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Borussia Mönchengladbach: Zwei Teilchen des Erfolgspuzzles

Borussia Mönchengladbach : Zwei Teilchen des Erfolgspuzzles

Josip Drmic und Tobias Strobl gehörten in Ingolstadt zur Startelf. Sie spielten ordentlich und trugen ihren Teil zum 2:0-Erfolg der Borussia bei.

In den englischsten Wochen der Vereinsgeschichte muss Trainer Dieter Hecking mit den Kräften seines Personals haushalten. Darum verordnete er Patrick Hermann gestern für die Partie beim FC Ingolstadt eine komplette Pause, und auch Mahmoud Dahoud blieb die ersten 61 Minuten auf der Bank. Verletzt fehlte zudem Thorgan Hazard, für den Josip Drmic in den Sturm rückte. Neu war auch Tobias Strobl, für den es das Startelf-Debüt unter Hecking war. Für Herrmann wechselte Jonas Hofmann vom linken auf den rechten Flügel, links spielte nun Fabian Johnson.

Während Hofmann unter Hecking aber bereits in der Anfangsformation gestanden hatte, war dieses Gefühl für Strobl neu, Drmic hatte schon im Pokal in Fürth begonnen. Beide machten ihre Sache recht ordentlich, ohne jedoch nachhaltig beweisen zu können, dass sie unverzichtbar wären. Von einem Mann wie Drmic hat sich Borussia mehr Strafraumpräsenz versprochen, weil der Schweizer eher ein klassischer Stürmer ist, der Bälle verwertet, anstatt sich durch Dribblings selbst Chancen zu kreieren. Allerdings ging dieses neue Mittel den Gladbachern in Ingolstadt noch ziemlich ab, von den Flügeln kam kaum etwas, das Drmic hätte nutzen können.

Bezeichnend, dass es in Halbzeit eins die beste Möglichkeit im Strafraum der Ingolstädter gab, als in Jannik Vestergaard ein Innenverteidiger nach vorne geprescht war und nur einen Schritt zu spät kam, um an die Hereingabe von Hofmann zu kommen. Da war erstmals Strafraumpräsenz da - nur eben nicht von Drmic. Der lief zwar viel und ackerte ordentlich, allein es sprang nichts dabei heraus. Zwei Chancen hatte er in Halbzeit zwei, bei der ersten wurde er von Hofmann per Hacke sehenswert bedient, dann aber zu weit abgetrieben, um aus einem wirklich gefährlichen Winkel auf das Tor zu schießen. Bei der zweiten spielte ihm Fabian Johnson nach starkem Dribbling den Ball perfekt an die Strafraumgrenze, der Schweizer legte sich den Ball noch auf den linken Fuß, schoss damit aber am Tor vorbei. Danach wurde er ausgewechselt (80.).

Für Strobl war der Arbeitstag noch früher beendet gewesen, Dahoud kam für ihn. Bis dahin hatte Strobl den aktiveren Part in der Doppelsechs neben Christoph Kramer gegeben und dabei immer wieder versucht, das Offensivspiel anzukurbeln. Zeitweise erinnerte das an einen Mittelmann im Handball, wenn Strobl den Ball aus der Zentrale nach links und dann wieder nach rechts draußen verteilte, um die Ingolstädter Abwehr in Bewegung zu bringen. Das war recht ordentlich, brachte aber - wie im Fall von Drmic - nichts Zählbares ein.

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Beide durften dann zusehen, wie die für sie eingewechselten Akteure das Spiel entschieden: Raffael, der für den 1:0-Torschützen Lars Stindl gekommen war, setzte Dahoud auf der rechten Außenbahn in Szene, der mit viel Übersicht wiederum den für Drmic gekommenen André Hahn in der Mitte bediente, der eiskalt zum 2:0 einschoss. So stellte Hecking zufrieden fest: "Wenn du in Führung gehst, musst du auf die Chance warten, das zweite Tor zu machen. Diese Chance haben wir gehabt, und alle drei Einwechselspieler waren an diesem zweiten Tor beteiligt." So gut das Händchen des Trainers in dieser Situation war, so bitter war es wohl auch für Strobl und Drmic, das von außen sehen zu müssen. Doch auch wenn sie keine spielentscheidenden Akzente setzen konnten, hatten sie ihren Beitrag im Mannschaftsgefüge geleistet, was Hecking lobte. "Die Laufleistung war heute wieder überragend. Trotz englischer Wochen waren es wieder über 120 Kilometer." Das ist ein Teilchen im Puzzle des Erfolgs. Und es funktioniert, wenn mit den Kräften hausgehalten wird.

(ame)