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Bayer 04 Leverkusen: Werkself deklassiert Frankfurt und bangt um Sven Bender

Klarer 4:0-Erfolg : Leverkusen deklassiert Frankfurt und bangt um Sven Bender

Bei Bayers 4:0-Sieg gegen Frankfurt verletzt sich der Abwehrchef der Werkself womöglich schwer am Knie. Kai Havertz, Karim Bellrabi und Paulinho überragen bei dem klaren Erfolg, der Leverkusen vorübergehend auf Platz vier der Tabelle hievt und den Druck auf Mönchengladbach erhöht.

Vier Minuten hat es gedauert, bis eine seit Jahrzehnten bewährte Tradition zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt ihre Fortsetzung fand. Kai Havertz sorgte dafür, dass auch die 70. Begegnung beider Klubs in der Bundesliga nicht torlos enden würde. Sein Treffer zum 1:0 bildete den Auftakt einer zwischen souverän und sensationell pendelnden Leistung der Werkself, die keinen Zweifel an den Champions-League-Ambitionen der Mannschaft von Trainer Peter Bosz lässt. Am Ende zeigte die Videowand in der ausverkauften BayArena einen für die Gäste noch schmeichelhaften 4:0 (2:0)-Sieg an.

Bosz rotierte verglichen mit dem 3:1-Pokalsieg gegen Union Berlin unter der Woche auf sechs Positionen. Jonathan Tah, Daley Sinkgraven, Kerem Demirbay, Leon Bailey, Lucas Alario saßen vorerst auf der Ersatzbank, Nadiem Amiri fehlte Verletzt (Kapselruptur im Schultereckgelenk). Dafür rückten Wendell, Mitchell Weiser, Julian Baumgartlinger, Moussa Diaby, Karim Bellarabi und Paulinho in die Startelf.

Bayer war der weitgehende Umbau der Anfangsformation nicht anzumerken – auch, wenn Frankfurt durch Daichi Kamado die erste Großchance der Partie hatte. Baumgartlinger rutschte im entscheidenen Moment aus und ermöglichte dem Japaner so den Abschluss, doch Lukas Hradecky parierte (1.). Direkt danach hatte dann der als Sturmspitze aufgebotene Havertz seinen Moment, nachdem er von Diaby mustergültig von der linken Seite bedient wurde (4.). Zehn Minuten später erhöhte Karim Bellarabi aus kurzer Distanz auf 2:0, das von Wendell eingeleitet und von Paulinho vorbereitet wurde (14.).

Danach beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen ein wenig, doch Leverkusen blieb spielbestimmend, ballsicher, aktiver und immer latent gefährlich. Frankfurt hingegen präsentierte sich passiv und uninspiriert. Mehr als eine semigefährliche Chance von Filip Kostic hatten die Gäste in der ersten Halbzeit nicht zu bieten (17.). Einziger Wermutstropfen für Bayer in ansonsten gelungenen 45 Minuten ist die womöglich schwere Verletzung von Sven Bender, der Kostic den Ball vom Fuß grätschen wollte und sich dabei das Knie verdrehte. Gestützt von Betreuern humpelte der Abwehrchef vom Platz (34.). Eine genaue Diagnose gibt es freilich noch nicht, aber das sah nicht gut aus.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste: Mit einem Tor für Bayer. Das vermeintliche 3:0 von Havertz wurde noch wegen Abseits aberkannt, doch wenige Sekunden später sorgte Paulinho nach Zusammenspiel mit Bellarabi durch einen überlegten Flachschuss ins linke lange Eck für den dritten Leverkusener Treffer (49.). Allmählich wurden Erinnerungen an Leverkusens 6:1-Heimsieg gegen Frankfurt zum Ende der vergangenen Saison wach – und tatsächlich: Paulinho nutzte auch die nächste ihm sich durch die Vorlage von Havertz bietende Gelegenheit zum 4:0 (55.).

Die Gastgeber nahmen nun den Fuß vom Gaspedal, verloren aber nie die Kontrolle über Spiel und Gegner. Bei etwas mehr Konsequenz hätte die Partie auch mit sechs oder sieben Leverkusener Treffern ausgehen können. Während es im Gästeblock für Frankfurter Verhältnisse zeitweise bemerkenswert ruhig wurde, feierten Bayers Fans ausgelassen in der Nordkurve – wohlwissend, dass ihnen am Donnerstag in der Europa League das nächste Highlight erwartet. Dann treten Bosz und seine in einem veritablen Formhoch befindliche Mannschaft im Achtelfinale gegen die Glasgow Rangers in Schottland an (21 Uhr).

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