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Yvandro Borges Sanches: Was Borussia Mönchengladbach mit dem Top-Talent plant

Yvandro Borges Sanches : Borussias Top-Talent zwischen Ronaldo und U19

Als Max Eberl bei Borussia noch Nachwuchsdirektor war, kam der bis heute jüngste Bundesligaspieler des Vereins aus der eigenen Jugend hoch. In Yvandro Borges Sanches gibt es einen neuen Anwärter auf den Rekord. So soll es weitergehen mit dem Top-Talent aus Luxemburg.

Als Yvandro Borges Sanches am 24. Mai 2004 das Licht der Welt erblickte, hatte Cristiano Ronaldo gerade seine erste Premier-League-Saison mit Manchester United beendet und bereitete sich auf die Heim-Europameisterschaft mit Portugal vor. 17 Jahre, vier Monate und 18 Tage später kreuzten sich die Wege der beiden im Estádio Algarve in Faro. Nach dem 5:0 der Portugiesen gegen Luxemburg tätschelte Ronaldo aufmunternd Borges‘ Kopf. Der Youngster aus Borussias U19 war zur zweiten Hälfte eingewechselt worden und freute sich trotz der Pleite über sein viertes Länderspiel, Ronaldo hatte sein Torkonto mit einem Dreierpack auf 115 in 182 Einsätzen geschraubt.

Borges Sanches ist mit Sicherheit einer der ungewöhnlichsten Nationalspieler, die Gladbach je hatte: Mit 16 wechselte er aus seiner Heimat von RFC Union Luxemburg nach Gladbach, mitten in der Corona-Pandemie. Die ließ die U17-Saison fast komplett ausfallen. Ohne ausgiebig für Borussia gespielt zu haben, fand sich Borges Sanches im Sommer plötzlich im Trainingslager der Profis wieder und gewann mit ihnen ein Testspiel beim FC Bayern in der Allianz-Arena. „Erstmal ist es sehr schön, dass wir ein Top-Talent in unseren Reihen haben. Das haben wir im Sommer schon gesehen, deshalb war er auch in der Vorbereitung lange mit dabei und hat sich Adi Hütter zeigen können“, sagt Manager Max Eberl.

Für Borges Sanches ist der Spagat groß: mal in Portugal gegen Cristiano Ronaldo, dann wieder U19-Bundesliga. Beim 1:1 am Samstag gegen Fortuna Köln stand er allerdings nicht im Kader. „Es ist schön, dass Yvandro diese Schritte geht. Jetzt heißt es, im Verein weiter stabil zu bleiben. Er hat einen großen Schritt getan, nun muss er daran anknüpfen“, sagt Eberl. Erst einmal soll sich der talentierte Offensivspieler in der A-Jugend beweisen. „Roland Virkus hat ein sehr gutes Gefühl dafür, wir schauen mit drauf“, sagt Eberl.

Er hat den Job des Nachwuchsdirektors von 2005 bis 2008 selbst gemacht. In der Zeit kam unter anderem Marko Marin aus dem eigenen Nachwuchs hoch und wurde als Zweitligaprofi zum Nationalspieler. Jünger als Marin war bislang kein Borusse in der Bundesliga, debütiert Borges Sanches noch in dieser Saison, wäre er der erste 17-Jährige.

„Es geht nicht immer darum, den Jüngsten nach oben zu bringen, sondern es muss nachhaltig sein“, betont Eberl. „Er soll nicht nur einen Fußstapfen hinterlassen, sondern im besten Fall bereiten wir eine große Karriere vor. Das ist unsere Aufgabe.“ Die Prinzipien: mit Ruhe, mit Behutsamkeit, „aber auch mit der Forderung, die er braucht“.