5. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Proteste gegen Anstoßzeiten

Fünf Dinge zum fünften Bundesliga-Spieltag : Fans protestieren gegen Anstoßzeiten

Proteste gegen die Anstoßzeiten, ein möglicher Torwart-Wechsel in Augsburg und ein begnadigter Schalker Di Santo. Diese fünf Dinge sollte man über den fünften Spieltag der Bundesliga wissen.

Proteste gegen Anstoßzeiten

Mit einem Stimmungsboykott bei den Spielen der höchsten drei Ligen wollen Teile der Fans am Dienstag und Mittwoch gegen den DFB und die DFL protestieren. Damit geht der Zusammenschluss der Fußball-Fanszenen in Deutschland mit einem „bundesweiten Aktionsspieltag“ erneut auf Konfrontation zum DFB und zur DFL. Die Interessenvertretung Pro Fans hält die angekündigten Proteste bei den Spielen der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga am Dienstag und Mittwoch für alternativlos. „Was bleibt uns denn anderes übrig?“, sagte Pro-Fans-Sprecher Sig Zelt der Deutschen Presse-Agentur. Angelehnt an die Anstoßzeit um 18.30 Uhr wollen beispielsweise die Werder-Anhänger die ersten 18 Minuten und 30 Sekunden des Spiels über schweigen. „Das geschieht aus Protest gegen die Zerstückelung des Spieltages. Das muss man aufnehmen“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann dazu. „Ein Stimmungsboykott ist natürlich in einem Stadion, in dem sonst immer sehr gute Stimmung herrscht, besonders schade. Deswegen sind wir auch nicht glücklich darüber.“

Erhält Augsburg-Torwart Giefer eine weitere Chance?

Der Augsburger Trainer Manuel Baum ließ die Torwart-Frage vor dem Spiel gegen den FC Bayern München offen. Der bisherige Stammkeeper Fabian Giefer müsste eigentlich auf die Bank. Doch das hängt vom Fitnesszustand von Andreas Luthe ab. Der 31-Jährige müsste nach Oberschenkelproblemen am Dienstagabend voll belastbar sein, um Unglücksrabe Giefer abzulösen. Baum konnte das Torwart-Rätsel noch nicht auflösen. „Wenn Andi kann, ist er auf jeden Fall dabei im Spiel“, sagte er. Youngster Benjamin Leneis (19) sei dagegen kein Kandidat für die Startelf, wie Baum verriet: „Das machen wir nicht.“ Giefer hatte in den vergangenen Spielen wiederholt gepatzt und den Augsburgern so Punkte gekostet.

Wer kann die Sieglos-Serie stoppen?

Drei Mannschaften warten vor dem fünften Spieltag weiterhin auf einen Sieg. Hannover 96 und der VfB Stuttgart konnten zumindest bereits zwei Zähler für das persönliche Punktekonto sammeln. Der FC Schalke 04 steht allerdings weiterhin mit leeren Händen da. Das soll sich beim SC Freiburg ändern. Das Lachen ist Domenico Tedesco und Christian Heidel auch am Tabellenende noch nicht vergangen. Den Scherz von Vereinschef Clemens Tönnies, Trainer Tedesco dürfe sich bei Schalke „noch zwei Niederlagen“ erlauben, nahm das Führungsduo daher locker und leicht. „Ja, das fanden wir witzig“, sagte Sportvorstand Heidel: „Wenn Tönnies das im Witz loslässt, dann fassen wir das auch so auf, weil es so gemeint war.“ Neben ihm saß Tedesco und blickte ernst. Denn die Lage ist durchaus prekär. Sollte am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg auch das fünfte Bundesliga-Spiel verloren gehen, ist das "Spaß-Ultimatum" von Tönnies abgelaufen. Tedesco gab sich dennoch kämpferisch. Die Tabelle werde „in zwei, drei Wochen wieder anders aussehen. Das geht dann zügig“, sagte der 33-Jährige, gab aber auch zu: „Vier Niederlagen am Stück tun weh. Die Situation ist negativ, logisch.“

Di Santo mit milder Strafe, zwei Leipzig-Stars kehren zurück

Schalke-Trainer Tedesco hat nach der lautstarken Auseinandersetzung mit Franco Di Santo im Spiel gegen Bayern München eine Strafe gegen den Mittelfeldspieler angekündigt. "Es wird sicher etwas geben, davon können Sie zu 100 Prozent ausgehen. Aber das bleibt intern", sagte der Coach. Die Entschuldigung des Argentiniers haben die Verantwortlichen indes angenommen. "Franco hat sehr schnell erkannt und total verstanden, dass er einen Fehler gemacht hat“, sagte Heidel. Eine Supendierung des Angreifers habe demzufolge nie zur Debatte gestanden. Anders sah dies bei RB Leipzig aus. Nach Verfehlungen der Spieler Jean-Kévin Augustin und Nordi Mukiele wurden beide für die Partie gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag freigestellt. Am Tag danach trainierten die Akteure wieder mit. Trainer Ralf Rangnick hatte das Franzosen-Duo wegen unprofessionellen Verhaltens vor dem verlorenen Red-Bull-Derby in der Europa League gegen Salzburg (2:3) nicht mit zum Auswärtsspiel nach Hessen genommen. „Es geht um gewisse Regeln, die eingehalten werden müssen. Für uns ist die Sache abgehakt. Ich gehe fest davon aus, dass die beiden jungen Spieler jetzt verstanden haben, worum es geht“, sagte Rangnick.

Als Fortuna gegen die Bayer-Reserve den Aufstieg feierte

Durch ein 0:0 gegen Leverkusens U23 stieg Fortuna Düsseldorf 2003 in die Regionalliga auf. Die Rot-Weißen waren so tief gesunken, dass sie gegen Düren, Freialdenhoven, Osterfeld und Bocholt kickten und in ihrer zweiten Oberliga-Saison am 28. April 2003 auf die Reserve von Bayer Leverkusen trafen. Durch ein tristes 0:0 machte Düsseldorf damals den Aufstieg in die Drittklassigkeit klar. Fortuna stand damals am Abgrund. Und hätte sie damals nicht den Aufstieg gepackt, würde sie vermutlich nicht da stehen, wo sie sich heute befindet. Das Spiel gegen Leverkusen war also der Startschuss zu einer Trendwende, die in der vergangenen Saison zum zweiten Bundesliga-Aufstieg seitdem gipfelte. In dieser Zeit kam es folglich nur noch zu Duellen gegen die Profimannschaft der Werkself. In der Saison 2012/13 verlor Fortuna beide Spiele gegen Bayer 04 (2:3 / 1:4). Nach vier Spielen steht Düsseldorf zwei Punkte vor Leverkusen auf Rang neun.

(mit dpa)