Nach Absturz auf Relegationsplatz Der VfL Bochum hat jetzt ein riesiges Problem

Meinung | Bochum · In der besten Position in den letzten Spieltag gegangen, nun in der Relegation. Der VfL Bochum beendet eine Achterbahnsaison auf Rang 16 – und hat nun ein riesiges Problem.

Der VfL Bochum muss in der Relegation um den Klassenerhalt zittern.

Der VfL Bochum muss in der Relegation um den Klassenerhalt zittern.

Foto: dpa/Carmen Jaspersen

„Du hast einen Pulsschlag aus Stahl“, sang Herbert Grönemeyer in seinem berühmten Lied Bochum. Und den brauchen sie jetzt auch „anne Castroper“. Der VfL Bochum muss nach der 1:4-Niederlage bei Werder Bremen in die Relegation. Nach drei Saisons in der Bundesliga droht der Abstieg und ist nah wie noch nie. Und das nach einer der wohl wechselhaftesten Saisons, die man sich nur vorstellen kann.

Bilder und Emotionen vom Abstiegskampf​: Jubel in Mainz und Berlin und Trauer in Köln ​und Bochum​
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Jubel in Mainz und Berlin und Trauer beim 1. FC Köln und dem VfL Bochum

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Foto: dpa/Harry Langer

Man erinnere zurück an den 18. Februar. Gerade hatte der VfL Bochum den Rekordmeister FC Bayern, damals noch mitten im Meisterschaftsrennen, ins Wanken gebracht und 3:2 besiegt. Der Traditionsverein aus dem Ruhrpott hatte den elften Platz erobert und sich ein Neun-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz erarbeitet. Die erneute Rettung war greifbar nahe. Sogar von Europa wurde geträumt. Doch dann kam alles anders.

Es folgten zwei Punkte aus acht Spielen, unter anderem gegen die Absteiger Darmstadt und Köln. Der „etwas andere Verein“ handelte wie alle anderen und trennte sich von Trainer Thomas Letsch. Eine externe Lösung sollte präsentiert werden. Doch nach der Absage von Peter Stöger übernahm U19-Trainer Heiko Butscher. Seitdem holte der VfL zwar immer wieder Punkte, wusste aber nicht mehr zu überzeugen. Das bisschen Glanz, das diese unangenehm zu bespielende Tempo-Truppe versprühte, ging verloren.

Nun geht es also in zwei Finalspiele gegen Fortuna Düsseldorf. Eine taktisch flexible Mannschaft, die auf alles eine Antwort finden kann, was der Gegner anbietet. Was den Bochumern zuletzt nicht mehr gelungen ist. War das 0:5 gegen Meister Leverkusen zu erklären, ist es das 1:4 am 34. Spieltag in Bremen definitiv nicht.

Der VfL Bochum hat nun ein riesiges Problem und das heißt Relegation. Mit einem unerfahrenen Trainer, einer Mannschaft, deren Qualität nicht gerade Bundesligareife verspricht, die sich bereits zweimal in Sicherheit gewähnt hatte, und zwei erheblichen Misserfolgen im Rücken. Psychologisch nicht gerade der beste Ausgangspunkt für zwei solch immens wichtige Spiele.

Am kommenden Donnerstag könnte der VfL Bochum zum vorerst letzten Mal als Bundesligist zur Hymne von Herbert Grönemeyer ins Ruhrstadion einlaufen. Gerade dieses Mal dürfte eine Zeile besonders laut mitgebrüllt werden: „Wer wohnt schon in Düsseldorf?“

Der VfL wird es schwer haben, zu verhindern, dass die Fortuna der 18. Bundesligist der kommenden Saison wird.

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