Borussia Mönchengladbach: Traoré: "Ich muss an mich denken"

Borussia Mönchengladbach : Traoré: "Ich muss an mich denken"

Nach seiner Einwechslung brachte er nochmal Schwung in Borussias Spiel, doch auch Ibrahima Traoré konnte das 0:1 auf Schalke nicht verhindern. Im Nachgang spricht der 26-Jährige über die Lehren aus der Niederlage, das Derby gegen Köln und seine Auszeit als Nationalspieler.

Herr Traoré, von knapp 30 Grad beim Afrika-Cup nun hier auf Schalke zu Temperaturen um den Gefrierpunkt - keine leichte Umstellung, oder?

TRAORÉ Ja, das war schon ein Schock. Ich bin auch immer noch ein bisschen müde. Aber ich gewöhne mich peu à peu dran.

Trotzdem waren Sie nach Ihrer Einwechslung direkt auf Betriebstemperatur, mit viel Zug zum Tor in den Aktionen. Das hat Borussia ingesamt sehr wenig gemacht.

TRAORÉ Ja, aber es ist aber auch nicht einfach gegen acht Defensivspieler, gerade wenn dieser Gegner auch noch früh in Führung geht. Da war klar, dass sie nichts anderes mehr machen als verteidigen, und das können sie eben gut.

Reicht Ihnen jetzt die eine Woche, um zum Derby wieder topfit zu sein?

TRAORÉ Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja auch zwei Tage frei, da werde ich mich erholen.

Köln dürfte ähnlich agieren wie Schalke - was lernt Borussia also aus dem Spiel hier in Gelsenkirchen für nächste Woche?

TRAORÉ Das wird bestimmt so sein. Wir werden uns gut auf sie vorbereiten und sie analysieren. Aber es ist eben auch ein Derby, es werden viele Emotionen drin sein. Wir werden alles dafür tun, um dieses wichtige Spiel zu gewinnen, und wir werden dazu bereit sein - vor allem für unsere Fans.

Dabei könnten die Eins-gegen-Eins-Situationen, wie Sie sie in der zweiten Halbzeit auf Schalke ja gesucht haben, ein Faktor sein, um gegen tief stehende Kölner zum Erfolg zu kommen.

TRAORÉ Ja klar, aber Eins gegen Eins war gegen Schalke ein bisschen schwer, denn es war ja im Prinzip nie Eins gegen Eins, sondern immer Eins gegen Zwei oder Eins gegen Drei, weil der Gegner so gut verteidigt hat.

In Guineas Nationalelf legen Sie erst einmal eine Pause ein. Was genau waren die Gründe für diese Entscheidung?

TRAORÉ Ich bin einfach müde vom vielen Reisen. Außerdem will und muss ich mich mehr auf meinen Verein konzentrieren.

Aber es ist eine Pause, kein Rücktritt?

TRAORÉ Das weiß ich noch nicht. Ich werde mal schauen. Wenn es bei mir im Verein ohne die Nationalmannschaft besser läuft, dann werde ich für Guinea vielleicht auch gar nicht mehr spielen. Momentan ist es erst einmal nur eine Pause.

Haben Sie sich eine Zeitspanne gesetzt, wie lange die Pause dauern soll?

TRAORÉ Ich warte ab, wie sich alles entwickelt. Ich will natürlich bei Borussia viel mehr spielen, als die Einsätze, die ich bislang bekommen habe. Die Nationalmannschaftseinsätze waren da sicherlich ein Nachteil für mich.

Wie hat man in Guinea Ihre Entscheidung aufgenommen?

TRAORÉ Viele Leute in Guinea sind enttäuscht und sauer, aber ich muss manchmal einfach auch an mich denken.

STEFAN KLÜTTERMANN ZEICHNETE DAS GESPRÄCH AUF.

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(klü)
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