1. FC Köln feiert ersten Saisonsieg und freut sich auf 17 Endspiele

Erster Bundesliga-Sieg: Köln freut sich auf 17 Endspiele

Zum Hinrundenabschluss gelingt dem 1. FC Köln doch noch der erste Saisonsieg. Durch das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg verbleibt ein historischer Minusrekord in der Hauptstadt.

Einen Sieg und ein Unentschieden konnte Tasmania Berlin nach der Hälfte der Bundesliga-Saison 1965/66 auf der Habenseite verbuchen. Tasmania ist damit bis heute die erfolgsloseste Mannschaft in der Geschichte des deutschen Fußball-Oberhauses. 52 Jahre später liest sich die Hinrundenbilanz des 1. FC Köln ähnlich desaströs. Erst durch das heutige 1:0 gegen den VfL Wolfsburg gelingt es der Mannschaft von Interimstrainer Stefan Ruthenbeck, der Tasmania diesen ungewollten Rekord nicht zu entreißen.

Der historische Hintergrund hilft, um das Geschehen im Rhein-Energie-Stadion besser einzuordnen. Zwar waren nur 41.100 Zuschauer zugegen, Saison-Minusrekord für die Kölner, doch die Anwesenden feuerten ihr Team bedingungslos an. Und die Mannschaft zahlte es endlich zurück. Mit viel Einsatz gelang es den Gastgebern, enttäuschende Wolfsburger immer weiter anzuzählen, bis schließlich der kurz zuvor eingewechselte Christian Clemens zum erlösenden 1:0 traf (67.). Von dessen Potenzial zeigte sich auch Ruthenbeck nach der Partie überzeugt: "Ich habe das Gefühl, dass Christian in der Vergangenheit unterschätzt worden ist." Der Kölner Interimstrainer trat auch schnell wieder auf die verbale Euphoriebremse, nachdem die Erleichterungsschreie der Fans nach Abpfiff schon an einen nahenden Klassenerhalt erinnerten. Das große Ziel will er dennoch nicht ganz aus den Augen verlieren: "In der Rückrunde haben wir noch 17 Endspiele vor uns. In denen werden wir alles reinwerfen." Auch nach dem Sieg fehlen den Kölnern noch neun Punkte auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Ob jedoch er oder ein neuer Trainer diese schwierige Aufgabe angehen wird, ist noch unklar. "Die Gespräche mit Herrn Veh sind überragend", ließ sich Ruthenbeck hierzu nur entlocken.

Der verdiente Sieg gegen Wolfsburg spielt dem vorherigen U19-Coach jedoch zunächst einmal in die Karten. Über die gesamte Partie hinweg erspielten sich die Gastgeber die zwingenderen Möglichkeiten, wie so oft wollte der Ball jedoch nichts ins gegnerische Tor. Konstantin Rausch scheiterte aus spitzem Winkel gleich doppelt an Gästekeeper Koen Casteels (34.), Milos Jojic traf nur die Unterkante der Latte (49.). Auch nach dem Clemens-Treffer hatten die Kölner einige gute Kontermöglichkeiten, die beste vergab Salih Özcan (69.). Die Wolfsburger hingegen fanden erst nach dem Rückstand einigermaßen in ihr Offensivspiel. Zu Beginn der Schlussviertelstunde schien kurz der Geist des Kölner Freiburg-Debakels aufzuziehen, doch Mario Gomez (77.) und Jeffrey Bruma (78.) scheiterten am starken Timo Horn. Als dieser dann noch in der Nachspielzeit eine Riesenchance von Gomez mit dem Fuß um den Pfosten lenkte, stand der erste Kölner Saisonsieg fest.