Werder Bremen - Borussia: Plea schießt Gladbach zum Auswärtssieg

Drei Tore: Plea schießt Borussia zum Sieg in Bremen

Borussia hat den zweiten Auswärtssieg der Saison geschafft und damit ihre Ambition, sich ganz oben in der Tabelle festzusetzen, untermauert. Bei Werder Bremen gab es einen 3:1-Erfolg. Mann des Tages war Alassane Plea, der binnen 13 Minuten drei Tore erzielte.

Dieter Hecking veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf nur auf einer Position. Lars Stindl, der sein insgesamt 250. Bundesligaspiel machte, bekam den Platz im Sturmzentrum, dafür musste Raffael, der im Niederrhein-Duell sein Comeback gefeiert hatte, auf die Bank. Nico Elvedi, der unter der Woche wegen angerissener Bänder im rechten Fuß pausiert hatte, konnte spielen, er bildete wie gewöhnlich mit Matthias Ginter die Innenverteidigung.

Der Grund, warum sich Hecking an diesem Tag für Stindl entschieden hatte, wurde schnell deutlich: Gegen den Ball zogen sich zwei der drei Stürmer, meist Plea und eben Stindl, weit zurück, sodass im Mittelfeld eine Fünferkette die Räume eng machte für Werders Kombinationsspiel aus dem Zentrum heraus. Der schnelle Thorgan Hazard wartete dann vorn auf eventuell eroberte Bälle und Umschaltsituationen. Situationen, die Tobias Strobl, der erneut den Vorzug vor Christoph Kramer bekam, mit seinen weiten Pässen einleiten sollte.

Doch Werder, formiert im 4-2-3-1-System mit Martin Harnik als vorderster Spitze, ging das Spiel mit Bedacht an, Trainer Florian Kohfeldt ermahnte die Seinen immer wieder, nicht zu wild anzurennen. Das 2:6 gegen Leverkusen war noch präsent in den Köpfen, da hatten die Bremer den Gegner arg zum Kontern eingeladen, das sollte nun gegen Gladbach, wie Bayer flott im Umschalten, nicht passieren.

In der Summe schafften es beide Teams, den Gegner offensiv in Schach zu halten, was dazu führte, dass es nur wenige Torsituationen gab. Werder indes hatte ein Halbchancen-Plus. Die beste Gelegenheit zur Führung bot sich Harnik, der nach 22 Minuten Yann Sommer prüfte, aber am Schweizer scheiterte. Nach 28 Minuten lenkte Oscar Wendt einen Schuss des Niederländers Davy Klaassen über das Tor. Kurz darauf stoppte Elvedi einen Konter über den Ex-Gladbacher Max Kruse mit einem starken Tackling.

Derweil waren Borussias Aktivitäten nach vorn eher unauffällig. Stindl und auch Hazard hatten Szenen, aber nichts Zwingendes. Plea war gar nicht zu sehen. Was bei dem Franzosen darauf hindeutet, dass er etwas ausbrütet. Das tat er dann auch – das 1:0. Er setzte sich im Strafraum gegen Klaassen und Harnik durch und schickte seinen ersten Torschuss des Tages an Bremens Torhüter Jiri Pavlenka vorbei ins Netz zum 1:0 (39.).

Für Plea war es das sechste Liga-Tor in dieser Saison, zum fünften Mal traf er auswärts. Erstmals seit dem 3:0 von Patrick Herrmann (war in Bremen erneut nicht im Kader) traf ein anderer Borusse als Jonas Hofmann oder Hazard, der in den letzten drei Spielen viermal getroffen hatte. Der Assist zum 1:0 ging an Stindl. Dessen Schuss wurde abgeblockt, Plea nahm die Kugel danach an und verarbeitete sie zum 24. Saisontor der Borussen.

Das Schiffs-Tuten, das Werders Toren folgt, gab es also vor der Pause nicht, dafür dürften die 4500 Gladbach-Fans, die mitgereist waren an die Weser, feiern. Und damit ging es weiter. Erst traf Plea nach einer Ecke von Hazard zum 2:0 (48.), dann nach einer großartigen Kombination aus der Tiefe und einer Flanke von Oscar Wendt zum 3:0 (52.). Das siebte und achte Tor des Gladbacher Franzosen belegten beeindruckend: Gladbach war in Bremen im Stile eines Spitzenteams unterwegs. Zunächst abwartend und dann eiskalt. Aber: Wendt mahnte danach mit seinen Gesten erneut zur Ruhe angesichts einer gewissen sorglosen Verspieltheit nach dem 3:0. Das kam aber nicht richtig an, denn Nuri Sahin nutzte die Phase zum 1:3, kurz darauf setzte Kruse einen Kopfball knapp am Tor vorbei. Das Weserstadion, zuvor erstarrt vor Schreck, lebte wieder auf nach dem ersten „tut tut tut“ des Tages.

Nun war es ein echtes Topspiel. Werder wehrte sich nun wieder mächtig und wollte Borussia nochmal ins Wanken bringen. Hecking brachte Fabian Johnson (für Stindl) und Denis Zakaria (für Hofmann) als Stabilisatoren, um das Spiel wieder zu beruhigen. Kohfeldt brachte Claudio Pizarro, der sogleich per Kopf die Latte traf. Vorher hatte Hazard bei einem Konter das Werder-Tor verfehlt. So blieb es beim 3:1 der Gladbacher, die nun 23 Punkte auf dem Konto haben und mindestens bis zum Top-Spiel von Dortmund gegen die Bayern weiter Zweiter sind.

Bremen Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (46. Johannes Eggestein), Sahin (75. Pizarro) - Maximilian Eggestein, Klaassen - Kruse, Harnik (86. Rashica). - Trainer: Kohfeldt

Borussia Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl - Neuhaus, Hofmann (68. Zakaria) - Hazard, Stindl (69. Johnson), Plea (86. Traore). - Trainer: Hecking

Schiedsrichter Sören Storks (Velen)

Tore 0:1 Plea (39.), 0:2 Plea (48.), 0:3 Plea (52.), 1:3 Sahin (59.)

Zuschauer 42.100 (ausverkauft)

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