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1. FC Köln kommt famos gegen Bayer 04 Leverkusen zurück und rettet Punkt

Rheinderby vor ausverkauftem Haus : Köln kommt famos gegen Bayer 04 zurück und rettet Punkt

Der 1. FC Köln hat nach einem frühen 0:2-Rückstand eine starke Reaktion gezeigt und Bayer 04 Leverkusen den sicher geglaubten Sieg doch noch vermasselt.

Steffen Baumgart gilt als einer der emotionalsten und impulsivsten Trainer der Bundesliga. Auch im Derby seines 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen erweckte der Trainer einmal mehr den Eindruck, als würde er am liebsten noch selbst aktiv mitwirken. Letztlich lohnte sich das leidenschaftliche Engagement des 49-Jährigen an der Seitenlinie – und sein Team machte aus einem 0:2-Halbzeitrückstand gegen den Werksklub ein 2:2.

Beim Remis vor wenigen Tagen bei Betis Sevilla (1:1) hatten die Leverkusener einen ersten Schritt gemacht, das 1:5-Debakel aus der Vorwoche gegen die Bayern aus den Köpfen zu bekommen. Die Kölner mussten nach ihrer 0:5-Pleite bei der TSG Hoffenheim hingegen im Training versuchen, neues Selbstvertrauen aufzubauen. Was die Startformation betraf, veränderte Bayer-Coach Gerardo Seoane seine Mannschaft im Vergleich zum Auftritt in Spanien auf drei Positionen: Odilon Kossounou und Piero Hincapie verstärkten die Defensive, zudem durfte Florian Wirtz nach seinem Jokereinsatz in der Europa League wieder von Beginn an ran. Für den ehemaligen Kölner war es die erste Partie bei seinem ehemaligen Klub, das vor Zuschauern ausgetragen wurde.

Der 18-Jährige, der bei jedem seiner Ballkontakte vom Kölner Publikum ausgepfiffen wurde, stand gleich zu Beginn im Mittelpunkt. Bei seinem Abschluss innerhalb des Strafraums fehlte jedoch die Genauigkeit (7.). Dass dem deutschen Nationalspieler ansonsten vergleichsweise wenig gelang und sein Genie nur ab und an aufblitzte, war zunächst sekundär: Die Werkself setzte auch so die entscheidenden Akzente. Zum ersten Mal hinter sich greifen musste Kölns Keeper Timo Horn in der 15. Minute. Nach einem missglückten Diagonalball von Anthony Modeste schnellte Robert Andrich dazwischen, fing den Ball ab, leitete diesen zu Moussa Diaby weiter, der wiederum Patrik Schick fand. Der Tscheche ließ sich nicht zwei Mal bitten und spitzelte den Ball vorbei am FC-Schlussmann zum 1:0 ins Tor.

Auch beim zweiten Leverkusener Treffer hatte Andrich seine Füße im Spiel. Der ehemalige Unioner setzte sich mit etwas Glück und viel Willen gegen mehrere Kölner durch, ehe er geblockt wurde. Karim Bellarabi stand jedoch goldrichtig und jagte das vor seinen Füßen gelandete Spielgerät aus rund sieben Metern Entfernung ins Tor (17.). Jeremie Frimpong verpasste im Anschluss das 3:0 und traf nur die Latte (25.). Köln brauchte Zeit, um sich vom Leverkusener Doppelschlag zu erholen, kam dann aber auch zu einigen guten Gelegenheiten. Allen voran Modeste per Kopf (28.) und dann zwei Mal Kapitän Jonas Hector – zunächst aus der Distanz und dann ebenfalls mit dem Kopf (33./44.) – verbuchten gute Chancen.

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Im zweiten Spielabschnitt waren es dann die Gäste, die sich vorwerfen lassen mussten, ihre Möglichkeiten nicht effizient genutzt zu haben. Gleich mehrfach ergaben sich gute Konterchancen für die Werkself, die diese jedoch wie bei Schicks Lupfer ungenutzt ließ (57.). Nachdem sich Jonathan Tah beim Kopfball verschätzt hatte, kam Köln dann durch Modeste auf 1:2 heran (63.). Die Hausherren drängten nun auf den Ausgleich und wurden für ihre Aufholjagd auch belohnt. Modeste, der nur fünf Minuten zuvor bereits das 2:2 auf dem Fuß hatte, erzielte nun mit dem Kopf sein zweites Tor (82.) – der Endstand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln – Bayer 04: Die Werkself in der Einzelkritik