Bayer Leverkusen deklassiert Eintracht Eintracht

6:1-Gala gegen Frankfurt : Bayer Leverkusen deklassiert müde Eintracht

Der 6:1-Heimsieg gegen Frankfurt bringt die Werkself ihrem Traumziel Champions League einen großen Schritt näher. Nach einer halben Stunde war das Spiel entschieden.

Königsklasse oder nicht Königsklasse – das war vor der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt für beide Teams die Frage. Die Werkself brauchte einen Sieg, um mit den drei Punkte entfernten Hessen auf Rang vier gleichzuziehen und die bislang eher theoretische Chance auf die Champions League zu einer realistischen Option werden zu lassen. Das ist mit Bravour gelungen: Der 6:1 (6:1)-Sieg glich einem Paukenschlag, der auch in der womöglich noch entscheidenden Tordifferenz Widerhall findet.

Trainer Peter Bosz nahm in seiner Startelf eine Veränderung im Vergleich zum 4:1 in Augsburg vor: Kapitän Lars Bender rückte als Rechtsverteidiger in die Formation, Mitchell Weiser nahm dafür auf der Bank Platz. Die Gäste wählten eine eher defensive und ungewohnt vorsichtige Aufstellung für das 68. Duell beider Mannschaften, von denen bislang keines torlos endete.

Kai Havertz sorgte früh dafür, dass diese Serie weiterhin Bestand hat. Julian Brandt spielte einen sehenswerten Pass auf den über die linke Seite startenden Charles Aránguiz, der wiederum ein gutes Auge für den vergleichsweise unbewachten Teamkollegen an der Strafraumgrenze hatte. Der Rest des Weges zum 1:0 waren eine starke Ballannahme sowie ein platzierter Abschluss ins rechte untere Eck (2.).

Zehn Minuten später erhöhte Brandt aus wenigen Metern nach Pass von Aránguiz auf 2:0, doch der Jubel in der ausverkauften BayArena war noch nicht verhallt als die Gäste den Anschluss herstellten. Jonathan Tah fälschte einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Filip Kostic unhaltbar ins eigene Tor ab (14.). Die Antwort bestand aus mehreren wütenden Angriffen der klar spielbestimmenden Werkself. Den sichtlich überforderten Hessen war hingegen auch die Anstrengung der Europa-League-Woche mit dem 1:1 gegen den FC Chelsea anzumerken.

Einen der vielen Angriffe der Gastgeber schloss Lucas Alario nach Flanke von Lars Bender erfolgreich per Kopfball aus kurzer Distanz ab (23.). Kurz danach sorgte Aránguiz für das 4:1, nachdem er sich im Strafraum stark gegen Makoto Hasebe durchsetzte und den Ball regelrecht ins Tor hämmerte (28.). Lucas Alario machte sich schließlich dank einer Hereingabe von Kevin Volland zum Doppeltorschützen (34.). Das Eigentor von Martin Hinteregger nach Brandt-Freistoß machte das Frankfurter Debakel perfekt – nach 36 Minuten.

Sechs Tore in einer ersten Halbzeit bedeuten übrigens einen eingestellten Bundesliga-Rekord. Das hatte es zuletzt 1978 beim legendären 12:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund gegeben. In der zweiten Halbzeit ließ es Bayer indes deutlich ruhiger angehen und beließ es trotz einiger guter Gelegenheiten beim halben Dutzend.

Bayers Fans quittierten das Gesehene mit „Oh, wie ist das schön!“-Gesängen – wissend, dass dieser Sieg ihr Team einen großen Schritt Richtung Champions League gebracht hat. Doch auch die Anhänger der Gäste sangen in Vorfreude auf das Halbfinal-Rückspiel am kommenden Donnerstag beim FC Chelsea 90 Minuten lang durch. Nun gilt es freilich für Bosz und seine Mannschaft, den fulminanten Auftritt mit weiteren Erfolgen am kommenden Samstag gegen Schalke 04 und zum Abschluss bei Hertha BSC zu vergolden. Dann kann es tatsächlich noch etwas werden mit Bayer und der Champions League.

Leverkusen: Hradecky - Lars Bender (67. Weiser), Tah, Sven Bender (60. Dragovic), Wendell - Baumgartlinger - Aranguiz, Brandt - Havertz, Alario (83. Paulinho), Volland. - Trainer: Bosz

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Toure, Fernandes, Willems (37. Gacinovic), Ndicka (37. Jovic) - da Costa (74. Chandler), Kostic - Rebic. - Trainer: Hütter

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 1:0 Havertz (2.), 2:0 Brandt (13.), 2:1 Tah (14., Eigentor), 3:1 Alario (23.), 4:1 Aranguiz (28.), 5:1 Alario (34.), 6:1 Hinteregger (36., Eigentor)

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

Gelbe Karten: - Hinteregger (2), Abraham (2), Fernandes (9)

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