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Tore von Union-Star Max-Kruse gegen Gladbach hatten mehrfach Konsequenzen

Borussias Ex-Spieler bei Union : Kruse-Tore gegen Gladbach waren öfter folgenreich

Max Kruse verhinderte in der vergangenen Saison mit seinem Kopfballtor für Union in der Nachspielzeit am letzten Spieltag Borussias Europa-Tour in dieser Saison. Es war nicht das erste Mal, dass Kruse-Tore folgenreich für Gladbach waren.

2014 hat Max Kruse zwei der 15 Kopfballtore seiner Karriere als Fußballprofi erzielt. Nutznießer war in beiden Fällen Borussia, zunächst am 22. März im heimischen Stadion gegen Hertha BSC Berlin und dann am 18. Oktober bei Hannover 96. Kruse beförderte den Ball mit dem Kopf einmal zum 2:0 ins gegnerische Tor und einmal zum 1:0, der Endstand war in beiden Fällen ein 3:0 für die Gladbacher.

Am 22. Mai 2021 traf Kruse zum bislang letzten Mal per Kopf, dieses Mal jedoch tat sein Tor den Borussen extrem weh. Denn es sorgte in der zweiten Minute der Nachspielzeit am letzten Spieltag für den 2:1-Sieg von Kruses aktuellem Klub Union Berlin gegen  RB Leipzig. Damit zog der Fußballklub aus Köpenick vorbei an Borussia auf Rang sieben und statt ihrer in die Qualfikationsrunde zur Conference League ein. Kruse verhinderte Gladbachs dritte Europa-Tour in Folge.

So haben die Borussen und ihre Fans am Donnerstag doch einigermaßen wehmütig zur Kenntnis genommen, dass der Gegner vom Sonntag gegen Kuopion PS den Einzug in die Gruppenphase schaffte. Den Trip nach Helsinki im Hinspiel hätten die reiselustigen Gladbach-Fans auch gern mitgenommen, und nun stünden nach der Gruppenauslosung, so man Union einfach durch Gladbach ersetzt, Spiele bei Slavia Prag, Feyenoord Rotterdam und Maccabi Haifa an, also Touren nach Tschechien, in die Niederlande und nach Israel.

Aber: Ist nicht! Wegen Kruse. Er ist einer der großen Europa-Verhinderer in der Gladbacher Vereinsgeschichte. Ein anderer ist zum Beispiel Norbert Dickel. Der schoss 1989 Borussia Dortmund zum Pokalsieg gegen Werder Bremen mit seinem Doppelpack beim 4:1 des BVB, bei einem Bremer Final-Triumph wäre Borussia als Tabellensechster in den Uefa-Cup eingezogen, da Werder Dritter war, der BVB hingegen Siebter. Der Unterschied zwischen Dickel und Kruse: Letzterer war Gladbacher, weswegen es eine der bekannten „Tor-gegen-den-Ex“-Geschichten mit schwerwiegenden Konsequenzen war.

Es war jedoch nicht das erste Mal, dass Kruse-Scorer gegen Gladbach  folgenreich waren. 2011 trug er mit einem Treffer und einem Assist zum 3:1-Sieg des FC St. Pauli gegen den damaligen Tabellenletzten Gladbach bei und war damit aktiv am Ende der Trainer-Ära von Michael Frontzeck beteiligt, der nach diesem Spiel gehen musste.

Langfristiger gesehen schoss Kruse Borussia damit aber nach Europa, denn auf Frontzeck folgte Lucien Favre, und der rettete Borussia noch, führte sie dann zurück nach Europa und letztlich in die Champions League. Woran wiederum Kruse als wichtiger Gladbach-Spieler beteiligt war in der Saison 2014/15.

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Zuvor hatte Kruse Ende März 2013 im Alleingang dafür gesorgt, dass Borussia 0:2 beim SC Freiburg verlor. Im Sommer holte Max Eberl ihn dann dank seiner Ausstiegsklausel für zwei Jahre an den Niederrhein. 2018 leitete Kruse beim 2:2 von Werder Bremen in Gladbach ein Tor ein, Gladbach verspielte da ein 2:0, das bremste Borussia nach dem hoffungsspendenden 1:0 bei Hannover 96 im Spiel zuvor wieder aus, das Werder-Spiel trug dazu bei, dass Europa in jener Saison verpasst wurde.

Dieses Mal würde eine entscheidende Kruse-Tat im Sonntag-Spiel der Gladbacher an der Alten Försterei wohl keine weitreichenden Folgen haben, würde aber den Start des neuen Trainers Adi Hütter nochmal komplizierter machen. Was die Borussen ganz sicher vermeiden sollten: ein Kopfballtor von Kruse. Denn 14 von 15 Spielen, in denen er auf diese Art traf, gewannen seine Mannschaften.