Borussia : Wahnsinn! Nach 1:3 noch 6:3

Er versteckte sein Gesicht unter seinem himmelblauen Trikot. Doch eigentlich hätte Olcay Sahan es noch einmal jedem zeigen müssen. In der 88. Minute erzielte der Mittelfeld-Mann mit traumhafter Übersicht das 4:3 und schoss im Oberliga-Spiel gegen Fortuna Düsseldors Reserve das entscheidende Tor.

Am Ende hieß es gar 6:3. Doch danach, dass der VfL gestern Abend den Aufstieg in die Regionalliga klar machen würde, hatte es lange nicht ausgesehen.

In der ersten Hälfte war bei den Borussen im Grenzlandstadion mächtig Sand im Getriebe. Als Michel Kniat den Düsseldorfer Ben Abelski im Strafraum von den Beinen holte, gingen die Gäste durch einen Strafstoß in Führung, den der Gefoulte selbst verwandelte. Abelski traf in der 44. Minute ein weiteres Mal, nachdem Lars Schuchardt zuvor einen Kopfball zum 1:1-Ausgleich in die Maschen geköpft hatte.

Als Ivan Pusic dann aber nach einem zu kurzen Klärungsversuch von Tim Rubink das 3:1 für die Gäste erzielte, schien die Aufstiegsfeier verschoben. Die Wende kam, als es nach knapp einer Stunde heftig zu regnen begann. Der VfL wachte auf. Das lag auch am eingewechselten Moses Lamidi, der nach 70 Minuten Länderspiel-Einsatz am Dienstag Schwung in den VfL-Angriff brachte.

Den Anschluss zum 2:3 erzielte er selbst, und er war immer anspielbar. Das 3:3 war dann nach 62 Minuten wieder Schuchardt vorbehalten, der sein 20. Saisontor erzielte. Als sich dann kurz vor dem Ende viele schon mit dem 3:3 abgefunden hatten, schlug dann Sahan zu, der bereits die beiden vorhergehenden Treffer vorbereitet hatte.

Den Schlusspunkt setzten dann Adem Demir und Mirhudin Kacar — und wieder war es Sahan, der als Mann des Tages an beiden Treffern maßgeblich mitwirkte. Lamidi sah die Treffer zum Sieg von der Bank aus. Ermusste nach 40 Einsatzminuten mit einem Krampf vom Feld.

Sahan war dann auch an der Sektdusche maßgeblich beteiligt, an der auch Trainer Horst Wohlers nicht vorbei kam. Die Borussen feierten ausgelassen mit ihren Fans — und natürlich danach auch in der Kabine — den sicheren Aufstieg.

Nun gehen die Gedanken vor dem Spiel am Sonntag beim MSV Duisburg II schon in Richtung Zukunft. "Unser Kader wird weitgehend zusammen bleiben, weil sich viele Verträge durch den Aufstieg nun automatisch verlängern", sagt Amateur- und Jugendkoordinator Max Eberl. Den Verein verlassen werden allerdings Kristoffer Andersen, der den nächsten Schritt nach vorne machen möchte, sowie Chris Tadrosse, dem Borussia erfolglos ein Angebot vorlegte.

Aus der eigenen A-Jugend kommen Patrick Schaaf und Jochen Schumacher hinzu, ein oder zwei U19-Spieler könnten noch folgen. Auch über externe Neuzugänge denkt der Verein nach. Borussia: Löhe - Rubink, Heubach, Kniat, Tadrosse (57. Dorda) - Fleßers - Andersen (46. Lamidi/84. Karabulut), Kacar, Demir, Sahan - Schuchardt.

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(RP)