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Dortmund kann den Titel holen: Alles auf Meisterfeier

Dortmund kann den Titel holen : Alles auf Meisterfeier

Niemand zweifelt mehr an der Meisterschaft der Dortmunder. Wenn Bayern München in Bremen nicht gewinnt, ist die Borussia schon vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder am Saisonziel.

Das geneigte Publikum übt schon seit Wochen. Ungefähr jeder hundertste Fan von Borussia Dortmund hat bereits eine Nachbildung der Meisterschale mit ins Stadion geschleppt. Inzwischen nehmen sogar die so tugendhaft-bescheidenen Vordenker im Klub das M(eister)-Wort in den Mund. Und heute Abend könnte offiziell die Titelverteidigung gefeiert werden. Wenn der einstige Großkonkurrent Bayern München mitspielt und aus Bremen nicht mehr als ein Unentschieden mitbringt, ist der BVB schon vor der Begegnung mit Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr/Live-Ticker) Deutscher Meister. Bei einem Münchner Sieg braucht er einen Erfolg über die Überraschungself vom Niederrhein.

Am Titel zweifelt so oder so niemand mehr vor dem drittletzten Spiel der Saison. An der Fähigkeit der Dortmunder, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, wenn die Entscheidung gefallen ist, vielleicht. Nur nicht im Verein. Trainer Jürgen Klopp beteuert: "Es ist die ganz große Herausforderung, voll konzentriert zu sein gegen die viertbeste Mannschaft dieser Saison, die uns im Hinspiel Riesenprobleme bereitet hat. Ich erwarte von jedem Spieler und von jedem Zuschauer 100 Prozent Wettbewerbsbereitschaft." Normalerweise sind Klopps Forderungen in Fußball-Dortmund inzwischen schon Gesetz. Ob er diesmal inmitten möglicher Begeisterungsstürme Gehör findet, ist zumindest ein Fragezeichen wert.

Das steht auch hinter dem Einsatz von Marco Reus, der beim übernächsten Heimspiel im ehemaligen Westfalenstadion bereits das gelbe Trikot tragen wird. Borussia Mönchengladbachs bester Torschütze (16 Treffer) hat sich im Training am Sprunggelenk verletzt und sich gestern die Übungseinheit deshalb versagen müssen. Er fährt in jedem Fall aber mit nach Dortmund. Und vielleicht kann er sich den neuen Fans doch noch als Spieler vorstellen.

Reus verpasste bereits das Hinspiel, in dem der Meister durch Robert Lewandowski in Führung ging und durch Mike Hanke den Ausgleich hinnehmen musste. Der Gladbacher Stürmer wertete den Auftritt anschließend als Beleg dafür, "dass wir auch ohne Marco guten Fußball spielen können". Zeugen der Begegnung waren nicht unbedingt dieser Meinung.

Die Mönchengladbacher verdienten sich dennoch die Achtung des Gegners und der Öffentlichkeit, weil sie sich innerhalb eines Jahres von einem Abstiegskandidaten zu einem Team mit internationaler Perspektive gewandelt haben. Gerade deshalb verlangt Trainer Klopp erhöhte Aufmerksamkeit von seinen Spielern. "Wir haben uns in eine außergewöhnliche Ausgangsposition gebracht, die kaum positiver sein könnte. Nun wollen wir die Woche mit großer Professionalität zu Ende bringen", sagt er.

Zum Abschluss der Saison soll seine Elf wieder jene Tugenden auf den Platz bringen, die sie auch diesmal zur Meisterschaft trugen: "Giftig sein, leidenschaftlich sein, das Maximale herausquetschen." Das hat der BVB nicht zuletzt in jenem Spiel gemacht, das im Titelrennen die endgültige Entscheidung brachte. Obwohl er gegen Bayern München nur seinen Punktevorsprung zu verteidigen hatte, griff er mit Lust und Hingabe an. So verdiente er sich das 1:0 und den nächsten Titel. Vielleicht macht er gegen Gladbach einfach weiter.

(RP/seeg)