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Borussia Mönchengladbach: Sommer steht Neuer in Nichts nach

Borussia Mönchengladbach : Sommer steht Neuer in Nichts nach

Der torlose Klassiker zwischen den Borussen und den Bayern war das Spiel der beiden Torhüter. Borussias Nummer eins hielt erneut stark, sein Gegenüber im Tor der Münchener musste sogar eine Weltklasseleistung bringen.

Yann Sommer hatte sich auf einen aufwendigen Arbeitstag eingestellt. Das muss jeder Torwart tun, der es mit dem namhaften Offensivaufgebot des FC Bayern München zu tun bekommt. Borussias Nummer eins machte ihren Job ausgezeichnet und hielt die Null fest. Allerdings musste der 25 Jahre alte Schweizer eingestehen, dass sein Gegenüber Manuel Neuer mehr dafür tun musste, dass am Ende beide Mannschaften ohne Torerfolg blieben. "Er ist ein Weltklassetorhüter, das haben wir heute gesehen", sagte Sommer.

Das eine oder andere Mal hatte er sich schon bereit gemacht zum Torjubel, "aber dann war der Handschuh da", berichtete Sommer. In diesem Moment erstarb auch in Sekundenschnelle der sich anbahnende Freudenausbruch in der Nordkurve, vor der Neuer nach dem Seitenwechsel seine besten Taten zeigte. Allerdings: "Auch unser Torwart hat gut gehalten", stellte Borussias Trainer Lucien Favre klar.

Tatsächlich stand die Nummer eins der Schweiz seinem Pedant im deutschen Tor kaum nach. Sommer parierte prächtig, als es David Alaba von der Strafraumgrenze aus versuchte, er lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Als Robert Lewandowski seinen einzigen Torschuss abgab, stand Sommer eisern in der kurzen Ecke und wehrte den Ball ab. Auch kurz vor dem Ende reagierte er schnell und richtig und verhinderte somit, dass Claudio Pizarro doch noch das Siegtor für die Bayern erzielte.

Auch jenseits der aufsehenerregenden Aktionen spielte Sommer sehr sicher. Er hatte seinen Strafraum bei hohen Bällen im Griff und stets ein gutes Auge für die Situation. So schaffte Sommer im 15. Spiel das siebte zu Null, die letzten drei Spiele absolvierte er allesamt ohne Gegentor. "Ich bin zufrieden", sagte Sommer.

Damit hat Sommer einen gehörigen Teil dazu beigetragen, dass die Borussen nun Zweiter sind in der Bundesliga. Dass sie verdient dastehen, findet er schon. "Von nix kommt nix", sagte Sommer. "Wir haben uns diesen Tabellenplatz verdient", befand er. Der Grund dafür sei vor allem "sehr gute Teamarbeit", sagte Sommer. Die habe Borussia auch gegen die Bayern gezeigt.

"Wir haben in der Defensive nicht viel zugelassen, haben gut gekämpft und einige gute Chancen gehabt", fasste Borussias Torwart den Tag zusammen. Dass diese nicht reichten für den Sieg, hatte einen Grund: Manuel Neuer. So war diese Ausgabe des Klassikers das Spiel der Torhüter.

Sommer und die anderen Borussen nehmen aus dem erneuten Erfolgserlebnis "viel Selbstvertrauen mit". Allerdings nicht nur das, sondern möglicherweise auch eine Verletzung: Denn Granit Xhaka knickte böse um, er versuchte es noch einmal mannhaft, humpelte dann aber nur noch über den Platz. Lucien Favre hatte da schon dreimal gewechselt, so dass sich in den letzten Sekunden nur zehn Borussen noch richtig zur Wehr setzen konnten. Bei Xhaka besteht der Verdacht auf einen Bänderriss.

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Bestätigt sich der, wäre das bitter für den jungen Schweizer, aber auch für das Team. Denn Xhaka gehörte in den ersten 15 Pflichtspielen der Saison nicht umsonst stets zur Startelf. Gegen die Bayern glänzte er vor allem durch großen Einsatz. Über den Ertrag des Abends und die Dankesgesänge der Fans konnte er sich nicht wirklich freuen. Sein rechter Fuß war dick bandagiert und er humpelte in die Kabine, während die anderen noch vor der Nordkurve feierten. Lucien Favre sprach Xhaka Trost zu.

Am Mittwoch in Frankfurt wird der Trainer dann wohl auf einen seiner beiden Landsmänner verzichten müssen. Sein Torwart jedoch ist gesund und munter. Und er kann sich auf ihn verlassen. Das hat er gegen die Bayern gezeigt.

(RP)