Virkus über Gladbachs Torwart-Frage Das ist der Stand bei Yann Sommer

Mönchengladbach · Es gibt immer wieder Gerüchte um Borussias Torwart Yann Sommer. Nun hieß es, er stehe vor einem Wechsel zu Manchester United. Manager Roland Virkus im Gespräch mit unserer Redaktion über den Stand der Dinge.

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Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Wer Yann Sommer kennt, der weiß, dass seine Zukunft in den vergangenen Tagen nur das nächste Spiel war. Und das war Portugal. Die Hoffnung Sommers, mit der Schweiz erstmals seit 1954 ein WM-Viertelfinale zu erreichen, wurde von den Portugiesen atomisiert durch deren 6:1 im Achtelfinale, ein Spiel, das insbesondere auch für Sommer traurig verlief. An besseren Tagen hätte er so manchen Gegentreffer wohl verhindert. „Ich bin nicht zufrieden mit mir“, gab er nach dem Debakel zu.

Dass er als WM-Fahrer aber zwangsläufig in den Fokus von Top-Klubs gerät, zumal, wenn die ihn sowieso schon länger auf dem Zettel haben, folgt einer gewissen Logik. Nachdem Sommer zunächst mit Inter Mailand in Verbindung gebracht wurde, soll es nun sehr konkret sein mit Manchester United. Der „Ex“ des morgigen Widersachers Ronaldo soll Sommer im Winter holen wollen als Nachfolger des zuletzt oft unglücklich wirkenden David de Gea (32), wird von „Bild“ spekuliert. Des Spaniers Kontrakt und die Verträge von Newcastle-Leihe Martin Dúbravka (33) sowie Tom Heaton (36) enden nach dieser Saison.

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Foto: Dieter Wiechmann/Wiechmann, Dieter (dwi)

United fragte schon im Sommer 2022 bei Gladbachs Torwart an, handelte sich aber eine Absage ein, wie zu hören ist. Der Torwart wollte sicher spielen, um seinen Platz im Schweizer Tor nicht zu riskieren im Vorfeld der WM, darum kam der Wechsel auf die Insel und zum Team von Erik ten Haag nicht infrage. Dass das Torwart-Thema im Norden Englands auf Wiedervorlage liegt, ist klar, denn de Geas Vertrag endet im Sommer ebenso wie der Sommers in Gladbach. Dass die Borussen verlängern wollen und bei Sommer entsprechend ein Angebote hinterlegt haben, hat Manager Roland Virkus bereits gesagt. Aber auch, dass die Chancen, dass Sommer über Sommer 2023 bleibt, „fifty-fifty“ stehen.

Das heißt: Es kann alles passieren in dieser für Gladbach so wichtigen Personalie. „Wir sind in Gesprächen, in guten Gesprächen. Wir haben nicht vor, Yann im Winter abzugeben. Wir wollen verlängern. Aber es ist doch legitim, dass er mit 33 genau prüft, ob er seine Karriere hier in Gladbach beendet oder noch mal was Neues macht“, sagte Virkus unserer Redaktion. Und: „Es liegt aktuell nichts auf dem Tisch. Aber das kann sich jederzeit ändern, das ist nie auszuschließen. Und wenn dann was kommt, muss man sich damit auseinandersetzen.“ Das bedeutet: Die vorderste Priorität ist und bleibt, mit Sommer zu verlängern. Aber je nach Angebot wäre Borussia gesprächsbereit auch bei Sommer. Dass dieser aber schon im Winter geht, ist unwahrscheinlich.

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Foto: AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

Es gibt durchaus einen Fahrplan, bei dem gilt: erst die WM, dann die Sommer-Zukunft. „Wir werden uns nach der WM wieder zusammensetzen und dann entscheiden, wie es weitergeht“, sagte Virkus. Wobei „nach der WM“ weder postwendend noch in diesem Jahr bedeuten muss. „Ohne Eile und Druck, aber so schnell wie möglich, weil wir alle planen wollen“, sagte Virkus. Es kann unter Umständen auch Frühling werden, bis die Torwartfrage für die nächste Saison geklärt ist in Gladbach.

Sommer äußerte sich nach der Enttäuschung gegen Portugal nicht zu seiner Zukunft, weder zu zu der in Gladbach noch zu der im Nationalteam. „Das kann ich nicht sagen, so kurz nach dem Spiel. Keine Ahnung. Jetzt werde ich ein paar Tage brauchen, um alles zu verarbeiten. Dann schauen wir weiter“, sagte Sommer. Doch wird Sommer nach dem nun anstehenden WM-Urlaub mit einer klaren Idee ob seiner Zukunftsplanung zurückkehren. Auch Borussia ist, betont Virkus, „auf alles vorbereitet“.

Yann Somm  er

Yann Somm er

Foto: AFP/FABRICE COFFRINI

Sollte sich Sommer nach achteinhalb oder neun Jahren und 335 Borussia-Spielen für einen neuen Weg entscheiden, hat Borussia zwei Optionen: Sie holt eine neue Nummer eins oder vertraut dem jungen Eigengewächs Jan Olschowsky. Der hat beim 4:2 gegen den BVB Bundesliga-Reife gezeigt, doch wäre es ein immens großer Druck, der auf ihm lasten würde plötzlich die Nummer eins zu sein. Wahrscheinlicher wäre eine erfahrene Übergangslösung mit dem Back-up Olschowsky, mit dem ebenfalls verlängert werden müsste. Doch für den Moment gilt: Alles ist offen in der Torwartfrage.

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