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Wie Borussia Mönchengladbach gegen Dortmund mit Fan-Protesten und Coronavirus umgeht

Maßnahmen vor Spiel gegen BVB : Wie Borussia mit Fan-Protesten und Corona umgeht

Borussia ist frohen Mutes, dass es nun gegen den BVB keine Beleidigungen gegen Dietmar Hopp geben wird. Grund dafür sind die Gespräche mit der Gladbacher Fanszene. Auch wegen des Coronavirus’ wurden Vorkehrungen getroffen.

Nach dem vergangenen Wochenende konnte einem schon angst und bange werden um die Bundesliga. Gleich in mehreren Stadien gab es Spielunterbrechungen, weil Fans verschiedener Mannschaften Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp schlimm beleidigt hatten, der Tiefpunkt des Ganzen fand in Sinsheim beim Spiel der TSG gegen Bayern München statt, als die Akteure aufgrund der wiederholt gezeigten Transparente in den letzten Minuten das Spielen einstellten.

Entsprechend groß ist vielerorts die Nervosität, ob es am kommenden Wochenende zu einer erneuten Eskalation kommen wird. Besonders das Spitzenspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund ist eine Partie, der großes Potenzial in dieser Hinsicht nachgesagt wird. Teile der Fans beider Vereine sind nämlich so etwas wie die Auslöser der unerfreulichen Vorkommnisse an den vergangenen beiden Spielen.

Für ihre wiederholten Anfeindungen gegenüber Hopp wurden die BVB-Fans vor einigen Wochen damit bestraft, dass sie in den nächsten beiden Partien das Stadion in Sinsheim nicht betreten dürfen. Die Dortmunder Anhänger waren bereits auf Bewährung, nun verhängte der DFB diese Kollektivstrafe, die besonders im Lager der Ultras auf große Kritik stieß. Am folgenden Spieltag gab es die beleidigenden Plakate in Mönchengladbach, als Teile der Borussia-Fans Hopp beispielsweise im Fadenkreuz zeigten – es war eine Art Solidarisierungsaktion mit den Dortmundern.

Nun treffen am Samstag beide Fanlager als Gegner im Borussia-Park aufeinander. Doch der Gastgeber aus Mönchengladbach hat große Hoffnung, dass die Anhänger diese Zusammenkunft nicht dafür nutzen werden, um den nächsten Angriff gegen Hopp unter der Gürtellinie zu starten. „Wir haben viele Gespräche mit der Fanszene geführt, die Aufarbeitung läuft, und wir sind im Austausch mit der Polizei. Es ist aber nicht einfach, die Täter und Mittäter zu ermitteln, daher gibt es in dieser Hinsicht keinen neuen Stand“, sagte Mediendirektor Markus Aretz am Donnerstag. „Wir sind aber für Samstag guter Dinge, dass wir da nichts zu sehen bekommen, was unter die Rubriken Hass und Menschenverachtung fällt.“

Die niederrheinischen Borussen rechnen zwar damit, dass es Proteste gegen die Kollektivbestrafung geben wird, die sollen diesmal jedoch nicht in einer derart beleidigenden Form stattfinden wie zuletzt. Das ist die Erkenntnis, die die Gladbacher aus den Gesprächen mit den Fans gezogen haben, ohne jedoch eine Zusage erhalten zu haben, dass es keine Vorkommnisse wie vor zwei Wochen im Borussia-Park gäbe. „Die DFL hat auch eine Stellungsnahme herausgegeben, dass niemand etwas gegen Kritik hat, wenn sie ordentlich geäußert wird. Möglicherweise wird etwas kommen, was dann aber eher in diese Schublade passt, und damit sind wir dann auch d’accord“, sagte Aretz.

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Verschärfte Kontrollen soll es bei der Partie in Mönchengladbach am Samstag nicht geben. Der Klub hat in der Vergangenheit keine Unzulänglichkeiten beim Einlass der Fans erkannt und sieht da entsprechend keinen Handlungsbedarf. „Aber der Ordnungsdienst wird noch mehr mit allen Sinnen kontrollieren – es wird jedoch keine drakonischen Maßnahmen geben“, sagte Aretz.

Auch einen Appell im Stadion soll es an die Fans nicht geben, der Ablauf am Samstag soll möglichst der sonstigen Normalität entsprechen, auch weil Borussia die große Hoffnung hat, die sie mit den Gesprächen mit der Fanszene begründet, dass die Anhänger ihren Protest nun auf eine andere, nicht menschenverachtende Art und Weise fortführen.

Doch nicht nur das Fan-Thema ist eines, das die Gladbacher neben dem Platz beschäftigt. Auch der Coronavirus, der sich gerade im benachbarten Kreis Heinsberg ausbreitet, beschäftigt die Borussen. Das Spiel ist zwar nicht gefährdet, doch der Klub hat im gesamten Stadion nun Zettel mit Anweisungen zum richtigen Händewaschen an den Waschbecken und neue Desinfektionsspender angebracht. Personen aus dem Kreis Heinsberg dürfen ihre Tickets zurückgeben, sie erhalten ihr Geld zurück und Karten für das nächste Heimspiel im Europapokal. Fans aus anderen Regionen können ihre Tickets über die Zweitmarkt-Plattform des Klubs verkaufen. „Das machen einige Leute auch bereits“, sagte Mediendirektor Markus Aretz. Die Hoffnung ist groß, dass das Topspiel eines im Zeichen des Sports sein wird.