“ nach dem desolaten Auftritt eine Woche zuvor in Düsseldorf (1:3). Dafür überlegte sich Dieter Hecking, der zuvor trotz der erfolglosen Wochen (fünf Punkte aus den vergangenen sieben Spielen) an seiner Spielweise festgehalten hatte, in seiner Aufstellung so einiges. Erstmals in dieser Saison ließ er die Borussen in einer Dreierkette auflaufen. Personell musste unter anderem Kapitän Lars Stindl auf die Bank, Raffael feierte sein Startelf-Comeback. Nach vier Minuten stand Raffael bereits frei vor dem Tor der Werderaner nach einem Pass von Alassane Plea, der neben ihm stürmte. Der Brasilianer zögerte jedoch einen Moment zu lange, sodass der gegnerische Keeper Jiri Pavlenka ihm den Ball wegschnappen konnte.

Auch in Sachen Einstellung zeigten sich die Borussen deutlich verbessert. Gerade Patrick Herrmann und Christoph Kramer erwiesen sich als vorbildliche Kämpfer, das kam auch beim Publikum im ausverkauften Borussia-Park sehr gut an. Nach 14 Minuten hätte diese Euphorie jedoch beinahe ein jähes Ende genommen. Da tauchte Johannes Eggestein plötzlich alleine vor dem Kasten der Borussen auf, Keeper Yann Sommer konnte seinen Schuss jedoch hervorragend parieren.

Die Gladbacher zeigten sich davon unbeeindruckt und bestimmten den Rhythmus im Spiel. Nach 23 Minuten folgte daraus die zweite Gelegenheit für sie. Herrmann traf nach einem Querpass von Denis Zakaria jedoch nur den Außenpfosten. Auch vier Minuten später versuchte es der Ur-Gladbachers, der seit elf Jahren bei Borussia ist und vor einer Vertragsverlängerung steht, schoss aber knapp über das Tor. Wenig später verfehlte ein Schuss von Plea das Bremer Tor nur um Zentimeter. Ansonsten taten sich die Gladbacher schwer, sich gegen die in diesem Jahr noch ungeschlagenen Bremer Chancen herauszuspielen.

Nach der Halbzeit legten die Borussen dann jedoch einen Blitzstart hin. Nico Elvedi erkämpfte den Ball gegen Max Kruse und steckte durch auf Florian Neuhaus. Der Ex-Fortune behielt vor Pavlenka die Nerven, umkurvte ihn und schob ins leere Tor ein. Dieses Tor zum 1:0 war für das Heimteam die erste Führung im Borussia-Park seit dem 26. Januar (2:0 gegen Augsburg). Seitdem verloren die Gladbacher daheim gegen Berlin, Wolfsburg (beide 0:3) und Bayern (1:5), spielten außerdem Unentschieden gegen Freiburg (1:1). Wenig später hätte Plea um ein Haar erhöht, sein Schlenzer landete jedoch auf dem Tornetz.

Danach beschränkten sich die Borussen vorwiegend auf die Verteidigung dieses Vorsprungs. Die Bremer bissen sich an der Gladbacher Abwehr die Zähne aus. Dabei sind die Werderaner in der gesamten Saison noch in keinem Spiel ohne eigenes Tor geblieben. Erst nach 68 Minuten prüfte Kruse Sommer mit einem Fernschuss, der Schweizer war aber zur Stelle. Das war er auch zwei Minuten später bei einem Versuch von Milot Rashica, auch den folgenden Kopfball parierte Sommer.

In der 79. Minute war aber auch er machtlos. Nachdem Neuhaus zwei Großchancen zum 2:0 verpasste, erzielte Davy Klaassen per Kopf den Ausgleich und sorgte somit für die Fortsetzung der Werder-Serien, die damit weiter in jedem Spiel trafen und in diesem Jahr ohne Niederlage bleiben. Borussia hingegen zeigte sich zwar verbessert, musste im Kampf um die Champions League jedoch einen Rückschlag hinnehmen. Ihr Rückstand auf Frankfurt beträgt nun vier Zähler, auf Leipzig sogar sieben Punkte.

Borussia: Sommer - Ginter, Strobl, Elvedi - Herrmann (66. Johnson), Kramer, Neuhaus (84. Stindl), Hazard - Zakaria - Plea, Raffael (78. Hofmann). - Trainer: Hecking

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - Sahin (76. Pizarro) - Maximilian Eggestein, Klaassen - Kruse - Johannes Eggestein (52. Osako), Rashica (87. Möhwald). - Trainer: Kohfeldt

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Tore: 1:0 Neuhaus (49.), 1:1 Klaassen (79.)

Zuschauer: 54.022 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Kramer (4), Zakaria (6) - Augustinsson (3), Moisander (4)

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