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Tobias Sippel: Kaiserlautern könnte Gladbachs Torwart-Pläne durchkreuzen

Interesse an Sippel : Lautern könnte Gladbachs Torwart-Plan durcheinander bringen

Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern beschäftigt sich konkret mit einer Rückholaktion von Ex-Torwart Tobias Sippel. Der ist in Gladbach die Nummer zwei. Was der gebürtige Pfälzer dazu sagt, und was ein Abgang für Borussia bedeuten würde.

Der 1. FC Kaiserslautern bringt möglicherweise Borussias Torwart-Plan für die neue Saison in Unordnung. Denn der Zweitliga-Aufsteiger beschäftigt sich konkret mit einer Rückholaktion von Tobias Sippel. Der ist ein Ur-Lauterer, wurde auf dem Betzenberg Profi und machte 221 Spiele für die Pfälzer. Seit 2015 ist er die Nummer zwei in Gladbach hinter Yann Sommer. Sippels Vertrag indes läuft nur noch bis 2023. Und mit 34 Jahren wird sich der Torhüter auch Gedanken für die Zeit nach der Karriere machen. Da hat Lautern eine Idee: Es geht um ein Paket mit einem Anschlussvertrag als Torwart-Trainer oder Torwart-Koordinator nach zwei Profijahren.

Das Portal „transfermarkt.de“ tippt bereits auf eine Wechselwahrscheinlichkeit von 73 Prozent und liegt damit vielleicht nicht ganz falsch, zumindest, wenn es nach Sippel selbst und nach dem 1. FC Kaiserslautern geht. Im März 2021, als er gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hatte, verortete Sippel seine Zukunft zwar noch deutlich bei Borussia im Kostenpflichtiger Inhalt Interview mit unserer Redaktion. „Träume sind immer da, aber der Realist in mir sagt, dass meine Zukunft eher hier in Gladbach liegt“, sagte er auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr nach Kaiserslautern vorstellen können. „Wir haben uns in der Nähe von Gladbach ein Haus gekauft, weil wir uns hier so wohlfühlen“, sagte Sippel. Möglich, dass er auch in Gladbach für Aufgaben nach der Karriere eingeplant ist.

Doch nun ist die Lage offenbar etwas anders, Sippel hat sich klar positioniert in Richtung seiner Heimat. „Das Herz sagt auf jeden Fall „ja‘. Das wäre eine Riesen-Geschichte und ich könnte etwas zu Ende bringen, was unterbrochen wurde. Ich habe immer gesagt, dass ich zurückkommen möchte“, sagte er im Gespräch mit „Sport1“. „Es müssen aber erst mal die Vereine konkret Kontakt aufnehmen. Da müssen noch einige Gespräche geführt werden. Im Fußball kann es aber auch schnell gehen. Die 2. Liga fängt ja schon Mitte Juli an.“

In gewisser Weise ist also Druck da an der Stelle. Sippel hofft schnell auf Klarheit. Der Torwart könnte plötzlich ersten Sommer-Verkauf für Gladbach werden, doch wäre das nicht ganz unproblematisch, da auch Yann Sommers Zukunft nicht geklärt ist über 2023 hinaus. Sippel, das hatte Uwe Kamps, Gladbachs Leiter der Torwartausbildung, zuletzt gesagt, wäre Kostenpflichtiger Inhalt im Falle eines Sommer-Abgangs eine gute interne Alternative. Beide erfahrenen Tormänner kurzfristig zu verlieren und damit das Torwartteam komplett neu aufzustellen, das dürfte eher nicht Gladbachs Ansatz sein.

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Geht Sippel, müsste mindestens die Frage nach der Nummer zwei geklärt werden. Moritz Nicolas, der zuletzt an den Drittligisten Viktoria Köln ausgeliehen war und eigentlich erneut andernorts Spielpraxis sammeln soll, könnte der zweite Mann werden. Mit Nicolas hat Borussia gerade bis 2026 verlängert, der Klub glaubt also an den 24-Jährigen. Oder Borussia holt eine erfahrenere Nummer zwei à la Sippel, um Nicolas durch eine Leihe weiter regelmäßige Spielpraxis zu bescheren.

Sippel fühlt sich wohl bei Borussia, doch der 1. FC Kaiserslautern wäre eine Herzensangelegenheit für ihn. Sicherlich wird Lautern-Manager Thomas Hengen zeitnah Kontakt zu seinem Gladbacher Kollegen Roland Virkus aufnehmen. Allerdings dürfte das Gesamtpaket Sippel – eine Ablöse von möglicherweise bis zu einer Millionen Euro wegen des einen Jahres Restvertragslaufzeit plus Gehalt – für den Aufsteiger eine Hürde darstellen. Am 16. Juni ist Trainingsauftakt in Lautern, bis dahin dürfte die Torwartfrage zwischen Gladbach und den „Roten Teufeln“ geklärt sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Tobias Sippel