Leverkusener zwischen Freud und Leid: Barnetta und Derdiyok — ausgemusterte Helden

Leverkusener zwischen Freud und Leid : Barnetta und Derdiyok — ausgemusterte Helden

Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta waren beim historischen 5:3-Erfolg der Schweiz gegen Deutschland die besten Akteure auf dem Platz. Bei ihrem Bundesliga-Klub Bayer Leverkusen sind beide nach einer enttäuschten Saison hingegen ausgemustert worden.

In Leverkusen aussortiert, in der Heimat die Helden des Tages: Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta haben sich beim 5:3 (2:1) der Schweiz gegen die deutsche Nationalmannschaft den Frust über ihre Ausmusterung beim Fußball-Bundesligisten von der Seele gespielt. Den Dreierpack des nach Hoffenheim wechselnden Derdiyok legte Barnetta mustergültig auf und stellte sich damit selbst ins Schaufenster.

"Nach drei Toren gegen Deutschland kann man nur zufrieden sein. Wir sind frech aufgetreten und belohnt worden", sagte Derdiyok, der in der vergangenen Spielzeit bei der Werkself meist auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. Der Angreifer bezeichnete die Partie als sein "Spiel des Lebens". Zuvor hatte Derdiyok in seinen bisher 38 Länderspielen insgesamt nur viermal getroffen.

Derdiyok befreit

Der Umzug in den Kraichgau spielte bei der Glanzleistung des 23-Jährigen offenbar ein entscheidende Rolle. "Durch den Wechsel bin ich mit einem ganz leichten Bauchgefühl in dieses Spiel gegangen, weil ich befreit bin. Ich bin überzeugt von diesem Schritt, weil ich mir erhoffe, in Hoffenheim mehr zu spielen. Ich habe einen Neuanfang gebraucht, eine neuen Schub", sagte der gebürtige Baseler.

Die Hoffenheimer dürften sich nach dem Länderspiel selbst zum Transfercoup mit Derdiyok beglückwünschen. Rund sechs Millionen Euro soll Trainer Markus Babbel die Verpflichtung des ehemaligen Profis des FC Basel wert gewesen sein. Neben Derdiyok hat die TSG für die kommende Saison unter anderem auch den deutschen Nationaltorhüter Tim Wiese von Werder Bremen verpflichtet.

Bei seinem Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat Derdiyok in Abwesenheit seiner Sturm-Konkurrenten Alexander Frei und Marco Streller einen bleibenden Eindruck hinterlassen: "Ich freue mich, dass ich Eren Derdiyok das Vertrauen geschenkt habe, obwohl er kaum Spielpraxis hatte. Er war vor dem Spiel noch angeschlagen, aber hat sich durchgebissen. So stelle ich mir Spieler vor, die sich aufdrängen wollen."

Barnetta-Abschied scheint sicher

Auch für Barnetta kam sein toller Auftritt gegen den großen Nachbarn einem Befreiungsschlag gleich. Der 27-Jährige, der in der vergangenen Bundesliga-Saison verletzungsbedingt nur sieben Einsätze absolvieren konnte, gab gegen Deutschland nach über einjähriger Pause sein Comeback im Team der Eidgenossen. Vor allem im ersten Durchgang war Barnetta der beste Akteur auf dem Platz und sorgte über die linke Angriffsseite der Schweizer immer wieder für gefährliche Vorstöße.

Wo der Flügelflitzer in der kommende Saison auflaufen wird, steht noch nicht fest. Nur sein Abschied aus Leverkusen scheint so gut wie sicher, der Vertrag des Mittelfeldspielers im Rheinland läuft Ende Juni aus. "Die Verhandlungen sind im Gange. Eine neue Liga verbunden mit einer neuen Sprache ist sicher ein Traum von mir.

Aber in Leverkusen geht es mir fast zu gut. Also falls ich wechsle, muss alles passen", hatte Barnetta, der unter anderem bei Newcastle United im Gespräch ist, bereits vor dem Länderspiel gegen Deutschland gesagt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bundesliga 11/12: Derdiyoks Traumtor gegen Wolfsburg

(sid)
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