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Borussia Dortmund siegt bei Terzic-Debüt - VfB Stuttgart rettet 2:2 gegen Union

Perfekter Einstand : BVB siegt bei Terzic-Debüt - VfB rettet 2:2 gegen Union

Borussia Dortmund hat im ersten Spiel von Interimstrainer Edin Terzic einen Sieg eingefahren. Union Berlin gab eine 2:0-Führung beim VfB Stuttgart aus der Hand und Hertha trennte sich unentschieden von Mainz 05.

Neuer Trainer, neues Glück: Beim Debüt von Edin Terzic ist Borussia Dortmund in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Der Vize-Meister gewann bei Werder Bremen drei Tage nach der 1:5-Pleite gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 (1:1) und beendete somit eine Durststrecke von drei Spielen ohne Sieg. Zumindest für einen Tag eroberte der BVB dank eines späten Tores von Marco Reus (78., Nachschuss nach Foulelfmeter) am Dienstag auch einen Champions-League-Platz.

Raphael Guerreiro hatte die Gäste in der zwölften Minute mit einem Abstaubertor in Führung gebracht. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Kevin Möhwald (29.) mit einem verdeckten Flachschuss. BVB-Abwehrchef Mats Hummels wurde kurz vor dem Abpfiff mit Verdacht auf Oberschenkelverletzung ausgewechselt.

Terzic, bis zum Saisonende Nachfolger des am Sonntag beurlaubten Lucien Favre, hatte bei seinem Einstand als Chefcoach das Supertalent Youssoufa Moukoko in die BVB-Startelf berufen. Der 16-Jährige hätte auch nach fünf Minuten fast sein erstes Bundesliga-Tor erzielt, er rutschte aber an einer Flanke von Giovanni Reyna vorbei.

Diese Aktion war der Startschuss für eine klare Dominanz der Gäste in der ersten Halbzeit. Dortmund war in allen Belangen klar überlegen, scheiterte aber mehrfach an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka. Und als der Tscheche ein zweites Mal geschlagen schien, half bei einer Rückgabe von Christian Groß (32.) der Torpfosten.

Die Norddeutschen hingegen fanden in der Offensive kaum statt, die drei verletzten Stürmer Milot Rashica, Davie Selke und Niclas Füllkrug wurden schmerzlich vermisst. Möhwalds Ausgleich fiel praktisch aus dem Nichts. Vergeblich forderte Werder-Trainer Florian Kohfeldt seine Schützlinge zu mehr Vorwärtsbewegungen auf.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild ein wenig. Nach wie vor dominierten die Schwarz-Gelben, doch Bremen konnte sich gelegentlich ein wenig Luft verschaffen. Aber erneut hätte Moukoko fast getroffen, diesmal strich sein Schuss in der 50. Minute knapp über die Querlatte.

Aber da die Gastgeber kaum zu klaren Torchancen kamen, reagierte Kohfeldt und schickte in der 65. Minute mit Leonardo Bittencourt und Nick Woltemade zwei frische Offensivkräfte auf das Feld.

Wirkung zeigte dies jedoch nicht, im Gegenteil: Die Westdeutschen übernahmen in der Schlussphase wieder das Kommando und drängten die Platzherren tief in die eigene Hälfte.

Dann ließ Pavlenka eine Flanke fallen und foulte in der Folge Manuel Akanji. Reus' Elfmeter parierte er anschließend zwar klasse, aber dann war der BVB-Kapitän am schnellsten beim Abpraller zur Stelle.

2:2 nach 0:2: Kalajdzic rettet VfB gegen Union

Der VfB Stuttgart hat drei Tage nach seinem rauschhaften Sieg bei Borussia Dortmund einen schweren Kater gerade noch verhindert. Sasa Kalajdzic rette den Schwaben mit einem Doppelschlag in der 85. und 90. Minute ein 2:2 (0:1) gegen Union Berlin. Die Gäste hatten durch Marvin Friedrich (4.) und Taiwo Awoniyi (77.) bereits souverän in Führung gelegen.

Nach dem rauschhaften 5:1 am Samstag in Dortmund leistete sich Stuttgart einen Fehlstart. Konstantinos Mavropanos sah gleich in der vierten Minute nach einem Foul an Sheraldo Becker die Gelbe Karte - die folgenden Freistoßflanke von Christopher Trimmel nutzte Friedrich per Kopf zum Führungstor. Torhüter Gregor Kobel verhinderte bei einem gefährlichen Aufsetzer von Cedric Teuchert (23.) Schlimmeres.

Die Gastgeber, die nach dem Aufwärmen kurzfristig Oral Mangala durch Philipp Förster ersetzen mussten, hatten nach dem frühen Gegentor Mühe, sich in Szene zu setzen. Ein Schuss von Mateo Klimowicz, den Andreas Luthe im Berliner Tor hervorragend parierte, blieb zunächst die beste Chance der Stuttgarter (12.). Union hatte mehr vom Spiel, bot kaum Räume an und war dem zweiten Treffer näher als der VfB dem Ausgleich.

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo hatte Probleme bereits befürchtet. "Wir müssen den Resetknopf drücken, wir müssen den Blick auf Berlin richten und eine ähnliche Schärfe zeigen wie in Dortmund", betonte er vor dem Spiel. Besser im Spiel war seine Mannschaft aber erst zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Nicolas Gonzalez erst per Seitfallzieher die Latte traf (48.) und kurz danach knapp neben das Tor köpfte (51.).

Auch Gonzalo Castro besaß nach einem Fehler von Luthe eine hervorragende Möglichkeit (64.) zum Ausgleich, doch aus einer zunehmenden optischen Überlegenheit erspielte sich der VfB zu wenig zwingende Chancen. Union stand zumeist sicher und hatte scheinbar wenig Mühe, den Vorsprung zu verteidigen. Dann am Kaladjdzic, dessen zweiter Treffer erst nach langen Videostudium anerkannt wurde.

Hertha verfehlt Labbadias Sieg-Vorgabe: Nullnummer gegen Mainz

Mainz 05 hat Hertha-Trainer Bruno Labbadia den ersten Weihnachtswunsch vermasselt. Mit konsequenter Defensivtaktik kamen die Rheinhessen am Dienstagabend nach den letzten Rückschlägen zu einer Nullnummer in der Fußball-Bundesliga und holten einen Punkt im Abstiegskampf. Die Berliner blieben im Olympiastadion zwar im vierten Spiel in Serie unbesiegt, verfehlten aber durch eine schwache Leistung die von Labbadia ausgerufene erste Sieg-Vorgabe vor der kurzen Festtagspause.

Mit 13 Punkten ist Hertha Tabellenzehnter und verpasste somit auch den Sprung in die obere Tabellenhälfte zumindest für eine Nacht. Mainz bleibt mit sechs Zählern auf dem vorletzten Platz.

Die Partie begann mit einem lautstarken „Ha Ho He“ von der Haupttribüne zur Anfeuerung der ambitionierten Berliner, die sich dann aber schwer taten. Die Mainzer spielten in der Abwehr durchgängig mit einer Fünferkette. Der Ankündigung von FSV-Trainer Jan-Moritz Lichte, in der Hauptstadt nicht nur „Schadensbegrenzung“ betreiben und gewinnen zu wollen, folgten kaum offensive Aktionen der seit Wochen schwachen Rheinhessen. Der Lattentreffer von Leandro Barreiro (40.) kam mehr durch Zufall zustande und aus dem Nichts.

Hertha-Trainer Bruno Labbadia, der angespannt in seinem ockerfarbenen Glücksmantel in seiner Coachingzone herumlief, setzte dagegen in Matheus Cunha, Javairô Dilrosun und Krzysztof Piatek auf drei Spitzen, denen aber lange die Bindung zum Spiel fehlte. Die Berliner, die mit dem Selbstvertrauen der drei Spiele in Folge ohne Niederlage angetreten waren, präsentierten sich gegen den Vorletzten überraschend bieder. Labbadia hatte vor der Partie gefordert, er und sein Team müssten an „unsere Grenzen gehen“.

Lichte verfolgte die erste Halbzeit stoisch aus einer Ecke seiner Coaching-Zone. Er hatte sein Team auf fünf Positionen verändert, unter anderem Torjäger Jean-Philipp Mateta erstmals und Kapitän Danny Latza saßen zunächst auf der Bank. Mehr Schwung brachte die Rotation nicht, aber immerhin Stabilität in der Abwehr. In der ersten Halbzeit brachte keine Mannschaft einen Schuss aufs Tor - eine Premiere in dieser Saison.

Im Berliner Regen klatschte Labbadia nach der Pause aufmunternd in die Hände. Die Chance zur Führung hatte aber zunächst der FSV: Nach einer scharfen Hereingabe ging der noch abgefälschte Schuss von Kevin Stöger knapp am Hertha-Tor vorbei (53.). Den Gastgebern fiel weiterhin nicht viel ein. Auch nicht, als der FSV etwas mutiger spielte und sich dadurch mehr Räume für die Berliner in der Mainzer Hälfte ergaben.

(eh/sid)