Augsburg - Schalke: S04 rumpelt sich zu einem Punkt

In Augsburg : Schalke rumpelt sich zu einem Punkt

Dem FC Schalke 04 will der befreiende Schritt in dieser Saison nicht gelingen. In Augsburg reichte es nur zu einem Unentschieden, das schmeichelhaft war.

Christian Heidel war schon besser gelaunt. Das 1:1 (0:1) beim FC Augsburg, gab der Sportvorstand von Schalke 04 unverblümt zu, "ist für uns sicherlich zu wenig". Und während die Fans ihrem Ärger über die verkorkste Bundesliga-Saison des Vizemeisters mit Sprechchören Luft verschafften, musste Heidel auch noch die leidige Beraterdebatte moderieren. Dass Schalke am Montag bei der Auslosung des Achtelfinals in der Champions League zu den 16 besten Mannschaften Europas gehört - man mag es kaum glauben.

"Augsburg hat uns den Schneid abgekauft, das kann nicht sein", kritisierte Heidel seine Knappen, "wir wollten gewinnen, aber das hat in der ersten Halbzeit nicht so ausgesehen." Trainer Domenico Tedesco, der das Remis mit klugem Taktik- und Personalwechsel (Heidel: "Er hat gut umgestellt") gerettet hatte, meinte: "Wir wurden im ersten Durchgang ein bisschen aufgefressen." Über den 15. Zähler im 15. Spiel werde er bei drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz "sicher keine Freudensprünge machen".

Zumal seine spielerisch lange schwache Mannschaft nach dem 0:1 durch Augsburgs 300. Bundesliga-Tor von Michael Gregoritsch (13.) dank Daniel Caligiuri (53.) äußerst glücklich zum Ausgleich gekommen war. Erst in der Schlussphase kam Schalke mit den Youngstern Haji Wright (20) und Ahmed Kutucu (18), der sein Bundesligadebüt feierte, stärker auf. "Aber wir können nicht erwarten, dass uns ein Jahrgang 2000 Spiele gewinnt", sagte Tedesco. Im Angriff, bemerkte Heidel, fehle angesichts der Ausfälle "brutale Qualität".

Mancher vermisst diese auch in der sportlichen Leitung - Aufsichtsratschef Clemens Tönnies höchstpersönlich hatte öffentlich angeregt, Heidel möge sich etwa bei Transfers von außen unterstützen lassen.

Dem Manager geht die hausgemachte Debatte auf die Nerven. "Ich halte nichts von einem externen Berater, der einmal im Monat vorbeikommt", sagte er bei Sky, Tönnies' Aktion sei unnötig gewesen, das "sehr, sehr freundschaftliche Verhältnis" zum Boss aber ungetrübt.

Mutmaßungen, er lasse sich aus Eitelkeit nicht hineinreden, wies Heidel zurück. "Es wäre fatal, wenn es die Möglichkeit gibt, Schalke besser zu machen - und ich sage: Ich will das nicht", meinte er. Im Übrigen gebe es auf Schalke "nicht nur mich", meinte Heidel - und zählte von Peter Knäbel bis Huub Stevens mehrere Fachleute auf, die er höre. Am liebsten, sagte Heidel, wolle er die Debatte schnellstmöglich beenden. "Nicht wegen mir, sondern weil es für die Mannschaft nicht gut ist." Die hat schließlich genug Probleme.

Montag, die Königsklasse - das sei "jetzt völlig egal", sagte Bastian Oczipka deshalb, "es kommen eh nur harte Brocken". In der Liga kommt am Mittwoch Leverkusen.

Bayer hatte zuletzt den FCA bezwungen, es war die vierte Pleite hintereinander für die Schwaben. Dieser Trend wurde mit 60 mutigen Minuten gestoppt. "In unserer Situation hilft uns jeder Punkt", sagte Kapitän Daniel Baier. Trainer Manuel Baum war "stolz" auf seine Mannschaft und wünschte sich in Berlin oder gegen Wolfsburg einen Sieg: "Dann würde ich mich wahnsinnig auf Weihnachten freuen."

Augsburg Luthe - Schmid, Gouweleeuw, Hinteregger, Max - Khedira, Baier (46. Caiuby) - Koo, Gregoritsch, Richter (72. Hahn) - Finnbogason (89. Cordova). - Trainer: Baum

Frankfurt Fährmann - Salif Sane, Naldo, Stambouli - Caligiuri, Serdar, Rudy (46. Bentaleb), Oczipka - Skrzybski (46. Wright), Teuchert (66. Kutucu), Harit. - Trainer: Tedesco

Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin)

Tore 1:0 Gregoritsch (13.), 1:1 Caligiuri (52.)

Zuschauer 27.233

Gelbe Karten Baier (4), Khedira (4) - Skrzybski

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(sef/sid)
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