Aus der U23 ins Profigeschäft Tom Gaal ist jetzt Zweitligaprofi – wie so viele Ex-Borussen

Mönchengladbach · Tom Gaal hat mit dem SSV Ulm den Durchmarsch in die Zweite Liga geschafft. Der Innenverteidiger, der bis 2023 das Borussia-Trikot trug, ist einer von vielen, denen der Sprung aus Gladbachs U23 zu den Profis bei einem anderen Klub gelungen ist.

 Tom Gaal im Juli 2022 in einem Testspiel mit den Profis.

Tom Gaal im Juli 2022 in einem Testspiel mit den Profis.

Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Tom Gaal hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Im vergangenen Sommer wechselte der Innenverteidiger von Borussia zum damaligen Drittligisten SSV Ulm, der gerade erst den Sprung aus der Regionalliga Südwest in die 3. Liga geschafft hatte. Nun, ein Jahr später, dürfen sich der Klub und Gaal Zweitligist nennen.

Nicht nur der Durchmarsch der Ulmer ist bemerkenswert, sondern auch Gaals Entwicklung. Obwohl er in der Saison 2022/23 fast durchgehend fit war, hatte er in Borussias U23 nicht zu den Stammkräften gehört und erst am Saisonende einige Male hintereinander in der Startelf gestanden. 17-mal gehörte Gaal ohne eine Einsatzminute zum Kader, neben Kapitän Michel Lieder erhielt Jamil Najjar häufiger den Vorzug von Trainer Eugen Polanski, der mit seinem Team am Ende der Saison auf Rang drei landete.

Gaals Abgang war letztlich keiner, der überraschte. Bereits 2020 war er aus der U19 zum VfL Wolfsburg II gewechselt, ein Jahr später kehrte er wieder nach Gladbach zurück, dort hatte er alle Jugendmannschaften Borussias durchlaufen. Für die „Wölfe“ machte der 1,93 Meter große Verteidiger kein Spiel, fiel unter anderem mit einer Schulterverletzung aus. „Insgesamt kam in dem Jahr eines zum anderen und ich konnte nicht so richtig Fuß fassen. Es war wie ein Teufelskreis. Als es hier die Möglichkeit gab, wieder für die U23 aufzulaufen, musste ich nicht lange überlegen“, sagte Gaal 2022, als er mit den Profis ins Trainingslager reisen durfte.

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Foto: dpa/Matthias Balk

Tom Gaal: Schritt nach Ulm war goldrichtig

Ein Jahr später sollte sich der Schritt nach Ulm als goldrichtig erweisen, Gaal wurde ab dem dritten Spieltag zur Stammkraft. Als er nach zwei 2:3-Niederlagen in Folge eine Phase hatte, in der er vier Spiele lang auf der Bank saß, meldete er sich mit drei Toren in fünf Partien zurück. Nach dem 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln Anfang Mai war der Aufstieg perfekt, über 17.000 Fans feierten gemeinsam mit Gaal und den Ulmern im eigenen Stadion. „Ich habe das noch nie erlebt. So etwas sieht man sonst nur im Fernsehen“, sagte Gaal, dessen Vertrag in Ulm noch bis 2025 läuft.

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Er ist einer von vielen Borussen, die über die U23 den Weg ins Profigeschäft gefunden haben – wenn auch bei einem anderen Klub. In der kommenden Saison könnte Gaal unter anderem auf Christoph Zimmermann (früher Norwich City, nun Darmstadt 98) treffen. Für Marlon Ritter, Leihspieler Ba-Muaka Simakala und Julian Niehues ging es in der abgelaufenen Saison mit dem 1. FC Kaiserslautern ins DFB-Pokalfinale, das Niehues aufgrund eines Kreuzbandrisses verpasste.

Niehues wird ab der kommenden Saison das Trikot des FC Heidenheim tragen – wie Janis Blaswich (RB Leipzig) und Sven Michel (FC Augsburg) ist auch er über Umwege von Gladbach in die Bundesliga gekommen. Marvin Schulz und Marco Komenda haben zudem gerade erst mit Holstein Kiel den Aufstieg ins deutsche Oberhaus geschafft. Einen ähnlichen Schritt wie Gaal im vergangenen Jahr gehen nun auch Mika Schroers, der aus Borussias U23 in die Dritte Liga zu Arminia Bielefeld wechselt. Dort wird er mit Jonas Kersken zusammenspielen, der fest von Bielefeld verpflichtet wurde. Konstantin Gerhardt, der als U19-Spieler in der vergangenen Saison ein U23-Spiel gemacht hat, wechselt zudem zum Drittligisten SC Verl.

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