Bundesliga 2018/19: Der VfB Stuttgart bleibt bescheiden

Saisonausblick VfB Stuttgart : Träumen verboten

Der Sportvorstand des VfB Stuttgart, Michael Reschke, hat dem Klub eine Understatement-Strategie verpasst. Große Töne gibt es von den Schwaben vor der Saison nicht. Dennoch ist die Euphorie groß.

Platz sieben als Aufsteiger! Und jetzt? "Wir träumen und sprechen für diese Saison definitiv nicht von irgendwelchen Europacup-Fantasien", stellte Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke bereits klar. Zwar ist die Euphorie um den VfB auch im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg riesig. Doch von höheren Zielen wollen die Verantwortlichen partout nichts wissen.

Zumal die Pokal-Pleite bei Drittligist Hansa Rostock (0:2) "auf jeden Fall ein Schuss vor den Bug war. Ich hoffe, dass wir die Lehren daraus ziehen und ein anderes Gesicht zeigen", sagte Profi Dennis Aogo.

Dennoch: Man sei "von der Mannschaft und dem Weg überzeugt. Wir werden eine stabile und gute Saison spielen", betonte Reschke, will diese Aussage aber nicht an einem Tabellenplatz festmachen: Das Ziel des VfB sei vielmehr, "die Fans wieder mitzunehmen, so wie es in der vergangenen Saison der Fall war". Und egal, wie die Ergebnisse zum Saisonstart sein würden, fügte er an, "eines kann ich versprechen: Die Zuschauer werden spüren, dass der VfB Stuttgart über eine Mannschaft verfügt, die alles geben wird".

Trainer Tayfun Korkut hatte den VfB, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, in der Rückrunde von Rang 14 nach oben geführt. Die Belohnung des Vereins: Der Vertrag wurde bis 2020 verlängert.

Korkut formte eine Mannschaft um die Routiniers Christian Gentner, Mario Gomez und Holger Badstuber mit klaren Strukturen, mit der auch in dieser Saison zu rechnen ist. Zumal Reschke den Kader trotz des Abgangs von Stürmer Daniel Ginczek (Wolfsburg) geschickt verstärkte. In Daniel Didavi und Gonzalo Castro holte er gestandene Bundesligaspieler. Erfahrung sei, so Reschke, ein "wesentlicher Faktor".

Dazu kamen einige vielversprechende Talente wie Pablo Maffeo, Nicolas Gonzalez, Marc Oliver Kempf oder Borna Sosa. Zudem gelang es dem umtriebigen Sportvorstand, den Vertrag mit Leistungsträger Badstuber bis 2021 zu verlängern. Er sei "vom Weg, den der VfB eingeschlagen hat, genauso überzeugt wie von den Transfers, die getätigt wurden", sagte Badstuber.

Offen ist allerdings weiter die Zukunft von Weltmeister Benjamin Pavard. Der Franzose strebt zu einem Groß-Klub inklusive Champions-League-Teilnahme, gehandelt wird auch Bayern München. Für 2019 besitzt Pavard, der in Rostock nur auf der Bank saß, bereits eine Ausstiegsklausel für 35 Millionen Euro. Spieler und Klub verzichten auf viel Geld, sollte Pavard tatsächlich noch ein Jahr in Stuttgart bleiben.

Unabhängig davon: Die Stimmung im Ländle ist seit der Rückkehr ins Oberhaus 2017 so gut wie schon lange nicht mehr. Alleine 40.000 Mitglieder haben sich namentlich auf dem VfB-Mannschaftsbus verewigen lassen.

(sid/sef)
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