Mailand, Stuttgart oder Klub X Sommer muss schon wieder seine Zukunft klären

Mönchengladbach · Nur wenige Monate nach seinem Wechsel von Gladbach zum FC Bayern München deutet bei Yann Sommer vieles auf den nächsten Transfer hin. Interesse am Torwart gibt es offenbar aus dem In- und Ausland. Beides hätte für den Schweizer klare Vor- und Nachteile.

Yann Sommer steht nach nur sechs Monaten wieder vor dem Abschied vom FC Bayern München.

Yann Sommer steht nach nur sechs Monaten wieder vor dem Abschied vom FC Bayern München.

Foto: dpa/Tom Weller

Yann Sommer ist seinen Klubs bislang immer treu geblieben. Mit Ausnahme von Leihen zum FC Vaduz und den Grasshoppers Zürich lief er elf Jahre lang für den FC Basel auf, ehe er 2014 nach Gladbach wechselte. Dort blieb er weitere achteinhalb Jahre, im vergangenen Januar folgte dann der Wechsel zum FC Bayern. Dort feierte er mit den Münchnern die Meisterschaft, nun allerdings könnte er den Verein nach nur einem halben Jahr verlassen.

Denn zur neuen Saison plant Bayerns Trainer Thomas Tuchel mit Manuel Neuer als Nummer eins. Der Nationaltorwart wird laut „Sky“ zwar nicht wie geplant zum Trainingsauftakt mit seinen Teamkollegen auf dem Platz stehen können, hat jedoch das Ziel, zum Saisonauftakt wieder fit zu sein. Für Sommer kommt eine Spielzeit hinter Neuer als Nummer zwei nicht infrage, dazu sind die Ambitionen des Ex-Gladbachers zu groß, der bei der EM 2024 auch weiterhin Stammtorwart der Schweizer Nationalmannschaft sein möchte.

Ernsthaftes Interesse scheint es aus Italien zu geben. Dort bereitet sich Inter Mailand auf einen Wechsel von Torwart André Onana vor, dessen Wechsel zu Manchester United bevorsteht. Laut Transferexperte Fabrizio Romano hat Inter bereits Kontakt zu Sommer aufgenommen, der Bayern dank einer Ausstiegsklausel für neun Millionen Euro verlassen könnte – womit der Rekordmeister die Summe, die nach Gladbach floss, wieder drin hätte.

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In Mailand hätte Sommer für die kommende Saison eine Champions-League-Garantie und würde beim Tabellendritten des Vorjahres in Marcus Thuram auf einen weiteren Ex-Borussen treffen. Thuram ist bisher der namhafteste Zugang der Italiener, die hoffen, für Onana mindestens 60 Millionen Euro zu kassieren und in der kommenden Saison um weitere Titel mitspielen wollen. In der vergangenen Spielzeit gewann die Mannschaft unter Trainer Simone Inzaghi den Pokal und den Supercup in Italien und zog darüber hinaus ins Finale der Königsklasse ein, das unglücklich mit 0:1 gegen Manchester City verloren ging.

Glanz und Titelchancen hätte Mailand also Sommer zu bieten. Ein weiterer Umzug, eine neue Sprache und Kultur kämen ebenfalls hinzu, allerdings: Mailand liegt etwa 200 km näher an Sommers Heimat am Genfer See als München. Bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga wäre die Veränderung für Sommers Frau und die beiden Kinder trotzdem nicht ganz so groß, umziehen müssten sie allerdings auch, wenn Sommer sich dem VfB Stuttgart anschließt. Die Schwaben wollen nach dem Abgang Florian Müllers (SC Freiburg) noch einen neuen Torwart verpflichten, Fabian Bredlow hat bislang keine Garantie erhalten, die Nummer eins zu sein.

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Dass Torwarttrainer Steffen Krebs, der von 2018 bis 2021 in Gladbach mit Sommer zusammengearbeitet hat, noch Kontakt zu Sommer pflegt, ist bekannt. Doch für Stuttgart wäre ein Sommer-Transfer finanziell wohl kaum zu stemmen. Zudem dürfte den 34-Jährigen die Ambition, weitere Titel zu holen, eher zu einem Klub ziehen, der in der Liga eine größere Rolle spielt – was wiederum für einen Wechsel ins Ausland sprechen würde, da die Top-Klubs der Bundesliga Planungssicherheit auf der Torwart-Position haben.

Möglich, dass Sommer bis zum Saisonstart noch das Interesse weiterer Klubs auf sich zieht, vor allem dann, wenn diese auf Verletzungen reagieren müssen. Dass Sommer keine lange Eingewöhnungszeit braucht, hat er bei seinem Wechsel von Gladbach nach Bayern bewiesen. Nur einen Tag nach seiner Vertragsunterschrift gab er beim 1:1 gegen RB Leipzig sein Debüt.

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