1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Adrian Ramos ist der wertvollste Spieler der Bundesliga

Ranking unserer Redaktion : Adrian Ramos ist der wertvollste Spieler der Bundesliga

Hertha BSC hat eine unspektakuläre Bundesliga-Saison hinter sich. Als Aufsteiger landeten die Berliner auf dem elften Tabellenplatz, jenseits von Gut und Böse. Dass sie kurzzeitig oben anklopften und nicht annähernd in den Abstiegskampf gerieten, haben sie in der Hauptstadt vor allem einem Mann zu verdanken: Adrian Ramos. Der Kolumbianer schoss 16 der 40 Hertha-Tore, allein siebenmal das 1:0. Damit liegt er ganz vorne im Ranking unserer Redaktion, das den wertvollsten Spieler der Saison kürt.

Während die Bundesliga-Profis vor allem der Torjägerkanone hinterherjagen, geht in Nordamerikas Profiligen für den einzelnen Spieler nichts über den Titel des MVP ("Most Valuable Player"). Bei den Basketballern in der NBA sind zum Beispiel Punkte, Rebounds und Assists elementar. Doch wie lässt sich die Bedeutung eines Fußballprofis für sein Team bemessen?

Tore und Vorlagen zählen zu den klassischen Kriterien. Einem dritten hat Josip Drmic vom Absteiger 1. FC Nürnberg den zweiten Platz in unserer Wertung zu verdanken: Wie viele Punkte würden einem Team fehlen, wenn man die Tore eines Spielers einfach abzieht? Beim Schweizer Drmic, der beinahe die Hälfte aller Nürnberger Treffer erzielte, wären dies elf Punkte. Der 21-Jährige traf in vier der fünf Spiele, die die Franken für sich entschieden, im fünften bereitete er beide Tore vor. Ohne Drmic wäre der Klassenerhalt für Nürnberg utopisch gewesen, retten konnte er den "Club" trotzdem nicht. Statt in der 2. Bundesliga geht es für ihn ab August jedoch in den Play-offs zur Champions League weiter: Drmic hat für fünf Jahre bei Bayer Leverkusen unterschrieben.

Genau wie Ramos, der zu Borussia Dortmund wechselt, zieht es ihn also in die Königsklasse. In der hat Marco Reus mit dem BVB bereits für Furore gesorgt, auch wenn zwei Tore im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid nicht zum Weiterkommen reichten. WM-Fahrer Reus ist ohne Zweifel der Überflieger des Frühlings gewesen: Seit Mitte März schoss er zehn Tore in zwölf Pflichtspielen und bereitete sieben vor.

Reus liegt im MVP-Ranking vor allem deshalb klar vor Torschützenkönig Robert Lewandowski, weil seine Tore mehr Bedeutung hatten. Lewandowski steuerte 13 seiner 20 Treffer in Spielen bei, die Dortmund ohnehin mit mindestens vier Toren Unterschied gewann. Dagegen spielte sich Reus in einen Rausch, als seine Mannschaft 0:2 beim VfB Stuttgart zurücklag — und durch drei Treffer des Nationalspielers noch 3:2 gewann.

Der erste Spieler von Meister Bayern München in der MVP-Tabelle ist Mario Mandzukic auf dem achten Platz. Sechs Akteure trafen zweistellig, doch keiner machte sich unverzichtbar. So könnte man alle zehn Treffer Franck Ribérys abziehen — und es hätte keinerlei Auswirkungen auf die Punktausbeute des Rekordmeisters.

Die Suche nach dem wertvollsten Bundesligaspieler gibt den Großen der Kleinen eine Chance. Der Japaner Shinji Okazaki wird auf dem vierten Platz geführt, weil der FSV Mainz 05 ohne seine Treffer 17 Punkte weniger geholt hätte — Niemandsland statt Europa League. Admir Mehmedi hat den SC Freiburg aus dem Tabellenkeller geholt, Raffael hat Borussia Mönchengladbach in den Europapokal geschossen und André Hahn den FC Augsburg bis zuletzt davon träumen lassen.

Der BVB hat den Dritten im MVP-Ranking schon in seinen Reihen und darf sich auf den Sieger der Saison 2013/14 freuen. Außerdem ist Ciro Immobile vom FC Turin ein Kandidat, der sein Team mit 22 Toren in Richtung Europa geschossen hat — damit käme auch der MVP Italiens nach Dortmund.

Hier sehen Sie das komplette Ranking.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Adrian Ramos ist der MVP

(RP)