Borussia Mönchengladbach: Ter Stegen trotzt dem Abwärtstrend

Borussia Mönchengladbach : Ter Stegen trotzt dem Abwärtstrend

Die deutlich schwächere Rückrunde spiegelt sich auch in der RP-Notenbilanz wider. Nur zwei Spieler verbesserten sich.

Sie wurden mit großem Applaus, Sprechchören und Spruchbändern gefeiert. Marc-André ter Stegen und Juan Arango hatten in den vergangenen Wochen einiges gemeinsam. Beide erlebten emotionale Augenblicke am Ende ihrer Tätigkeit bei Borussia Mönchengladbach. Ter Stegens Wechsel zum FC Barcelona ist seit Montag offiziell bestätigt, Arango zieht es nach Mexiko. Die Fans verabschiedeten beide gebührend und honorierten die großen Verdienste der Leistungsträger.

Doch da gibt es auch etwas, das die langjährigen Fan-Lieblinge am Ende ihrer letzten Saison als Borussen unterscheidet: Während ter Stegen seine hervorragende Form auch in der Rückrunde bestätigte und sich im RP-Notenschnitt sogar noch etwas verbesserte, fiel Arango im Vergleich zur Hinserie deutlich ab. Das hat der Venezolaner allerdings mit vielen Mitspielern gemeinsam, was die Notenbilanz der RP verdeutlicht.

Kamen Borussias Profis in der Hinrunde, die Gladbach auf dem dritten Rang beendete, auf einen Notenschnitt von 3,0, liegt dieser im zweiten Teil der Saison nur noch bei 3,5. Überraschend ist dies allerdings nicht, holte die Borussia doch elf Punkte weniger im Vergleich zur Hinserie. Nur zwei Borussen konnten ihren Notenschnitt in der Rückrunde leicht verbessern. Neben Torwart ter Stegen, der mit der Gesamtnote 2,7 (in der Rückrunde kam er gar auf eine 2,6) eine sehr konstante Saison spielte und nur in Braunschweig bei seinem Eigentor patzte, ist dies Alvaro Dominguez.

Wendt eine Note schlechter

Der Spanier erreichte im zweiten Saisonteil eine 3,4, was vor allem an seinen ordentlichen Auftritten als Linksverteidiger im Saisonendspurt lag. Alle übrigen Borussen verschlechterten sich im Frühjahr. In der Innenverteidigung kamen Martin Stranzl (3,3), Tony Jantschke (3,4) oder Roel Brouwers (3,1) immer noch auf eine ordentliche Benotung, aber nicht mehr an ihre Leistungen der Vorrunde heran. Dasselbe gilt auf den Außenbahnen für Julian Korb (3,4), Filip Daems (3,3) und Oscar Wendt, der aufgrund des schwachen Rückrundenstarts nur eine 4,1 erreichte. Der Schwede verschlechterte sich damit um eine ganze Note, wobei er aufgrund seiner Verletzung auf wenige Einsätze kam.

Bei Juan Arango und Granit Xhaka ist der Rückrunden-Notenschnitt schon aussagekräftiger: Beide gehören zu den Absteigern in Borussias Kader. Arango fiel von einer 3,3 auf eine 4,0, nur noch selten konnte der Publikumsliebling richtig überzeugen. Xhaka (von 3,0 auf 3,9) verfiel in alte Verhaltensmuster und verlor deswegen auch seinen Stammplatz an dem ebenfalls nicht vollauf überzeugenden Havard Nordtveit (3,9 in der Rückrunde). Auch Patrick Herrmann (3,6) und Christoph Kramer (3,4) konnten nicht die Klasse der Hinserie halten, doch vor allem Kramer spielte in seiner Premierensaison in der Bundesliga generell auf einem solch hohen Niveau, dass er es am Ende sogar noch in den Nationalmannschaftskader schaffte.

Auch bei den Angreifern Raffael und Max Kruse(beide 3,2) gab es einen Leistungsabfall, wobei Borussias Stürmer immer noch zu den notenbesten Gladbachern in der Rückserie gehörten. Während Kruse sein Formtief im Januar und Februar hatte, war Raffael im Saisonendspurt nicht mehr so wirkungsvoll. Und Joker Branimir Hrgota (4,1) blieb in den vergangenen Monaten höchst unauffällig.

Geht es nach den Rückrunden-Leistungen, haben also viele Borussen Steigerungspotenzial für die kommende Saison. Marc-André ter Stegen trotzte dem allgemeinen Abwärtstrend. Er hat sich als notenbester Borusse verabschiedet.

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(RP)
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