Seine Glanzleistung rettete das 1:1 Sommer erkennt eine Entwicklung bei Borussia

Mönchengladbach · Yann Sommer war es in Mainz zu verdanken, dass die Borussen überhaupt einen Punkt mit nach Hause nahmen. Der Schweizer parierte mehrmals glänzend. Bei seiner eigenen Mannschaft erkennt Sommer trotz der Führung, die aus der Hand gegeben wurde, Fortschritte.

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Es gehört zum Selbstverständnis eines Torhüters, stets damit zu rechnen, in der nächsten Sekunde gefordert zu sein. Doch es kommt auch vor, dass ein Torwart sich je nach Spielverlauf relativ sicher sein kann, dass die Abwehr vor ihm einen guten Job erledigt und er über weite Strecken des Spiels beschäftigungslos bleibt, weil die eigene Mannschaft das Spiel komplett im Griff hat und der Gegner unterlegen ist.

Mainz 05 hingegen sorgte beim 1:1 am vergangenen Freitag dafür, dass Borussias Torwart Yann Sommer kaum Zeit hatte, mal durchzuatmen. Die Gladbacher Defensive begann wackelig: Nico Elvedi, der nach 28 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, verlor gleich das erste Lauf-Duell mit dem Mainzer Karim Onisiwo, kurz darauf tauchte Jonathan Burkardt im Gladbacher Strafraum auf. Parieren musste Sommer zu diesem Zeitpunkt zwar noch keinen Ball, unmittelbar um ihn herum herrschte aber schon Unruhe.

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Foto: dpa/Bernd Thissen

In der ersten Halbzeit wehrte er einen abgefälschten Freistoß und einen Fernschuss ab, ehe er nach der Pause mit jeder weiteren Parade Gladbachs Bester an diesem Abend wurde. „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir uns zu sehr auf das Spiel der Mainzer eingelassen. Dadurch hatten sie mehr Tormöglichkeiten und eine höhere Ballkontrolle“, sagte Sommer. Jae-sung Lee hätte ein ebenso schönes Tor erzielen können wie später sein Mitspieler Silvan Widmer, doch Sommer lenkte den Schuss aus 18 Metern in der 46. Minute mit den Fingerspitzen über die Latte.

Mehrfach musste sich Sommer bis zur 76. Minute strecken – so lange hatte Borussias 1:0-Führung schließlich Bestand, ehe Widmer den Ball nach einer missglückten Rettungsaktion von Manu Koné von halbrechts mit seinem schwächeren linken Fuß in den Winkel schlenzte. Es musste ein unhaltbarer Ball her, um Sommer zu bezwingen. Der wird sich vermutlich noch lange an den Treffer seines Nationalmannschaftskollegen zurückerinnern können, die beiden Schweizer tauschten nach der Partie im Spielertunnel ihre Trikots.  

Sommer sprach in den Interviews danach von einer Entwicklung, die bei den Borussen zu erkennen sei. „In der Vergangenheit haben wir solche Spiele auch schon verloren. Dass wir einen Punkt mitnehmen, ist deswegen eine gute Sache“, sagte Sommer und fügte an: „Ein Sieg gegen Mainz hätte uns in der Tabelle natürlich sehr gutgetan. Man sieht aber in den letzten Wochen immer mehr die Handschrift des Trainers, und dass wir unseren Stil gefunden haben. Wir sind widerstandsfähiger geworden, sehr aktiv und aggressiv im Gegenpressing“, so Sommer. Trotzdem – und auch bei aller Anerkennung der guten Mainzer Leistung – müssen sich die Borussen vorwerfen lassen, dass sie nicht in der Lage waren, durch eigene Angriffe für Entlastung und Ruhe zu sorgen.

Mit seinen Paraden hat sich Sommer in einer relevanten Statistik selbst nach vorne gehievt. 71,4 Prozent aller Schüsse auf sein Tor hat er nach elf Spielen abgewehrt, nach dem achten Spieltag waren es noch 65,6 Prozent. Dass die Quote nicht noch höher liegt, kann ihm kaum vorgeworfen werden. Bei der 0:4-Niederlage in Leverkusen, als ihm unter anderem ein Eigentor unterlief, hatte Sommer einen Anteil an den Gegentoren. Mittlerweile ist er aber wieder in einer Top-Form, die Borussia gebrauchen kann, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen.

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