Energieleistung nach kurzer Pause Köln holt Punkt gegen Hoffenheim

Köln · Nur 54 Stunden nach dem Conference-League-Sieg in Tschechien spielt der 1. FC Köln erneut mit viel Energie. Gegen die TSG Hoffenheim ist der FC lange besser. Am Ende reicht es zu einem Remis gegen den vermeintlichen Angstgegner.

Kölns Eric Martel (l) im Zweikampf mit Dennis Geiger von 1899 Hoffenheim.

Kölns Eric Martel (l) im Zweikampf mit Dennis Geiger von 1899 Hoffenheim.

Foto: dpa/Marius Becker

Jonas Hector dirigierte lautstark, moderierte gestikulierend und konnte natürlich auch nicht den Jubel verbergen. Der Kapitän des 1. FC Köln wirkte am Sonntagabend lautstark mit, obwohl er gegen die TSG Hoffenheim zum Abschluss des 12. Spieltags der Bundesliga gar nicht auf dem Platz stand. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der ehemalige Nationalspieler verletzt, konnte weder die Nebel-Begegnung gegen den 1. FC Slovacko noch die Partie gegen die Sinsheimer bestreiten. Dafür saß Hector auf der Pressetribüne und lebte die Begegnung von außen mit. Und der 32-Jährige bekam gegen die TSG vor 49.000 Zuschauern im Kölner Stadion ein packendes Spiel zu sehen. Nach Toren von Florian Kainz (14.) und Jacob Bruun Larsen (36.) beendete der FC mit einem 1:1 die Negativserie gegen Hoffenheim.

Dabei hätten die Voraussetzungen vor der Begegnung für den 1. FC Köln wahrlich nicht schlechter sein können. Die ohnehin schon erschreckend üppige Kölner Verletztenliste verlängerte wie erwartet Ellyes Skhiri mit einem Jochbeinbruch. Das wiederum nur zwei Tage nach dem intensiven 1:0-Erfolg über den 1. FC Slovacko. Und nun, im Grunde ohne Regeneration, ging es ausgerechnet gegen den vermeintlichen Angstgegner, gegen den der FC aus den vergangenen zehn Spielen genau einen Punkt holte und den FC-Trainer Steffen Baumgart unter der Woche noch zu einer der stärksten Mannschaften der Liga ernannte. Doch der FC trotzte allen Widrigkeiten und nutzte die Chance, die er eigentlich nicht hatte.

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Baumgart setzte erneut auf Kristian Pedersen für Hector und auf eine Doppelsechs mit Denis Huseinbasic und Eric Martel. Zudem starteten im Gegensatz zum Nebel-Spiel Steffen Tigges, Linton Maina, Benno Schmitz und Nikola Soldo. Die Kölner suchten von Beginn an die Zweikämpfe, attackierten die Hoffenheimer früh und konsequent und belohnten sich für die Mühen. Nach einer scharfen Hereingabe von Maina war Kainz zur Stelle und schob den Ball zur Kölner Führung ein. Der FC setzte nach, aber auch Hoffenheim wurde gefährlich. Eine Flanke von Robert Skov konnte die Kölner Hintermannschaft nicht klären, den abgefälschten Ball rettete FC-Keeper Marvin Schwäbe mit einer beeindruckenden Fußabwehr. Anschließend war Maina wieder durch und hätte erhöhen müssen, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz.

Eigentlich war Köln in dieser Phase dem zweiten Tor deutlich näher, als Hoffenheim des Ausgleich. Eigentlich, denn nach einem unnötigen Ballverlust von Huseinbasic sah Soldo nur die Hacken von Christoph Baumgarter, der den Ball vors Kölner Tor brachte, Bruun Larsen musste nur noch einschieben. Schwäbe blieb keine Chance. Der FC wirkte aber alles andere als geschockt und spielte weiter munter nach vorne. Unter anderem verzog Kainz aus 16 Metern.

Dem Kölner Ersatz-Kapitän gehörte auch die erste Chance nach dem Wechsel. Eine lange Flanke von Schmitz fiel Kainz vor die Füße, doch der Offensivspieler scheiterte an Oliver Baumann im Hoffenheimer Tor. Auch bei der nächsten Aktion hatten die Sinsheimer Glück. Einen Passversuch von Kainz berührte Ozan Kabak mit der Hand, Schiedsrichter Frank Willenborg gab einen möglichen Strafstoß aber nicht.

Aber auch Hoffenheim hatte weiterhin seine Gelegenheiten. Unter anderem rettete Schwäbe gegen Skov. Doch Baumgart wollte mehr. Der Trainer brachte in der Schlussphase weitere Offensivkräfte. Unter anderem Mark Uth, der von Kainz perfekt eingesetzt wurde, den Ball aber vertändelte. Köln waren die Strapazen in der Schlussphase anzumerken, Hoffenheim schwächte sich selbst. Einen tiefen Ball von Uth erlief der kurz zuvor eingewechselte Florian Dietz, Kabak wusste sich nur mit einem Foul zu helfen. Dieses Mal zog Willenborg die Ampelkarte. Dietz musste anschließend verletzt vom Platz. Die Überzahl wussten die Kölner nicht mehr zu nutzen. Im Gegenteil, unmittelbar vor dem Schlusspfiff vergab Hoffenheim den möglichen Sieg. Natürlich lautstark kommentiert von Jonas Hector.

Köln: Schwäbe - Schmitz, Soldo, Hübers, Pedersen - Huseinbasic, Martel - Maina (72. Schindler), Duda (80. Uth), Kainz - Tigges (80. Dietz, 90.+2 Adamyan). - Trainer: Baumgart

Hoffenheim: Baumann - Kabak, Vogt (62. Eduardo Quaresma), Nsoki (46. Akpoguma) - Skov, Rudy (56. Kramaric), Angelino - Prömel, Geiger (74. Stiller) - Baumgartner, Bruun Larsen (74. Rutter). - Trainer: Breitenreiter

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Tore: 1:0 Kainz (13.), 1:1 Bruun Larsen (35.)

Zuschauer: 49.000

Beste Spieler: Kainz, Maina - Baumgartner, Prömel

Gelb-Rote Karte: - Kabak wegen Foulspiels (87.)

Gelbe Karte: Duda (4) -

Torschüsse: 11:9

Ecken: 5:4

Ballbesitz: 39:61 %

Zweikämpfe: 89:85

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