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Borussia Dortmund: Allzu ehrgeizige Träume vorerst verboten

BVB uninspiriert : Allzu ehrgeizige Träume vorerst verboten

Vor zwei Wochen hat Pierre-Emerick Aubameyang das Dortmunder Fußballpublikum noch mit seiner Batman-Maske unterhalten. Im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln versuchte er sich als Volleyballspieler und beförderte den Ball im Hechtsprung mit der Hand ins Tor.

Für beide Aktionen wurde er mit einer Gelben Karte belohnt. Während er sich im Derby mit Schalke dafür feiern lassen durfte, dass er zuvor einen regulären Treffer erzielt hatte, war die Verwarnung in der Begegnung mit Köln schon seine größte Aktion in einer aus Dortmunder Sicht lausigen Partie. Die Kölner fuhren nach einem torlosen Unentschieden mit einem verdienten Punkt nach Hause. Sie hatten sogar die besseren Chancen, die sie allerdings überhastet liegen ließen.

Darüber hinaus kontrollierten sie jedoch die weitgehend uninspirierten Dortmunder Angriffsbemühungen durch eine gute Raumaufteilung, viel Laufarbeit und Ruhe in den entscheidenden Situationen vor dem eigenen Tor. Der BVB machte es dem bekannt auswärtsstarken Gast leicht.

"Wir haben uns zu wenig bewegt", bekannte Nationalspieler Marco Reus, "das tut mir leid." Die Dortmunder fanden dadurch überhaupt nicht in ihr bekanntes Tempo. Weil ihnen Laufbereitschaft und Schnelligkeit in den Kombinationen fehlte, gelang es den Kölnern, die Räume zu schließen und im Ansatz gegen die wie immer hoch aufgerückte BVB-Verteidigung gefährlich zu kontern.

Erst in der Schlussphase, als vor allem der eingewechselte Kevin Kampl für ein bisschen Aufruhr in der BVB-Offensive sorgte, geriet Köln unter Druck. Da war aber auch unübersehbar, "dass der eine oder andere schon ein paar Kilometer auf dem Tacho hatte", wie BVB-Trainer Jürgen Klopp feststellte. Sein Team verlor zwei eigentlich eingeplante Punkte, weil es nicht von Anfang an die Bereitschaft hatte, alles für den Erfolg zu tun.

Das ist ein herber Vorwurf an eine Mannschaft, die gerade dabei war, noch einmal Anschluss an die besseren Tabellenregionen zu finden. Allzu ehrgeizige Träume vom europäischen Fußball sind in Dortmund seit diesem bitterkalten Frühlingsabend zunächst mal wieder verboten - zumindest was die Bundesliga betrifft.

Im DFB-Pokal sind die Aussichten deutlich besser. Und in der Champions League ist der Finalist von 2013 auch noch dabei. Im Achtelfinal-Rückspiel muss er allerdings am Mittwoch gegen Juventus Turin ein 1:2 aus dem Hinspiel wettmachen. Italiens Serienmeister wird interessiert miterlebt haben, welche Probleme die Dortmunder mit der gut organisierten Kölner Abwehrarbeit hatten.

In dieser Hinsicht bringen italienische Teams seit jeher eine geradezu natürliche Begabung mit. Dennoch gibt Klopp natürlich die Hoffnung nicht auf. Sie gründet für ihn in der simplen Feststellung, "dass wir's besser können". Den nächsten Beweis dafür müssen seine Jungs am Mittwoch antreten. Sonst spielen sie ab Donnerstag nur noch in zwei Wettbewerben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aubameyang versucht sich als Handballer