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Borussia Mönchengladbach: Stranzl: "Sicher ist heute gar nichts mehr"

Borussia Mönchengladbach : Stranzl: "Sicher ist heute gar nichts mehr"

Borussias Abwehrchef Martin Stranzl musste beim 2:2 in Mainz in der Schlussphase mit muskulären Problemen ausgewechselt werden. Im Interview spricht er über die ungewohnte Perspektive von der Bank, die Leistungsdichte in der Bundesliga und den Begriff Spitzenmannschaft.

Weshalb genau mussten sie nach 71 Minuten ausgewechselt werden?

MARTIN STRANZL Ich hatte muskuläre Probleme hinten im Oberschenkel. Wir hatten schon überlegt, ob ich zur Halbzeit rausgehen sollte, aber ich habe es noch einmal probiert, aber es war halt immer an der Grenze, und dann wollten wir irgendwann einfach nichts mehr riskieren. Jetzt schauen wir mal, was dabei herauskommt. Es ist schwierig zu sagen, aber ich hoffe, dass es nur eine Verhärtung ist.

Wie haben sie die verbleibenden 20 Minuten von der Bank aus erlebt?

STRANZL Es war nicht angenehm. Es ist irrsinnig schade, dass wir hier noch zwei Punkte liegen lassen.

Woran lag das Durcheinander, das plötzlich in Borussias Defensive herrschte - nicht nur bei den beiden Gegentoren?

STRANZL Wir haben einfach ein bisschen den Faden verloren. Aber wir hatten ja auch noch die Möglichkeit auf das 3:1, als Max [Kruse, Anm. d. Red.] allein auf den Torwart zuläuft.

Sportdirektor Max Eberl sagt, eine Spitzenmannschaft gewinne hier in Mainz nach einer 2:0-Führung. Ist Borussia demnach noch kein Spitzenteam?

STRANZL Das weiß ich nicht, das werden wir am Saisonende sehen. Aber wenn du auswärts eine 2:0-Führung noch aus der Hand gibst, dann sind wir es aktuell wohl nicht.

Von Borussias Konkurrenten um die Ränge ab Platz drei schickt sich nun aber auch niemand wirklich an, zu enteilen. Wird es sich demnach erst am letzten Spieltag entscheiden, in welchem Europapokal Borussia nächste Saison spielt?

STRANZL Das kann sein. Deswegen habe ich ja vor einiger Zeit auch schon gesagt, dass es dieses Jahr da oben so schwierig ist wie nie. Das finde ich immer noch so, auch wenn es der ein oder andere vielleicht anders sieht. Es wird eng bleiben bis zum letzten Spieltag.

Max Eberl betont auch immer, wie eng die Bundesliga heute ist. An jedem Spieltag, in jedem Spiel. Wie war das vor zehn Jahren, gab es da wirklich diese Spiele, deren Ausgang von vornherein ziemlich absehbar war?

STRANZL Sicher ist heute gar nichts mehr, das auf alle Fälle. Gut, ich bin ja schon lange dabei, und man muss schon zugeben, dass sich die Zeiten ändern. Früher war es aber auch nicht so, dass man gesagt hat: "Da fahren wir jetzt hin, die drei Punkte können wir einplanen." So war es auch nicht, aber speziell dieses Jahr ist die Dichte schon enorm. Man nimmt sich viele Punkte gegenseitig weg, und deswegen ist es ja auch so eng.

AUFGEZEICHNET VON STEFAN KLÜTTERMANN

(RP)