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Borussia Mönchengladbach: Vogts über Johnson: "Das war Weltklasse"

Borussia Mönchengladbach : Vogts über Johnson: "Das war Weltklasse"

Der Amerikaner Fabian Johnson, der ab dem 1. Juli Borusse ist, war beim 2:2 der USA extrem stark. Er verkörpert den Stil, der generell bei der WM zu beobachten ist.

Berti Vogts ist ein Mann vom Fach. Er war der "Terrier" zu seiner aktiven Zeit, einer der besten Rechtsverteidiger der Welt. Von daher darf Fabian Johnson, der ab dem 1. Juli offiziell Borusse ist, weil dann sein Vertrag beginnt, die Worte des Ex-Borussen und früheren Bundestrainers als besonders wertvoll einordnen. Vogts nahm den 26-Jährigen nach dem sehenswerten 2:2 des US-Teams, für die Johnson bei der WM in Brasilien spielt, gegen Portugal beiseite und sagte: "Junge, das war ganz stark."

"Fabian hat gegen Portugal ein Weltklasse-Spiel gemacht. Nicht nur hinten gegen Ronaldo, sondern auch in der Vorwärtsbewegung. Das Tempo, das Fabian aufnimmt, ist unglaublich. Manchmal scheint es, als schalte er irgendwo noch eine Schubkraft dazu. Er war der beste Amerikaner", sagte Vogts, der während des Weltturniers Berater von US-Trainer Jürgen Klinsmann ist, im Gespräch mit der Rheinischen Post. Johnson rannte an der rechten Außenlinie trotz der tropischen Temperaturen im Manaus rauf und runter, war kreativ am Strafraum des Gegners und geschickt im Verteidigungsspiel. "Borussia kann sich auf Fabian freuen", sagte Vogts.

Der US-Boy, der in München geboren wurde, verkörpert den Fußball, der bei der WM in Brasilien stilbildend ist: Er ist technisch versiert, taktisch gut geschult und voller Power. Das Tiki Taka der Spanier ist überholt, der Fußball, das lehrt die WM bislang, ist wieder ursprünglicher geworden. Selten gibt es minutenlange Ballstafetten, gesucht wird der schnellste Weg zum Tor. Das Ziel ist nach wie vor der Abschluss, der Weg dahin ist weniger verschnörkelt. Nun ist zu vermuten, dass sich Borussias Trainer Lucien Favre das, was da in Brasilien passiert, genau anschaut. Favre ist ein Verehrer des Tiki Taka und des Ballbesitzspiels. Und er propagiert die geduldige Suche nach der Lücke in des Gegners Abwehr. Es wird spannend sein zu sehen, wie der Schweizer, der ganz sicher mit vielen neuen Ideen aus dem Urlaub zurückkehren wird, seinen Ansatz mit dem, was ihn die WM lehrt, verheiraten wird.

Auf gewisse Weise haben Favre und Sportdirektor Max Eberl die Entwicklung, die sich in Brasilien herauslesen lässt, offenbar vorausgeahnt. Denn sie haben schon Spieler geholt, die den schnellen und tororientierten Fußball leben. Johnson eben, der eine sehr interessante Interpretation des Rechtsverteidiger-Jobs vorstellt, aber auch André Hahn, der aus Augsburg kommt. Ibrahima Traore, der dritte Neue, ist nicht nur ein schneller Flügelspieler, er kann es auch aus der Distanz. Auch Johnson scheut sich nicht, es aus der Entfernung zu versuchen. Gegen Portugal verfehlte er knapp das Ziel, später schaffte der Ex-Schalker Jermaine Jones auf diese Weise das 1:1 für die USA.

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Dass Johnson in der Offensive zudem immer wieder den Weg bis zur Grundlinie geht, lässt vermuten, dass man das künftig auch in Gladbach häufiger zu sehen bekommt. Dann wird jedoch nicht wild geflankt, sondern klug gepasst - eine von Johnsons Hereingaben hätte der Ex-Borusse Michael Bradley eigentlich nutzen müssen, doch er schoss einen Portugiesen an.

Eberl hat Johnson wohl zum richtigen Zeitpunkt geholt. Er hat noch einmal einen Entwicklungssprung gemacht und sein Marktwert dürfte sich durch die WM rasant entwickeln. Nach Gladbach kommt er ablösefrei - und als echter Teamplayer. Er lebt zudem mit den Amerikanern den unbedingten Team-Spirit, der generell eine große Rolle spielt bei der WM. Auch das wird Max Eberl nicht überraschen. "Es wird die WM der Mannschaften", sagte er vor dem Turnier.

(RP)