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TSG 1899 Hoffenheim: Havard Nordtveit wird in Gladbach verabschiedet

Letztes Saisonspiel : Darum wird gegen Hoffenheim auch ein Ex-Borusse verabschiedet

Der Ex-Gladbacher Havard Nordtveit verlässt nach dieser Saison die Bundesliga. Er hat sich schwer verletzt und konnte deswegen beim letzten Hoffenheimer Heimspiel nicht verabschiedet werden. Das wird nun an für ihn besonderer Stelle nachgeholt. Auch Borussia sagt Adieu zu einem Trio.

Der Mann hat, das darf man so sagen, in Mönchengladbach den Einwurf des Jahrhunderts gemacht. Es war am 19. Mai 2011 im Relegationsspiel der Borussen gegen den VfL Bochum in der Nachspielzeit: Havard Nordtveit schleuderte das Spielgerät von der rechten Seite hinein in den Strafraum des Gegners, dort flipperte es umher und schließlich schoss Igor de Camargo das entscheidende 1:0, das die Basis war für die Rettung und den folgenden Aufschwung. Und Nordtveit war eines der Gesichter dieser Zeit.

Im Januar 2011 kam der Norweger zum taumelden Abstiegskandidaten Borussia, 2016 verließ der robuste Wikinger einen Champions-League-Teilnehmer. Nun kehrt er am Samstag zurück mit seinem aktuellen Klub 1899 Hoffenheim, indes nicht als aktiver, sondern schwer verletzter Spieler. Beim letzten Heimspiel der TSG fehlte er, weil er in Norwegen operiert wurde. Daher wird er nun am Samstag (15.30 Uhr, Sky) in seiner alten Wahlheimat Mönchengladbach von beiden Klubs verabschiedet.

„Hoffenheims Manager Alexander Rosen rief mich an und fragt, ob wir das machen können. Wir haben sofort zugesagt. Havard Nordtveit hat viele Verdienste um Borussia, er hat eine schöne Geschichte hier bei uns“, sagte Borussias Manager Roland Virkus unserer Redaktion. 1899 Hoffenheim führt die Zeremonie durch, Virkus wird dabei sein für Borussia.

Für Nordtveit wird es nach 2016 das zweite Mal sein, dass er im Borussia-Park der Bundesliga Adieu sagt, damals wechselte er zu West Ham United in die Premier League. Wie es nun bei ihm weitergeht, ist offen. Ein guter Ort für den Abschied wäre die Seitenlinie auf der Gegengeraden an der Stelle, wo er vor elf Jahren zum Einwurf antrat.

187 Pflichtspiele hat Nordtveit für Gladbach gemacht, ein Dutzend Tore hat er erzielt, darunter ein paar sehenswerte Distanzschüsse wie zum Beispiel in der Europa League in Zürich. Und er war einer, der in Zeiten des Kunstschützen Juan Arango ab und zu auch mal einen Freistoß direkt verwandelte mit viel Wucht.

Im Grunde war Nordtveit das, was Borussia jetzt sucht: ein klarer Sechser mit Führungsqualitäten. Viermal trug er sogar die Kapitänsbinde in Gladbach, er war kein Lautsprecher, aber einer, der immer vorbildlichen Einsatz zeigte und voranging, auch wenn es mal weh tat. Dass er nach dieser Saison die Bundesliga verlassen würde, war längst klar, doch durch die Verletzung ist es ein sehr trauriger Abschied. Dass er nun im Borussia-Park von den beiden Klubs, für die er meisten Spiele machte (74 für Hoffenheim), gemeinsam verabschiedet wird, dürfte zumindest ein kleiner Trost sein.

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Borussia sagt Adieu zu zwei Spielern: Nationalspieler Matthias Ginter, der in seiner Karriere gegen keinen Gegner so viele Tore erzielte wie gegen Hoffenheim (vier, alle für Gladbach), und der Engländer Keanan Bennetts werden verabschiedet vor dem Spiel. Und auch ein Urgestein des Klubs: Nach fast 40 Jahren hört Betreuer Rolf Hülswitt, inzwischen 80, in Gladbach auf. In ihm verliert Borussia eine gute Seele.