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Derby-Time am Sonntag: Angeschlagener BVB empfängt hungrige Schalker

Derby-Time am Sonntag : Angeschlagener BVB empfängt hungrige Schalker

Düsseldorf (rpo). Unterschiedlicher könnte die Ausgansgsituation gar nicht sein: Die einen plagen finanzielle und sportliche Nöte und die anderen trumpfen zur Zeit groß in der Bundesliga und im UEFA-Cup auf. Dortmund empfängt am Sonntag im 124. Derby der Derbys die starken Schalker. Auch der erste rheinland-pfälzische Vergleich zwischen Kaiserslautern und Mainz verpricht Brisanz.

"Das ist ein ganz besonderes Spiel, das spüre ich jeden Tag. Das hat nichts zu tun mit dem Tabellenstand, das steht für sich", erklärte BVB-Coach Bert van Marwijk, dessen Mannschaft sich für die letzten schwachen Vorstellungen rehabilitieren und mit dem ersten Sieg über Königsblau seit dem 14. November 1998 (3:0) den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld halten will. Das Westfalenstadion ist seit Wochen mit 83.000 Zuschauern ausverkauft.

"Wer jetzt nicht alles abruft, dann weiß ich auch keinen Rat mehr", meinte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, und Präsident Reinhard Rauball sieht die Mannschaft nach den vernichtenden Kritiken in den vergangenen Wochen in der Pflicht: "Es wäre traurig, wenn solch ein Spiel herhalten müsste, um einhundert Prozent Leistung zu bringen. Dieses Spiel ist im Gehalt mit drin." Allerdings gibt der Jurist auch zu: "Wenn wir gewinnen, verzichte ich auf die Feiern zu Weihnachten, Silvester und Ostern."

"Ich habe zu fest auf den Tisch gehauen"

Als der niederländische Coach zur Pressekonferenz am Freitag mit verbundener rechter Hand (Knorpelschaden) erschien, hatte er für die Journalisten spontan eine Erklärung parat: "Ich habe zu fest auf den Tisch gehauen." Zwar wollte der 52-Jährige die Katze noch nicht aus dem Sack lassen, doch mehren sich Anzeichen für den ersten Einsatz des Youngsters Marc-Andre Kruska (17) von Beginn an.

Schalke liebäugelt indes mit dem Sprung an die Tabellenspitze und dem Gewinn der inoffiziellen "Herbstmeisterschaft". Das 1:2 im Uefa-Cup bei Feyenoord Rotterdam am vergangenen Mittwoch war für die Mannschaft der Stunde der Schuss vor den Bug zur rechten Zeit. "Am Sonntag braucht man keinen zu motivieren. Nach den Ergebnissen der letzten Jahre fahren wir als Favorit nach Dortmund. Die Borussen stehen gewaltig unter Druck und werden um ihr Leben rennen", warnte Torhüter und Kapitän Fank Rost.

Jara lockt Spieler mit Sonderurlaub

In Kaiserslautern versucht Trainer Kurt Jara, seine Mannschafft mit zusätzlichem Urlaub nach den Weihnachtstagen bis zum 3. Januar zu motivieren, sollte sie nach der Hinrunde 20 Punkte erreichen. Die Zähler 18 bis 20 sollen schon gegen den Neuling eingefahren werden. "Eine Niederlage wäre sportlich eine Katastrophe für uns", meinte Kapitän Thomas Riedl. Zum Glück meldete sich Ex-Nationalspieler Carsten Jancker nach Rückenproblemen während der Woche rechtzeitig einsatzbereit.

Mit großem Respekt werden die "Roten Teufel" ihrem Gegner vor 46.115 Zuschauern begegnen. Für FSV-Coach Jürgen Klopp geht es "nur ums Sportliche". "Das ist mit Sicherheit das reizvollste Spiel des Jahres", meinte der 37-Jährige. Man werde auf einen starken FCK treffen, der seit geraumer Zeit seine Heimspiele gewinnt. Das sei aber zweitrangig, "wenn wir unser Spiel durchziehen".

Etwa 17.000 Fans, so die Hochrechnungen, werden die Mainzer auf den "Betze" begleiten und für Stimmung sorgen. Klopp wünscht sich "ein Fußballfest, nach dem alle mit einem breiten Grinsen heimgehen."

(sid)